Während die Welt inklusive mir gespannt auf die ersten Smartwatches mit dem neuen Google Wear wartet (wie die Galaxy Watch 4), lohnt es sich auch mal, den Blick nach links und rechts schweifen zu lassen. Die Weiterentwicklung von Wear OS muss ja nicht zwingend die beste Lösung für ein Wearable sein.

Die zum Xiaomi-Konzern gehörende Firma Huami hatte mit Zepp bereits im vergangenen Jahr eine neue Smartwatch-Marke neben Amazfit eingeführt. Die Zepp E kam sowohl mit einem quadratischen als auch einem runden Display sowie einem proprietären Betriebssystem daher.

Die proprietäre Software Amazfit OS, die bislang auf diesen Gadgets zum Einsatz kam, wird jedoch schon bald durch Zepp OS ersetzt. Und dabei handelt es sich wohl nicht nur um ein Rebranding. Bei der Vorstellung warb Huami nämlich damit, wie wenig Speicher Zepp OS im Vergleich in Anspruch nehmen würde.

Zepp OS: Nur 1/28 so groß wie watchOS

Auch wenn noch nicht klar ist, was überhaupt alles enthalten ist, schrumpft der Speicherbedarf auf gerade einmal 55 MB, die Zepp OS groß sein soll. Das sei nur ein Zehntel dessen, was Amazfit OS einnehmen solle und sogar nur ein Achtundzwanzigstel von watchOS.

Wear OS erlebt Mega-Neustart: Samsung, Google, Fitbit, Tizen – damit hat keiner gerechnet!

Derlei Zahlen, die ein Hersteller angibt, sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber auch Angaben zum Stromverbrauch wissen zu beeindrucken. Die Laufzeit einer Smartwatch mit Zepp OS soll nämlich um bis zu 190 Prozent steigen (wahrscheinlich verglichen mit Amazfit OS).

Huami Huangshan S2: Bis zu 93 Prozent weniger Stromverbrauch

Doch nicht nur anhand der Software will Huami die Betriebsdauer einer Smartwatch verlängern. Parallel wurde nämlich auch der Huangshan S2 vorgestellt, der nicht nur höhere Prozessor- und Grafikleistung verspricht, sondern ebenfalls den Akkuverbrauch gerade im Standby drastisch reduziert.

Bild: Huami

Der Huami Huangshan S2 soll in künftigen Amazfit-Smartwatches zum Einsatz kommen. Ein Teil des Portfolios ist sogar offiziell in Deutschland erhältlich, weshalb wir uns auch hierzulande auf diese technischen Innovationen freuen dürfen.

Ist so eine Smartwatch für euch eine Alternative zu Google Wear und watchOS?

(via)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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2 Kommentare

  1. Nein, solche proprietären Systeme der Hersteller sind mE sinnlos: keine Drittanbieterapps, grottenschlechte Performance.

    Nicht umsonst setzt Samsung jetzt auch zukünftig auf Wear und hat Tizen abgeschafft. Das lief zwar ganz gut, aber wirkliche Entwicklung hat es kaum mehr gegeben. Drittanbieterapps sind auch nie ordentlich gepflegt worden.

    Also weg mit diesem Zepp-Rümpel!

  2. Die China Softwareschmieden igeln sich im eigenen proprietären Kram ein, und passen sich den neuen Auslands-Wirtschaftsgesetzen in China (Huami ist ein in den USA angesiedeltes und dort börsennotiertes China Unternehmen) an. Schlechtes Zeichen für den kommenden Wirtschaftskrieg. Weil, funktioneller oder kooperativer wird jetzt nichts.

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