Motorola haben wir schon seit einiger Zeit nicht mehr so richtig auf dem Schirm. Es ging bei dem Hersteller seit der Übernahme durch Lenovo immer steiler bergab. Motorola hat nicht nur die eigene Identität Stück für Stück abgebaut. Man hat auch die früher beliebten Geräteserien komplett verhunzt. Inzwischen herrscht ein regelrechter Ausverkauf der eigenen Smartphone-Marken, bei dem selbst Experten nicht mehr durchblicken.

Mit dem Moto G hatte Motorola einst eine komplett neue Klasse gegründet. Zum damaligen Zeitpunkt dachten wenige Hersteller daran, eine preislich attraktive Mittelklasse anzubieten. In den Jahren danach konnte der Hersteller, der eine Zeit lang zu Google gehörte, seine G-Serie immer weiter ausbauen und attraktiver gestalten. Doch in der jüngeren Vergangenheit zeichnete sich unter der Flagge von Lenovo ab, dass man jetzt wie ein typisch chinesischer Smartphone-Hersteller agiert. Viel hilft viel.

Motorola bläht Geräteserien auf: Ein Orden für den, der hier noch durchsieht

Damit ist nicht die Ausstattung der Geräte gemeint, sondern die Vielfalt an Modellen. Motorola hat in den ersten vier Monaten des Jahres einfach mal fünf neue G-Modelle an den Start gebracht. War früher schnell klar, was man mit dem Moto G bekommt, muss man heute stundenlang recherchieren und Modelle vergleichen. Immerhin ist die Staffelung der Bezeichnung halbwegs eindeutig, was man mit Blick auf die Moto E-Reihe nicht behaupten kann:

Das sieht auf der Motorola-Webseite dann wie folgt aus: Moto E6, E6i, E6S, E7, E7 Power und E7i Power. IST DAS EUER ERNST? Richtig bekloppt wird es dann, wenn man versucht, die Modelle voneinander zu unterscheiden. Selbst bei der G-Reihe, die den Namen nach einen logischen und gestaffelten Aufbau verspricht, ist mit Blick auf die Details eigentlich nichts mehr nachvollziehbar.

Ein Blick auf die Prozessoren bringt bei mir jedenfalls unfassbar viele Fragezeichen hervor. Da hat zum Beispiel das brandneue G50 einen neueren Prozessor aus der Baureihe wie das G10. Das macht Sinn. Das mittlere G30 hat hingegen einen Chip aus einer höheren Klasse als das G50, der aber aufgrund seines Alters die schlechtere Wahl darstellt. Und wer zur Hölle ist UNISOC?

  • Moto G10: Snapdragon 460
  • Moto G20: UNISOC T700
  • Moto G30: Snapdragon 662
  • Moto G50: Snapdragon 480

Sorry Leute, da bin ich dann raus.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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7 Kommentare

  1. Die Entwicklung von Motorola betrachtet ich als langjähriger Fan und Nutzer der Geräte ebenso mit Sorge. :/
    Für mich ist es mit den neuen Geräte-Reihen de facto unmöglich geworden ein Handy zu finden das meinen Vorstellungen entspricht. Was früher überhaupt kein Problem war, ist mittlerweile ein Graus. Waren die Spezifikationen früher solide und geordnet, blickt heute kein Mensch mehr durch.
    Das schlimmste ist jedoch, dass ich kaum mehr Alternativen in der unteren Mittelklasse habe, möchte ich eben kein Handy der asiatischen Platzhirsche. Ursprünglich hatte ich vor einiger Zeit mal an das Google Pixel 3a gedacht, aber gebraucht will ich nicht und neu ist es zu teuer. 🤷‍♂️

  2. Danny, du sprichst mir aus der Seele. Das gleiche, was du schon bei Xiaomi feststellst, ist auch bei Motorola eingekehrt. Bei Samsung ist es ja aber auch schon ewig so, zumindest in der Einstiegs- und Mittelklasse. 100e Modelle mit kaum Unterscheidungsmerkmalen – bei einem passt Prozessor nicht, beim anderen die Kamera oder Speichergröße, oder Gehäuse größe oder Stereo oder Monolautsprächer, mit NFC oder ohne… es nervt. Ich habe mich dann für ein Google Pixel entschieden: vielleicht in der Klasse etwas teurer, dafür gute Kamera, NFC, 6 GB RAM, ansprechender Prozessor, sämtliche Sensoren, regelmäßige Updates und es läuft GrapheneOS drauf. Alles Sachen, die bei den Chinamarken im Paket nicht zu bekommen sind.

  3. Ihr habt Sorgen… Lasst die doch, wer zwingt euch deren Schrott zu kaufen? Einfach ignorieren und der Tag ist schön.

  4. Deshalb lautet die Devise: Klotzen statt kleckern. Einfach immer das Flaggschiff kaufen.
    Da ist dann das Beste von allem drin. Mittelklasse!? Pah!

  5. Schließe mich dem Artikel und dem Kommentar von Florian komplett an.

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