Moderne Smartphones können Akkus immer schneller aufladen, doch die neue Schnellladetechnik hat auch ihre Schattenseiten.

Oppo hat eine erweiterte Funktionalität seiner Technik fürs Schnellladen von Smartphones vorgestellt, womit die Chinesen ganz klar neue Rekorde aufstellen konnten. Das ist aber bei langfristiger Sicht nicht nur positiv zu sehen. Schon das bis dato schnelle 65 Watt Schnellladen hat mit Sicherheit dafür gesorgt, dass die Akkus darunter etwas mehr als unter „normalen“ Ladegeräten leiden. Laut Oppo zwar kaum signifikant, doch Laborergebnisse sind natürlich nicht unbedingt repräsentativ für den Alltag der Nutzer.

Oppo hat jetzt eine neue Technik vorgestellt, die Smartphones mit über 125 Watt lädt. Das ist schon fast fabelhaft. Der Smartphone-Akku in Größe von 4000 mAh soll damit in deutlich unter 30 min vollständig aufgeladen sein. Aber auch hierbei ist davon auszugehen, dass der Akku deutlich stärker darunter zu leiden hat. Aber wie sehr leider der Akku wirklich? AndroidAuthority will Messdaten direkt von Oppo vorliegen haben.

Mit und ohne Kabel: Oppo bricht Smartphone-Rekorde, so schnell lädt keiner

Verlust an Akkukapazität: Dunkelziffer vermutlich höher

Oppo gibt an, dass der Akku nach 800 Ladezyklen mit 125 Watt noch eine restliche Kapazität von ca. 80 Prozent haben soll. Würde man das Smartphone jeden Tag nur einmal aufladen, ginge in etwas mehr als zwei Jahren ein Fünftel des Akkus flöten. Muss man mehrmals täglich laden verkürzt sich die Lebenszeit entsprechend. Akkus in modernen Smartphones können nicht einfach ausgetauscht werden. Das ist ein Problem, da die Lebenszeit der Geräte heutzutage viel länger ist. Während die Geräte grundsätzlich länger gut genug und aktuell sind, stirbt der Akku dafür schneller.

Außerdem rechne ich mit deutlich abweichenden Zahlen im Alltag, da auch die Benutzung des Smartphones und die umgebende Temperatur zu betrachtende Faktoren sind. Übrigens: Oppo sagt, dass beim 65 Watt Schnellladen nach gleicher Anzahl der Ladezyklen noch 91 Prozent des Akkus übrig sein sollen. Was man mit diesen Zahlen anfängt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Smartphone-Hersteller unterscheiden sich stark voneinander

Klar ist, dass das Laden mit weniger Leistung schonender für den Akku ist. Das sehr flotte Schnellladen ist dafür komfortabler. Weil es diese zwei verschiedenen Welten gibt, weichen die Hersteller bei ihren Angeboten deutlich voneinander ab. Manche lassen Smartphones mit 18 Watt laden, die neusten Rekorde liegen jetzt bei über 120 Watt.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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5 Kommentare

  1. Ich lade meine Geräte (aktuell OnePlus 7 Pro) schon länger langsam, mit einem älteren Samsung-Netzteil mit läppischen 5V/2A. Dauerts halt 2/3 Stunden, als ob man abends nicht die Zeit dafür hat.

  2. @Pappschachtel

    Prinzipiell ist es besser für den Akku „schonender“ geladen zu werden. Einen Ladevorgang aber unnötig in die Länge zu ziehen ist ebenso wenig zuträglich für die Haltbarkeit. Ratsam ist die goldene Mitte, mit einem Mix aus den Faktoren Ladezeit, Geschwindigkeit/Ladespannung und Temperatur. Auch ich nutze das beigelegte Ladegerät des P30 Pro nicht, sondern von meinem M5 Lite Tablet. Dadurch verdoppelt sich zwar die Ladezeit, aber auf lange Sicht wird es mir mein Akku mit mehr Lebensdauer danken. 40 Watt sind mir zu extrem, da reichen auch die 18 Watt vom Tablet Netzteil.

    1. Ich denke das ist die goldene Mitte, schließlich waren diese 10 Watt lange Zeit der Standard. Man könnte auch ein 5 Watt Netzteil nehmen, aber das muss nun wirklich nicht sein.
      Und was du nicht weißt, ich lade ohnehin nur alle 2 Tage, stehe also sowieso besser da als die meisten Täglichladejunkies :D

  3. Wichtiger ist, dass man den Akku nicht ganz voll lädt. Von 30 auf 80 Prozent mit 49 beim Huawei P30 pro sehe ich da kein Problem. Auch wird das Gerät und damit auch der Akku dabei nicht übermäßig warm.

    1. Nicht „übermäßig warm“? Der Akku sollte kein bisschen warm werden. Wärme ist am schädlichsten.
      Zwischen 30 und 80% mache ich zwar auch, aber ständig ist nach meiner Erfahrung auch nicht gut. Man sollte ihn schon ab und zu mal voll machen, dann läuft er besser, ist jedenfalls bei mir so.
      Wann weiß ja LEIDER auch gar nicht, wie viel 100% voll und bspw. 5% leer in Wirklichkeit überhaupt sind. Könnte ja gut sein, dass da genug Reserve eingebaut wurde und 80% real erst 70 sind und 5% 15 sind. Mit dieser Info rückt nur leider kein Hersteller raus.

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