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Pocophone F1 Testbericht: Überzeugt (fast) nur mit inneren Werten

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Xiaomi hat mit dem Pocophone F1 einen Preisbrecher sondergleichen vorgestellt, doch das vermeintliche Flaggschiff-Smartphone kann nicht gänzlich überzeugen. Natürlich muss man bei diesem Gerät immer den Preis im Hinterkopf behalten, für ca. 300 Euro bekommen wir ohne Zweifel das vermutlich stärkste Gesamtpaket in 2018. Aber ihr müsst euch bewusst darüber sein, dass wir im Pocophone F1 nur einen mäßigen Lautsprecher vorfinden, kein NFC verbaut wurde und man auch kein attraktives Design erwarten kann.

Zur Verfügung gestellt wurde uns das Testgerät von Cyberport, der Elektronik-Shop hat das Pocophone F1 in verschiedenen Varianten im Angebot.

Es ist groß, klobig und fühlt sich auch schwer an, die Kunststoffrückseite vermittelt einen billigen Eindruck und die Displayränder an der Vorderseite erinnern an das ähnlich hässliche iPhone XR. Geeignet ist das Pocophone F1 im Grunde für all diejenigen, die wenig Geld ausgeben und dafür Flaggschiff-Performance in den Händen haben möchten. Denn mit einem kann dieses Smartphone wirklich dienen: Leistung. Der „Master of Speed“ ist es aber nicht immer, zeigt der Vergleich mit einem Google Pixel 3. Nichtsdestotrotz ist das Pocophone F1 eines der schnellsten Android-Handys am Markt – für nur 300 Euro!

  • 6,2″ FHD+ Notch-Display
  • 6 GB RAM, 64 GB Festspeicher
  • Qualcomm Snapdragon 845
  • 20 MP Frontkamera, 12 +5 MP Haupkamera
  • USB-C, BT 5.0, WiFi-ac, Quick Charge
  • 4000 mAh Akku (fest verbaut)
  • LTE mit Band 20 (800 MHz), Dual-SIM
  • Android 8 Oreo mit MIUI

Kamera nur Mittelklasse-Killer

Vorn wie hinten kommt vernünftige Hardware zum Einsatz, die mit echten Flaggschiff-Geräten nicht immer mithalten kann. Am ehesten ist da noch das Display, das etwas mehr bietet, als es der Preis zunächst vermuten lässt. Ich bin mit dem verbauten Panel durchaus zufrieden, es fehlt eigentlich nur den Farben hin und wieder an Sättigung. Okay sind auch beide – oder besser gesagt alle drei Kameras, viel mehr aber auch nicht. Die fast üblichen Schwächen treten immer dann auf, wenn das Umgebungslicht schlecht oder künstlich ist.

Im Lowlight macht sich die fehlende Bildstabilisierung (optisch) deutlich bemerkbar.

Dem Sparkus nicht zum Opfer gefallen sind das wahnsinnig zuverlässige und schnelle Face Unlock (mit Infrarot), der gleichermaßen gute Fingerabdrucksensor und der riesige Akku mit 4000 Milliamperestunden Kapazität. Apropos Akku, der hält tatsächlich sehr lange durch. 7 Stunden Bildschirm-an-Zeit sind möglich, mit dem Pocophone F1 sollte nahezu jeder über den vollen Tag kommen. Geht euch der Saft doch zu früh aus, hilft Quick Charge 4 für ein schnelles Aufladen.

Was mir am Ende nicht gefällt, obwohl ein Update auf MIUI 10 ein paar Verbesserungen mitbrachte, ist die grafische Oberfläche von Xiaomi. Zwar bietet die MIUI sehr viele Funktionen, zugleich wird man davon aber auch erschlagen. Wer allerdings das App-Klonen hilfreich findet, einen Second Space (zweiter Arbeitsbereich) und andere „Spielereien“ benötigt, wird die Xiaomi-Software sicherlich mögen. Werbung war auf meinem Gerät keine vorhanden.

Fazit: Kein Flaggschiff zum Sparpreis

In einigen Kategorien kann das Pocophone F1 überzeugen, ein echtes Flaggschiff-Smartphone ist es allerdings nicht – daher auch kein Flaggschiff-Killer. Für mich muss ein Flaggschiff eben auch ein hochwertiges Gehäuse bieten können, zudem sollten Standards wie NFC nicht fehlen. In vielen Belangen kommt das Pocophone F1 der Konkurrenz aber nahe. In erster Linie gibt es mächtig viel Systemleistung und zugleich eine hohe Akkulaufzeit, nur wenige Geräte dieser Preisklasse können beides bieten.

  • Vernünftiges Display
  • Billig wirkendes, klobiges Gehäuse
  • Solide Verarbeitung
  • Kein NFC
  • Mäßige Lautsprecher
  • Starker Akku
  • Klinkenanschluss vorhanden
  • Kameras eher Mittelklasse
  • Mega Performance
  • Mega Face Unlock und Fingerprint
  • Viel Speicher (RAM und Flash)
  • Überladene Software

Letztlich gewinnt das Pocophone F1 bei der Preis-Leistung, wenn wir uns die Mittelklasse im vergleichbaren Preisbereich anschauen.

Sollte es noch offene Fragen geben, können die gerne in den Kommentaren gestellt werden!

2 Kommentare
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2 Comments

  1. Ronnie

    9. November 2018 at 09:35

    Dafür, dass das Gehäuse aus Plastik besteht, macht es eher einen guten Eindruck, finde ich. Klobig würde ich hier nicht als Attribut benennen, vielleicht hat der Tester nur winzige Hände. Design ist Geschmackssache. Als häßlich empfinde ich das Design jedenfalls nicht. Generell über das Gehäuse zu meckern finde ich sehr abwegig, da so ziemlich jeder Benutzer sein Telefon in eine Hülle zwängen wird. Dies soll nun kein billiges Material entschuldigen, aber trotzdem.

    • Denny Fischer

      9. November 2018 at 10:07

      „jeder Benutzer sein Telefon in eine Hülle zwängen wird.“ – kann schon sein, aber das hat halt nichts mit dem Gerät direkt zu tun. Alles andere sind natürlich meine subjektiven Eindrücke, aber es gibt deutlich hochwertigere Geräte in dieser Preisklasse. Letztlich bekommt man dafür halt viel Leistung und Akku, das geht ja auch aus dem Bericht hervor. Kompromisse sind klar, darüber kläre ich auf.

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