Der Markt der tragbaren Technik erlebt eine kleine Renaissance. Während sich Kopfhörer über die letzten Jahre stark entwickelt haben, wenden sich die Hersteller einem mehr oder weniger neuen Bereich zu: den Brillen. Apple wird nachgesagt, dieses oder nächstes Jahr eine AR-Brille einzuführen, sogar Google belebt irgendwie das längst beerdigt geglaubte Glasses-Projekt wieder und Xiaomi werkelt sowieso immer wieder an ungewöhnlichen Konzepten.

Kamera mit 5x-Zoom

Jetzt steht der chinesische Technikkonzern aber endlich mal wieder davor, ein Produkt von der Tüftel-Werkstatt in den Handel zu bringen, wenn auch – wie so oft – nur in China. Xiaomi erinnert mit der Mijia Glasses Camera ein wenig an die Snapchat Spectacles, die ebenfalls aufs Fotografieren getrimmt waren. Technisch ist Xiaomi der Social-Media-Brille aber weit voraus. Sogar zwei verschiedene Kameras sind verbaut: Ein 50-MP-Hauptsensor mit Weitwinkel und ein 8-MP-Sensor mit Periskop-Linse, der verlustfrei eine fünffache Vergrößerung ermöglichen soll.

Xiaomi Mijia Camera Glasses Banner
Bild: Xiaomi

Zehn Sekunden Aufnahme-Puffer

Wer sich von Menschen, die eine solche Brille vor den Augen haben, beobachtet fühlen sollte, tut nicht ganz unrecht. Weil man vielleicht nicht immer schnell genug den Finger am Auslöser hat, speichert die Kamera offenbar die letzten zehn Sekunden zwischen. Immerhin zeigt eine LED-Leuchte an, wenn eine Aufnahme gemacht wird.

Die Fotos werden per entsprechender App ans Smartphone übertragen, doch funktioniert die Brille wohl auch autark ganz gut. Dafür sind ein Qualcomm-Snapdragon-SoC, 3 GB RAM, 32 GB Speicher, ein Akku mit 1.020 mAh, Bluetooth 5.0 und Wi-Fi an Bord. Die Brille bringt rund 100 Gramm auf die Waage.

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Bild: Xiaomi

Recht beschränkte AR-Features

Neben der Sache mit den Kameras fungiert die Mijia Glasses Camera allerdings auch als „normale“ AR-Brille. Dafür ist ein Micro-OLED-Bildschirm von Sony eingebaut. Der Funktionsumfang ist allerdings relativ beschränkt. Es gibt wohl die Möglichkeit zur Echtzeit-Übersetzung zwischen Englisch und Chinesisch und in Umgebungen wie bestimmten botanischen Gärten oder Zoos kann man sich führen lassen. Weitere Features sollen per OTA-Update hinzugefügt werden.

Auch wenn Xiaomi ein Crowdfunding zur Finanzierung des Produkts sicherlich nicht nötig hat, in einem bestimmten Zeitraum können Kunden in China die Brille zu einem vergünstigten Preis von 2.499 Yuan (ca. 360 Euro) vorbestellen. Später soll sie für 2.699 Yuan (ca. 390 Euro) im Handel erhältlich sein.

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Jonathan Kemper

Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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