Nachdem es bereits einige Gerüchte zu diesem Thema gab und sich LG mehr oder weniger erfolgreich gegen zu frühe Meldungen gewehrt hatte, ist das Smartphone Business von LG jetzt wirklich am Ende. Intern hat sich der Konzern dafür entschieden, alle Aktivitäten im Smartphone-Sektor einzustellen. Anders als etwa bei HTC ist das Ende von LG Mobile jedenfalls konsequent umgesetzt.

Wobei LG in vielen anderen Geschäftsfeldern auch wesentlich besser aufgestellt ist. LG war nie einer der „großen Smartphone-Hersteller“ und ging im Schatten von Samsung regelrecht unter. Beide Marken kommen aus Südkorea. Zuletzt gab es von LG den Hauch eines Umschwungs mit dem „Velvet“ im vergangenen Jahr. Man wollte wie Google mit niedrigeren Preisen mehr Leute ansprechen. Das hat nicht funktioniert.

Rollable, Flex, Wing, Leder, Nexus

In 2021 gab es mit dem LG Wing und dem Rollable nur zwei verrückte Konzept-Phones. Dafür war auch LG auch früher schon hinlänglich bekannt. Man gehörte zu den ersten Unternehmen mit flexiblen OLED-Displays, wodurch das gebogene LG Flex möglich war (Titelbild). Wir erinnern uns auch an die G-Reihe zurück, die einmal Basis für ein Google Nexus gewesen ist und etwas später mit einer Lederrückseite daherkam.

LG konnte immer wieder auffallen, nur leider selten wirklich überzeugen. Jedenfalls ist LG Mobile jetzt offiziell ein vergangener Teil der noch jungen Smartphone-Geschichte. Der Kauf noch verfügbarer Smartphone-Modelle sollte von Kunden nicht mehr Erwägung gezogen werden – außer bei richtig krassen Tiefpreisen. LG spricht von einem Support und von Software-Updates „für eine bestimmte Zeit“, ohne dazu Details zu erwähnen.

„Die Abwicklung des Mobilfunkgeschäfts wird voraussichtlich bis zum 31. Juli abgeschlossen sein, obwohl das Inventar einiger bestehender Modelle danach möglicherweise noch verfügbar ist.“

„LG wird Kunden für bestehende mobile Produkte für einen Zeitraum, der je nach Region unterschiedlich sein wird, Service-Support und Software-Updates anbieten.“

LG verspricht Updates im Nachhinein

Ein paar Tage nach Verkündung des Ausstiegs gab es von LG ein Versprechen auf Updates. Allerdings hat man sich diverse Hintertürchen gelassen. Außerdem war nur von den Premiummodellen seit 2019 die Rede. Mehr dazu könnt ihr in einem gesonderten Beitrag nachlesen, den wir hierzu veröffentlicht haben.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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5 Kommentare

  1. Schade drum, aber klar, dass nur ein Hersteller aus Südkorea langfristig überleben kann, ohne dass man sich gegenseitig zu sehr kopiert.
    Das LG G2 war ein tolles Telefon im richtigen Formfaktor, nur damals schon ziemlich billig verarbeitet. Danach hat man mit dem G5 zB zu sehr experimentiert, um die Masse anzusprechen. Das Velvet wiederum fühlte sich in meinen Händen auch billig an, hätte es sonst gern genommen.
    Da der Smartphonemarkt nun eh gesättigt ist und jedes Telefon gleich aussieht: warum nicht unnötigen Ballast abwerfen? Richtige Entscheidung.

    1. Tja, diejenigen die nun aber ein aktuelles Smartphone von LG haben (zB das Velvet) kriegen keine Updates mehr :/

      1. Das stimmt doch nicht. LG will alle bereits geplanten Updates (siehe Roadmaps) noch veröffentlichen und darüberhinaus für gewisse Modelle auch noch Android 12. Da haben die aktuellsten (V60, Wing und Velvet) ja die besten Chancen.

  2. Die Software Pflege war schon immer das Stiefkind von LG. Was man den Käufern hier in Europa zumutet, grenzt schon an Verarsche.
    Die einzigen, die regelmäßig mit Updates versorgt wurden/werden sind die Asiaten selbst und die Südamerikaner.
    Meine einmalige Begegnung mit LG wurde vor 3 Jahren nach 2 Monate ärgern sofort wieder beendet.
    Nicht nur ich weine dieser Marke keine Träne nach.

  3. Ich habe die Nachrichten gelesen als ich kurz davor war mir das Velvet zu zu legen, total durch Zufall. Ich verstehe nicht warum die nicht konkreter sagen wie lange sie den software support aufrecht erhalten wollen, ohne die Information kauft doch keiner mehr die Rest Geräte. Jetzt muss ich mich nochmal von vorne dem quälenden Prozess des Samrtphone-Abwägen aussetzen. Wenn der Preis sehr stark runter gehen sollte, dann lohnt es sich vielleicht wieder doch, besonders wenn das die Custom Rom Leute anfeuert. Mal beobachten..

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