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Google Pixel 2 XL im Test

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Google Pixel 2 XL Header

Google hat die Nexus-Serie beerdigt und ging vor wenigen Monaten mit der Pixel-Serie in die zweite Generation, wir haben jetzt das größere Google Pixel 2 XL testen können. Google bietet mit Android zwar das Betriebssystem für nahezu alle gut und schlecht laufenden Smartphone-Hersteller, doch bis zur neuen und nun fast gänzlich überzeugenden Pixel-Serie mussten viele Jahre vergehen. Mit den Nexus-Geräten hatte man sich über viele Jahr hinweg erst selbst finden müssen, konnte zuletzt trotz hoher Preise nicht mit den Flaggschiff-Smartphones von Samsung und Co mithalten.

Während die erste Pixel-Generation noch wie ein Schnellschuss wirkte, der deshalb nicht komplett durchdacht sein konnte, hat man mit dem zweiten Pixel weitere spürbare Fortschritte gemacht. Trotzdem gibt es noch den ein oder anderen Mangel, welcher mit der dritten Generation in 2018 beseitigt werden muss. Wir durften uns nun also das Google Pixel 2 XL angucken, welches zusammen mit LG gebaut wurde. LG? Ein langjähriger Partner von Google, dem nun seit geraumer Zeit bei den eigenen Android-Smartphones nur noch selten etwas gelingt.

Pixel 2 XL: Von außen hui und und auch ein bisschen pfui

Mit dem XL-Modell hat Google in diesem Jahr auf die neuen Standards gesetzt, das Display basiert auf OLED Technologie von LG, hat runde Ecken und ist im 18:9 Format. Gescheitert ist man eher bei der Gestaltung des Gehäuses, zumindest ist dieses nicht sonderlich kompakt. Die Displayränder wirken zwar modern, sind aber dann doch ziemlich breit und nicht ganz auf dem Stand der Technik. Immerhin bekommt der Nutzer dafür zwei Frontlautsprecher, was eine wahre Seltenheit selbst in der höchsten Preisklasse ist.

Google Pixel 2 XL Test Displayränder

Gemischte Gefühle auch beim restlichen Gehäuse, das von hinten betrachtet einen einzigartigen Look bieten kann und auch verdammt hochwertig in der Hand liegt, im Vergleich zu vielen anderen Smartphones aber sehr schwer und klobig wirkt. Das eher matte Metall fühlt sich toll an, der obere Teil der Rückseite aus Glas bringt einen außergewöhnlichen Look mit, doch das gesamte Gerät fühlt sich einfach monströs an. (ich bin 1,76 Meter, habe deshalb entsprechend kleine Hände) Und obwohl wir das Gerät sehr lange testen dürfen, konnte es deshalb kein Daily Driver werden. Schade.

Und da ich – wie eben angesprochen – eher kleine Hände habe, ist die Positionierung des Power-Buttons für mich ein sehr krasser Usability-Fail. Selbst wenn alle Tasten eines Smartphones an der selben Gehäuseseite sind, liegt der Power-Button normalerweise immer unterhalb der Lautstärkewippe bzw. sehr mittig am Gerät. Nicht so beim Pixel 2 XL. Ich kann mich auch nach längerer Nutzung nicht daran gewöhnen, drücke häufiger „Lautstärke lauter“ anstelle des Power-Buttons. Die weit oben liegende Position ist für mich nicht intuitiv.

Pixel 2 XL: Und sonst gibt es keine Schwächen?

Das ist jetzt hier nicht unbedingt der erste Testbericht zu diesem Smartphone, vermutlich werden die meisten Leser sich mit diesem Gerät schon beschäftigt haben. Daher und auch aus anderen Gründen kann ich viele Punkte stark verkürzen. Google hat in erster Linie ein Android-Smartphone gebaut, das mit einer überragend guten Kamera überzeugen kann, einen sehr guten Sound bietet und eine sehr konstante sowie hohe Systemleistung an den Tag legt. Und nicht nur das, Google garantiert Android-Updates für satte drei Jahre!

Die einzige Schwäche, mal abgesehen vom Power-Button, ist nach meiner Auffassung das Display. Zumindest teilweise. Es kann zwar in fast allen Punkten durchaus überzeugen, hat aber den „Blue shift“ des Todes. Es ist der gleiche Mangel, der uns auch beim LG V30 (siehe Testbericht) über den Weg läuft. Selbst nach längerer Nutzungs stets sichtbar, für mich immer ein kleiner Störfaktor. Über die eher professionelle Displaykalibrierung bzgl. der Farben kann man nun viel meckern, daran habe ich mich schnell gewöhnt und empfinde andere Geräte nun meist als übersättigt.

Google Pixel 2 XL Test

Hey Google, und sonst so?

Die Kamera hatte ich nur kurz erwähnt, obwohl sie eigentlich mehr Beachtung verdient hat. Google liefert eine der besten Smartphone-Kameras mit, insbesondere der errechnete Portraitmodus ist immer wieder beeindruckend. Google zeigt, dass eine Dualkamera nicht zwingend dafür nötig ist. Zudem ist die Kamera-App simpel aufgebaut und sehr schnell zu bedienen, damit machen Fotos einfach Spaß. AR-Sticker sind inzwischen auch möglich, ist aber nur eine nette Spielerei. Und in der neuen Motion-Funktion (Mini-Video zum geschossenen Foto) sehe ich gar keinen Sinn, man musste wohl einfach nur Apple unbedingt kopieren.

Google Pixel 2 XL Portrait Beispiel

Portrait aus vs Portrait an

Google Pixel 2 XL Portrait Beispiel

Portrait aus vs Portrait an

Android selbst hat auf diesen Geräten inzwischen einen gewissen Pixel-Charme, mit einer optisch leichten Anpassung und diversen eigenen Funktionen. Dazu zählt zum Beispiel der exklusive Pixel-Launcher, wie auch die mit einem druckempfindlichen Gehäuserahmen gekoppelte Option den Google Assistant zu starten. Edge Sense bzw. Active Edge, stammt von HTC und ist auch im Pixel 2 XL zu finden. Finde ich semi-gut, zu oft löste ich die Geste versehentlich aus, bei niedrigerer Empfindlichkeit ist der gewollte Start aber umso schwerer.

Google Pixel 2 XL Test

Fazit, Pro & Contra: Wenn doch nur der Preis nicht wäre

Ich muss sagen, ich hätte lieber das kleinere Google Pixel 2 getestet. Für mich ist das Pixel 2 XL einfach zu groß und klobig, das dürften andere Nutzer mit meiner Körpergröße nachvollziehen können. Von der vielen Kritik am Display ist unterm Strich auch nur der blaue Schimmer geblieben, der bei neueren Geräte wohl nicht mehr unbedingt vorhanden sein soll. So liefert Google also ein wahrlich hervorragendes Smartphone ab, das über drei Jahre hinweg die neuste Software bekommt und für Fotofreunde die beste Wahl scheint. Natürlich steckt das alles im Preis, dennoch sind die mindestens 939 Euro (Aktionen ausgenommen) ein dickes Ding.

Pro:

  • Update-Garantie für 3 Jahre
  • Kamera der Extraklasse
  • Systemleistung der Extraklasse
  • Sound der Extraklasse
  • Gehäuse ist hochwertig und mit hübscher Rückseite
  • Akkuleistung ist top, für mich sind zwei Tage drin
  • Fingerabdrucksensor schnell und akkurat
  • Daten des alten Smartphones können komplett per Kabel übertragen werden

Contra:

  • Schwer und klobig
  • Displayränder zu fett
  • Position des Power-Buttons
  • Blue Shift des Displays

11 Kommentare
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11 Comments

  1. Dirk Elliger

    17. Januar 2018 at 12:19

    Nachteil für mich wäre noch, dass es kein Dual SIM gibt, nicht mal als Import. Spätestens als Import bekommt man da auch andere Flagschiffe wenn sie es in D nicht anbieten. das ist schwach, da hilft auch kein eSIM.

    • Denny Fischer

      17. Januar 2018 at 20:31

      Stimmt, Dual-SIM könnte langsam mal Standard werden. Aber da haben die Provider noch zu viel Macht.

  2. Thor Sten

    17. Januar 2018 at 15:50

    Für mich ist der viel zu hohe Preis für das Pixel 2XL der entscheidende Grund es nicht zu kaufen.

    • Denny Fischer

      17. Januar 2018 at 20:31

      Üblicher Flaggschiff-Preis eben, der natürlich weh tun kann.

    • Thor Sten

      17. Januar 2018 at 21:07

      Ja, nur leider ohne Display das diesen Preis auch nur ansatzweise rechtfertigen würde.

    • Denny Fischer

      18. Januar 2018 at 09:06

      Jain. Am Ende bleibt für mich nur hängen, dass es den blauen Schimmer aufweist. Und wer ein neueres Gerät ohne erwischt, hat ein verdammt gutes Smartphone.

    • Thor Sten

      18. Januar 2018 at 10:35

      1000,- Euro für ein Displayglückspiel ist einfach nicht akzeptabel.
      Ein Smartphone in dieser Preisklasse darf so gravierende Mängel einfach nicht aufweisen.
      Aber ich gebe dir recht, an sich ist das Pixel 2XL ein tolles Smartphone. Wenn der Preis und das Displayglückspiel nicht wären würde ich mir auch eines kaufen. So ist das für mich aber den Preis einfach nicht wert.

    • Denny Fischer

      20. Januar 2018 at 15:59

      Jop, das mit dem Display ist für Käufer schon nicht toll

    • hans

      18. Januar 2018 at 17:07

      ich weiss nicht was passiert ist das man diesen unverschämt absurden hohen Flaggschiffpreis rechtfertigen kann. früher waren 649 -699 Euro der Preis. dank Apple und den Lemmingen die man als Kunden bezeichnet denkt jz jeder Hersteller das er übertreiben muss. wo soll das enden? iwann kauf ich mir kein Smartphone mehr gebe jz schon maximal nur 500 Euro aus weil es definitiv reicht und keine Unterschiede ausmacht in der normalen Nutzung.

    • Denny Fischer

      18. Januar 2018 at 18:35

      Dürft ja auch dem allgemeinen Wertverfall des Geldes geschuldet sein, der eigentlich bei sämtlichen Produkte stattfindet.

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