In den ersten Märkten will Xiaomi teurer werden, außerdem klopft der Konzern das Interesse der eigenen Käufer ab. Xiaomi will mehr Premium.

Xiaomi galt viele Jahre als einer der Smartphone-Hersteller aus China, die immer den möglichst tiefsten Preispunkt bedienen wollen. Das hatte man über verschiedene Wege geschafft. Einerseits beteuert der Konzern eine nur kleine Marge von maximal 5 % einzuplanen, außerdem gab es immer wieder Kompromisse bei der technischen Ausstattung. Nach und nach verändert sich Xiaomi insgesamt, also verändern sich auch die Preise.

Es gibt zwar weiterhin viele sehr günstige Geräte, doch im Bereich der Highend-Smartphones und oberen Mittelklasse macht Xiaomi kaum noch einen Unterschied zur Konkurrenz. Wer bei den Chinesen teurer kaufen will, kommt inzwischen kaum noch günstiger als bei der Konkurrenz. Und in Zukunft will Xiaomi wohl in neue Preiskategorien aufsteigen und klopft deshalb schon mal bei den eigenen Fans ab, ob das eigentlich eine gute Idee sein könnte.

Das Mi Mix Alpha kostet in China rund 2.600 Euro und ist nicht nur deshalb einmalig:

Lei Jun ist seines Zeichens einer der Xiaomi-Gründer und Chef des Konzerns, der jetzt mal wieder etwas hat blicken lassen. Im chinesischen Weibo fragte Lei Jun seine Follower, ob sie 10.000 Yuan für ein Xiaomi-Smartphone bezahlen würden. Umgerechnet wären das rund 1.300 Euro. Mit Steuern und anderen Kosten hierzulande wahrscheinlich eher mehr als 1.500 Euro. Für diese auffällige Frage sind wohl handfeste Hintergründe gegeben.

Billig ist Trumpf: So überrennt Xiaomi ganze Smartphone-Märkte

Fold und Mix: Anfang vom Ende des Billig-Images?

Einerseits hat Xiaomi ein Foldable-Smartphone geplant, zu welchem zuletzt mal wieder neue Details auftauchten. Und auch ein Mi Mix 4 war aufgetaucht, das nach dem Mi Mix Alpha eigentlich nur spektakulär werden könnte. Das sind Geräte, die einen potenziell sehr hohen Preis kosten müssen, damit deren grundlegende Kosten überhaupt gedeckt sind. Außerdem kündigte Xiaomi auch für Billigmärkte an, Geräte für höhere Preise anpeilen zu wollen.

Schlussendlich könnte das ein Weg sein, das Billig-Image nach und nach abzuwerfen. Grundsätzlich erinnert dieser Werdegang ein wenig an OnePlus, auch wenn die Oppo-Schwester ein viel kleinerer Laden ist. Xiaomi ist gerade in die Top 3 aufgestiegen und plant langfristig weiter zu klettern. Ganz oben möchte man sich natürlich eher als Premium-Marke präsentieren.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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1 Kommentar

  1. Ich glaube, der Absatz hierzulande ist für Luxus-Boliden eher gering, denn wer aus Prestige-Gründen ein sehr teures Smartphone kauft, nimmt eher ein iPhone, seltener ein Galaxy S Ultra und bezahlt den hohen Preis. Xiaomi könnte dann wohl nur auf einen guten Absatz hoffen, wenn für den Preis etwas Außergewöhnliches und Wiedererkennbares geboten wird. Das Alpha hätte dazugehört, aber für einen Preis jenseits von 2000 € ist der Mehrwert der Auffälligkeit ohne wirklichen praktischen Nutzen dochg zu gering. Das würden dann lediglich Einzelstücke bleiben. Das randlose Design der Mix-Serie hat mittlerweile fast jeder Hersteller bei einzelnen Geräten erreicht, die Einzigartigkeit der ersten Modelle ist verflogen.

    Da Xiaomi (wie früher mal z.B. HTC und Nokia) als Innovator bekannt ist, weiß man nicht, was sich die Firma einfallen lässt, um hier wieder zu punkten. Deshalb kann durchaus ein Modell kommen, was einen wirklichen Mehrwert und ein außergewöhnliches Design mitbringt und damit Kunden anzieht. Zuzutrauen wäre es, und dann würde sicher auch von einigen Kunden der Preis bezahlt. Ins Blaue hinein lässt sich so etwas nicht beantworten.

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