Google hat nach einer Pause endlich wieder ein neues a-Modell am Start. Unser Test soll euch verraten, wie sich das Google Pixel 6a im Alltag schlägt.

Vorab muss ich sagen, dass ich durchaus ein Google-Fan bin. Ich finde nicht alles gut, aber mag die Pixel-Reihe schon seit ein paar Jahren sehr. Ein paar wenige fragwürdige Entscheidungen werden in der Regel davon übertrumpft, dass man bei einem Pixel-Smartphone sehr gut weiß, was einen erwartet. Diese Strategie kann man auch beim Pixel 6a sehr gut sehen.

Google überzeugt nicht mit großen Zahlen

Zu den negativen Punkten zuerst: Ich hätte mich schon über ein schnelleres 90 Hz Display gefreut. Ist man das einmal gewohnt, sind die 60 Hz des Pixel 6a kein Genuss. Aber natürlich trotzdem für die allermeisten Leute ausreichend. Das ansonsten sehr gute OLED-Display hätte auch ruhig etwas heller sein dürften, wie man im Sommer durchaus mal bemerken kann.

Beim Preispunkt von 459 Euro hätte sich auch keiner über Wireless Charging beschwert. Von mir aus nur mit 5 oder 10 Watt. Ist allerdings trotzdem nicht dabei. Das schnelle Laden per Kabel ist mit 18 Watt außerdem andere als tatsächlich schnell. Da bieten andere sogar in niedrigeren Preisklassen deutlich mehr.

Was mir noch beim Gerät vor Marktstart aufgefallen war, ist das nicht so reibungslose Wechseln der WLAN-Spots. Gerade in einer größeren Wohnung mit mehreren WLAN-Punkten hat das Pixel 6a oft genug nicht auf den WLAN-Punkt gewechselt, der näher ist und einen besseren Empfang bietet. Ein Patch kann das bestimmt lösen.

Kamera: Uralt, nur 12 Megapixel und trotzdem gut?

Was auch typisch für Google ist, ist die Kamera-Hardware. Man verbaut hier Kamerasensoren aus längst vergangener Zeit. Das ist aber nicht schlecht. Die 12 MP Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung kann typisch Pixel Kamera im Alltag in nahezu jeder Situation überzeugen. Wir bekommen gute Fotos geliefert, die meistens sehr natürlich wirken und nie verwackelt sind.

Es gibt eine gute Nachtsicht und einen vernünftigen Porträtmodus. Ansonsten überlagert uns die Kamera-App nicht gerade mit einer Vielfalt an Funktionen. Da sind andere Smartphones wesentlich vollgestopfter, aber halt im Endergebnis nicht halb so gut. Man kann es kurz machen: Ihr bekommt eine Google Kamera, wie man sie seit Jahren kennt und liebt.

Es gibt leider nicht die Langzeitbelichtung der teureren Modelle. Dafür ist der magische Radierer dabei, der erweitert wurde. „Verbergen“ nennt sich das neue Feature. Es kann Farben von ausgewählten Objekten an den Rest des Bildes anpassen. Das hat echt gut funktioniert.

Optisch und technisch wie die großen Brüder?

Ein Vorteil des Pixel 6a ist das kleine Display mit nur 6,1 Zoll. Damit liegt das insgesamt kompakte Smartphone viel besser in der Hand. Es ist außerdem recht leicht. Hinten gibt es Plastik statt Glas, aber das ist kein großer Nachteil. Tatsächlich fasst sich das Pixel 6a dadurch natürlich immer etwas wärmer an.

Google Tensor ist hier ohne Kompromisse integriert und das ist okay. 6 GB RAM sind natürlich weniger als 8 oder 12, aber in meinen Augen ausreichend für den Alltag. Das Pixel 6a wirkt weitestgehend so flott wie die großen Brüder, reißt aber keine Bäume aus. Was leider auch etwas für den 4410 mAh Akku gilt.

Ich hätte aufgrund des Displays schon irgendwie mit deutlich mehr Akkulaufzeit gerechnet. Aber das Pixel 6a hält so lange wie die großen Brüder. Das ist in Ordnung, aber bekanntermaßen nicht gerade rekorverdächtig. Man kommt schon durch den Tag, auch wenn dieser mal etwas länger ist.

An anderen Punkten ist das Pixel 6a etwas weniger gut als Pixel 6 und Pixel 6 Pro. Die zwei Lautsprecher sind nicht so satt, die Vibrationseinheit ist nicht so fein, das Display nicht so hell. Dafür ist die Verarbeitung wirklich gut, die Tasten sind sehr knackig und der Fingerabdrucksensor im Display wirkt einen Hauch flotter.

Einer der Vorteile beim Design ist die kaum noch überstehende Kameraleiste:

Es gibt eine fünfjährige Garantie auf „Pixel Updates“, wobei neue Android-Versionen nur für drei Jahre zu erwarten sind. Das nicht einmalig, dennoch herausragend. Jedenfalls in der Android-Welt. Außerdem sind coole Feature wie der erwähnte magische Radierer integriert, die Live-Übersetzung in Chat-Apps, der Call Screen, die Rekorder-App mit Live-Transkript, Assistant Voice Typing und vieles mehr. Das volle Google-Paket eben.

Fazit: Das ist Google und das ist gut so

Sicherlich hätte man hier und da etwas bessere Hardware verbauen dürfen oder den Preis niedriger ansetzen sollen. Dennoch bin ich der Meinung, ist das Gesamtpaket stimmig. Man erhält ein Google-Smartphone der aktuellen Zeit, so wie man es erwarten kann. Und da geht es nicht wirklich um große Zahlen oder neuste Kamerasensoren. Hier ist wichtig, dass alles zusammenpasst und kein Bestandteil des Telefons deutlich besser oder schlechter ist.

Ich gebe dem Pixel 6a gute 4,5 von 5 Sternen, auch weil es durch die mehrjährige Update-Garantie und sofort verfügbare Aktualisierungen in der Android-Welt nahezu konkurrenzlos ist. Noch immer. Es gibt sonst kaum Telefone, die ich sogar nach mehreren Jahren mit gutem Gewissen an andere Leute weitergebe.

Bewertung: 4.5 von 5.

Die wichtigsten Eckdaten zum Google Pixel 6a:

  • Google Tensor-Prozessor
  • 6,1 Zoll OLED Display
  • 6 Gigabyte RAM, 128 Gigabyte Speicher
  • 4410 mAh Akku, bis 72 Stunden Laufzeit
  • Zweifachkamera – bekannt aus Pixel 5 und Co.
    12,2 Megapixel Hauptkamera (IMX363)
    12 Megapixel Ultraweit (IMX386)
    8 Megapixel Frontkamera (IMX355)
  • 5G-Funk, WiFi 6, Bluetooth 5.2, eSIM-Support
  • Maße: 152,2 x 71,8 x 8,9 mm (kleiner als Pixel 6)
  • Stereo-Lautsprecher, Fingersensor im Display
  • 5 Jahre Garantie für Sicherheits-Updates
  • Farben: Schwarz, Weiß, Grün
  • Preis: 459 Euro UVP, ab 21. Juli 2022
  • Hier gibt es unseren Testbericht

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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4 Kommentare

  1. „Hier ist wichtig, dass alles zusammenpasst und kein Bestandteil des Telefons deutlich besser oder schlechter ist.“

    Heißt das, dass die sich von der grottigen UWW-Kamera des Pixel 5 verabschiedet und eine auf dem Niveau der Hauptkamera eingebaut haben?

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