Damit nicht jeder Hersteller eigene Schnittstellen erfindet und ein gewisser Standard für Android vorgegeben ist, macht Google ein paar „Vorschriften“. Allerdings macht Samsung wieder vor, wie man diese in die Tat umsetzt.

Es gibt diverse Schnittstellen für Kamera-Apps, die für einen gleichmäßigen Standard sorgen. Damit kann möglich gemacht werden, dass Features aus den Kamera-Apps der Hersteller auch in Drittanbieter-Apps wie etwa Snapchat problemlos nutzbar sind. Google gibt hier den Entwicklern und OEMs einige Tools an die Hand, nutzt sie aber selbst eher schlecht.

Google verpasst es, ein Vorbild für andere Android-Hersteller zu sein

In den vergangenen Tagen ist das Thema aufgekommen, weil man mit diversen Apps nachprüfen kann, an welche der Standards sich die Hersteller halten. Google macht hier eine sehr schlechte Figur. Die bessere Figur macht tatsächlich wieder einmal Samsung. Camera2 und CameraX-Bibliotheken werden von Google zwar bereitgestellt, aber mit Google Pixel extrem lückenhaft angesprochen.

Google Pixel erneut im Hintertreffen: Samsung liefert lange Updates und hält sich an Standards

Mit diesen Schnittstellen sind Bokeh, HDR und ähnliche Funktionen als Erweiterungen für Drittanbieter-Apps bereitstellbar. Worauf Google wohl nicht so richtig Bock hat, obwohl man selbst seit Jahren immer wieder eng mit Snapchat für Extra-Features zusammenarbeitet. Samsung zeigt sich hier sehr vorbildlich und lässt ausgerechnet Google eher alt aussehen. Nicht zum ersten Mal.

Kameraqualität von diesen Funktionen abhängig

Durch diese Bibliotheken ist es theoretisch möglich, dass ein Foto aus der WhatsApp-Kamera genauso gut wie aus der originalen Kamera-App des Smartphones aussieht. Somit sind konsistente Leistungen bereitstellbar, von denen der Nutzer profitiert. Aber wir wissen nicht erst seit heute, dass das eher dürftig von den Herstellern und App-Entwicklern angenommen wird. Hier muss Google mit seiner Pixel-Reihe eigentlich besser aufgestellt sein.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Was ich an meinen Samsung a03 so traurig finde, ist das die Kamera um Welten schlechter als von meinem zte 510 ist.
    Aber gemessen an analogen filmen aus den 80ern ist das alles besser und ich danke der Technik .

  2. Ich kenne noch nicht den Grund, weshalb man „das Original“ Pixel kaufen sollte, wenn z.B. Samsung alles besser macht. Am Preis liegt es nicht.

    1. Dann hattest du noch kein Pixel. Samsunggerät sind wirklich super und treiben die Innovationen heute voran (früher war das LG, später Huawei, beide R.I.P.) und wenn man mit Samsung zurecht kommt gibt es keinen Grund jemals zu wechseln! Googles Pixel sind effektiv ja auch nur Samsunggeräte. SOC ist Samsung, Display ist von Samsung, Kameralinsen sind von Samsung. Selbst die Front sieht, gerade beim Pixel 6 pro aus wie ein Samsung Note 10+, S21 ultra oder s22 ultra. Die Rückseite, okay, die erinnert noch entfernt an Huaweis Nexus 6p.

      Ergo ist es Hardwareseitig fast egal ob man nun ein Pixel kauft oder ein Samsung, man bekommt Samsung und Samsung verdient an jedem Pixel ordentlich mit (übrigens auch an jedem iPhone weswegen Samsung egal ist ob ihr Team Pixel, team Apple oder Team Samsung seid, das ist einfach nur social Media Gehabe, dass den Unternehmen wirklich wumpe ist, wenn alle mitverdienen ;) ).

      Dennoch: Was Google allein durch Software und einigen Abstimmungen der Hardware aus den Teilen macht ist ein ziemlich anderes Nutzer-Erlebnis als das was Samsung anbietet. Klingt schei*e und hochgestochen, aber letztlich ist es runtergebrochen genau das: Software und ein eigenes „Pixel“ Erlebnis.

      Guckt euch eure samsunggeräte an. Alles ist voller Galaxy apps, die alle Google Apps kopieren, und ja, teilweise eben auch verbessern. Dafür gibt es dann aber auch alles doppelt, man muss Apps wie good lock installieren um wirklich alles rauszuholen und irgendwie hat man oft das Gefühl eben kein Android oder Googlegerät mehr in der Hand zu halten, sondern ein Googlegerät mit Samsung-Oberfläche und apps. Alles richtig gemacht also. Wenn man im Samsung Ökosystem lebt und mit doppelten Apps leben kann. Wie schon oben erwähnt, wenn ihr mit Samsung klar kommt gibt es kaum einen Grund zu wechseln.

      Der erste Moment in dem man zum Pixel wechselt ist auch tatsächlich ernüchternd. Es sind fast keine Apps installiert. Man kann kaum etwas einstellen, die Optik ist „vorgegeben“, auch wenn man zwischen 4 Farben wählen kann. Es gibt nur eine handvoll eigene Widgets. Alles ist auch weniger knallig, bunt und übersättigt als bei Samsung. Irgendwie erinnert das eher ans iPhone und widerspricht damit der Samsung Hardware die man in der Hand hält. Dazu passt der „sanfteste“ Vibrationsmotor neben dem iPhone, eigene Töne, die nicht nerven oder an einen Kinderkarneval in Korea erinnern (daran ist nichts falsch, ich mag es persönlich nur nicht ;) )auch die Animationen im UI erinnern sehr an die Übergänge und Animationen vom iPhone. Kurz würde ich sagen, dass sich das Pixel ein ganzes Stück erwachsener, mehr nach Business anfühlt als jedes Samsung oder Xiaomi. Einzig Motorola bietet ein ähnliches Nutzer-Erlebnis bei Android. Natürlich muss man damit leben, dass es sowas wie animierte Emojis oder Einstellungen am Homescreen, sowas wie good lock so gut wie nicht gibt.
      Achja und dann wären da natürlich noch die Pixel-Fotos. In jeder Blindverkostung von Smartphonefotos gewinnt die Pixeloptik bei Fotos von Menschen und Tieren (zb hat Google als erstes eine AI in die Software gebracht die Hauttöne korrekt darstellen kann – als einziges Gerät damals, Samsung hat nachgezogen). Da fast alle Fotos auch Menschen und Tiere beinhalten könnte man da einen Vorteil entdecken.

      Aber ja, Google macht diese „erwachsenen“ Entscheidungen oft selbst kaputt, wie zB mit nervigen Entscheidungen wie die schlechteren Antennen oder ein langsamer fingerprint Sensor zu verbauen. Ein rigid AMOLED im Pixel 6 und 6a helfen auf keinen Fall! Auch kommt es vor dass Google Funktionen zwischen den Generationen entfernt, wo bei Samsung immer mehr dazu kommt. Auch das führt natürlich zu einem aufgeräumteren Smartphone, aber eben nicht zu dem „megaultrarubdumerlebnis“ eines Samsung, bei dem man fast alles machen kann.

      Interessant ist, dass Google gerade jetzt wirklich viel von Samsungs Ökosystem abguckt und ja nun doch mit Tablet, watch, buds pro, etc. Um die Ecke kommt. Auch davon sicherlich viel mit Samsunghardware.

      Für mich „befruchten“ sich Unternehmen wie Google und Samsung gegenseitig. Nicht umsonst setzt Samsung nun doch auf Android Wear statt Tizen bei seinen Uhren.

      Das beste wäre anstatt andere Marken zu torpedieren einfach zu akzeptieren dass Google mit Samsung zusammen sehr passable Geräte auf den Markt bringt, die eigentlich nichts besser, aber fast alles anders machen als Samsung. Gleichzeitig arbeitet Samsung eng mit Google zusammen, hat sicherlich Freiräume bei der Gestaltung seiner Geräte, die vom Google Standard mehr abweichen dürfen als andere (siehe Samsung smartwatches vs Fossil watches).

      Zur Info: mein Bruder nutzt seit jeher das neuste Samsung, ich das neuste Pixel. Und ja, wir sehen beide die vor und Nachteile beider…eben nicht ohne Grund.

  3. Ist mir auch schon aufgefallen das auf dem Pixel 4a die Fotos aus Drittanbieterapps sehr bescheiden aussehen. Wir hier in Zukunft was kommen von Google?

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