Ein nicht unbedingt vorhersehbares Embargo seitens der US-Regierung hatte Huawei im vergangenen Jahr schwer getroffen. Nach jetzt über 9 Monaten ist klar, dass es für die Google-Dienste wie den Play Store gute Alternativen aus eigener Hand benötigt. Aber das gilt nicht für Huawei alleine. Auch andere chinesische Hersteller könnten irgendwann ins Visier der US-Regierung geraten. Und im schlimmsten Fall ein vergleichbares Verbot erhalten, mit Google zusammenarbeiten zu dürfen. Ein schwerer Schlag. Weil Googles Internetdienste für Android-Smartphones nahezu überall auf der Welt unerlässlich sind.

Update vom 08.02.2020: Xiaomi hat sich nach dem Bericht geäußert. Huawei ist wohl für diese Allianz aktuell noch kein Thema, außerdem will man nicht mit dem Google Play Store konkurrieren. Von uns gibt es dazu eine Einordnung.

Alternative zu Play Store: Das sagt Xiaomi – Huawei ist wohl raus

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App-Store für große Android-Hersteller

Das tut weniger weh, wenn die betroffenen Hersteller ihre Ressourcen bündeln und ein alternatives Gegenangebot für ihre Kunden aufstellen. Reuters schreibt in einem Bericht, dass genau das der Masterplan mehrerer chinesischer Smartphone-Hersteller sei. Mit von der Partie ist Huawei, doch auch Xiaomi, Oppo / Realme und Vivo sollen bereits mitmischen. Oder kurz gesagt: Fünf der neun größten Android-OEMs bauen eine Art eigenen App-Store auf.

In erster Linie soll es keinen gemeinschaftlichen App-Store geben. Sondern viel mehr einen vereinheitlichten Weg für App-Entwickler, um in allen App-Stores das eigene Angebot realisieren zu können. Natürlich können selbst größere App-Entwickler nicht mal eben drei oder vier App-Stores gleichzeitig bedienen und pflegen. Hierfür soll es die neue Lösung geben. Reuters beschreibt das als „eine Plattform für Entwickler außerhalb Chinas, um Apps gleichzeitig in alle App Stores hochzuladen.“

Google bekommt mehr Druck

Somit schaffen sich die Hersteller nicht nur eine eigene Alternative zum Play Store, sondern machen diese auch noch für App-Entwickler attraktiver. Gegründet hat man dafür die „Global Developer Service Alliance“. Nicht nur dafür arbeiten Xiaomi, Vivo und Oppo zuletzt enger miteinander zusammen. Interessant zu sehen, wie sich der chinesische Markt für den globalen Handel eigene Plattformen schafft.

„Die GDSA-Plattform bietet einheitlichen Zugriff auf die Stores mehrerer Mobiltelefonhersteller. Entwickler können Anwendungen (einschließlich kostenlos zu installierender Android-Anwendungen, Spiele, Musik, Filme, Bücher, Magazine oder andere digitale Inhalte oder Dienste über die Registrierungsplattform) einreichen, die mit den App-Stores mehrerer Handyhersteller synchronisiert werden.“

Stellt euch mal vor hier mischt auch irgendwann Samsung mit.

via Reuters

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.