Klingt einfach logisch: Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass immer mehr Menschen online bestellen und dadurch deutlich mehr Pakete verschickt werden. Dass das nicht einfach nur eine Behauptung ohne Grundlage ist, beweist der aktuelle Paketmarktbericht der Bundesnetzagentur.

Jährlich veröffentlicht die Bonner Behörde einen Überblick über die Entwicklungen im Postwesen. Das neuste Papier fasst zusammen, was 2020 so passiert ist und gibt einen Ausblick auf 2021 – 100-prozentig verlässliche Zahlen können die Marktbeobachter also noch nicht liefern. Trotzdem ist ein eindeutiger Trend abzulesen.

Quelle: Paketmarktbericht 2021/Bundesnetzagentur

So sei mit 3,7 Milliarden verschickten Paketen 2020 ein Plus von gut 20 Prozent zu verzeichnen, der Umsatz ist sogar um gut 28 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro gestiegen. Für 2021 rechnet die Bundesnetzagentur mit einem „kräftigen Umsatzplus von rund 13 Prozent“.

Insgesamt sechs Wettbewerber machen 98 Prozent des Paketmarktes aus, nämlich Amazon, DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS. Doch nur einer kann sich von den anderen bemerkenswert absetzen. Mehr als 40 Prozent entfallen auf DHL, während die anderen fünf rund 5 bis 15 Prozent Marktanteil vorweisen können.

Aus den dargestellten Marktanteilen und Konzentrationsindizes lässt sich ableiten, dass der Aufbau eigener Zustellstrukturen durch Amazon tendenziell zu mehr Wettbewerb im Paketmarkt geführt hat. Dabei bleibt die starke Marktstellung der DP DHL zunächst jedoch bestehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Tendenz auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.

Laut des Paketmarktberichts 2021 könnte Amazon DHL tatsächlich die führende Position streitig machen, wenn der US-Riese das Wachstum beibehält. „Ob und inwieweit dies der Fall sein wird, dürfte entscheidend davon abhängen, wie groß die Sendungsmengen sein werden die Amazon als Kunde der DP DHL zukünftig über deren Zustellnetz abwickelt“, so die Autoren.

Die Beliebtheit des Onlinehandels wird auch in den nächsten Jahren sicherlich nicht abnehmen, auch wenn der Anstieg der Sendungszahl vielleicht nicht mehr so stark sein wird. Seit Amazon 2017 auch als Zusteller tätig geworden ist, habe dies den Markt belebt, DHL bis jetzt jedoch nicht wesentlich geschwächt.

Denkbar wäre für die Bundesnetzagentur auch, dass weitere Unternehmen hierzulande aktiv werden und nennt dabei konkret den chinesischen Konzern Alibaba, dessen Tochterunternehmen Cainiao bereits ein Umschlagzentrum im belgischen Lüttich betreiben würde.

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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2 Kommentare

  1. Ich denke das kommt eher drauf an, ob Amazon das überhaupt will. Ich finde es schon beeindruckend wie schnell z.B. Retouren bei Amazon abgewickelt werden. DHL liefert ja nun nicht unbedingt langsam, aber bei Amazon, obwohl da Paket über DHL abgegeben, läuft das nochmal locker doppelt so schnell. DHL hätte noch nicht einmal geliefert, da habe ich von Amazon schon mein Geld zurück. Irre! Neulich Freitag Abend gg. 21 Uhr bestellt, Samstag gg. 16 Uhr kam es an. Und ich wohne in keiner Großstadt. Deswegen, wenn die wollen, reißen sie alles ab.

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