Huawei hat Leica, Samsung vielleicht bald Olympus und OnePlus hat nun Hasselblad – die Rede ist von starken Namen aus der Kamera-Industrie, die den Smartphone-Herstellern zur Seite stehen. Im OnePlus 9 hatte sich das chinesische Unternehmen erstmalig Hilfe von außerhalb für die Kamera geholt.

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Zehnfacher, optischer Zoom mit Smartphone-Aufsatz

Doch wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, fällt auf, dass es tatsächlich nicht das erste Mal war, dass Hasselblad mit einem Smartphone in Verbindung gebracht wird. Der 1841 in Schweden gegründete Traditionshersteller von Mittelformatkameras und Scannern hat schon 2016 in Kooperation mit Motorola die Smartphone-Fotografie revolutioniert.

Als modulare Smartphones wie das Moto Z noch e in Ding waren, hat Hasselblad die Chance ergriffen und ein Kamera-Modul auf den Markt gebracht. Der Hasselblad True Zoom Mod mit zehnfacher, optischer Vergrößerung bietet eine Auflösung von 12 MP, variable Brennweiten zwischen 4,5 und 45 mm sowie Blendeöffnungen von f/3.5 bis f/6.5. Mit hohem Zoom nimmt die Lichtstärke also deutlich ab.

Hasselblad True Zoom Moto Mod versagt fast komplett [Test]

Hasselblad-Mod für Moto Z war Totalausfall

Testberichte des knapp 300 Euro teuren Aufsatzes bescheinigten ihm keine Glanzleistung. Denny schrieb in seinem Text damals:

Nicht nur die allgemeine Qualität der Aufnahmen enttäuscht, der Fokus des Objektivs versagt auch regelmäßig und stellt nicht scharf. Ebenso hakt es immer wieder bei der automatischen Belichtung und Farben werden auch zu häufig verfälscht. An einem hellen Tag mit leichter Raumbeleuchtung habe ich mal die Moto Z Kamera mit dem Mod verglichen, wobei mir dann fast die Augen ausgefallen sind und das Essen… lassen wir das, dazu keine Details.

Das Moto Z, das mit den für die Mods nötigen Pin-Konnektoren auf der Rückseite ausgestattet ist, bekommt ihr derzeit gebraucht für rund 175 Euro, den Mod für immer noch etwa 300 Euro. Falls ihr euch also für knapp 500 Euro eine mittelmäßige Digitalkamera mit veraltetem Betriebssystem zusammenstellen wollt, tut euch keinen Zwang an.

Ist das modulare Smartphone tot?

Während zwar auch nach dem Moto Z mit Geräten wie dem Moto Z3 Play zwar immer noch Smartphones mit modularem Konzept erschienen sind, hat sich der Trend ganz offensichtlich leider nicht durchgesetzt. Mit Schrecken habe ich damals auch Nachrichten wie das Ende von Googles Project Ara verfolgt, denn spannend finde ich die Idee noch immer. Schade, wenn dann so etwas wie dieser, dem Namen Hasselblad unwürdige Moto Mod erscheint. Bis zur Linse im OnePlus 9 hat der Hersteller ganz offensichtlich aus seinen Fehlern gelernt.

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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1 Kommentar

  1. Ach ja, die modularen Zeiten. Hatte schon ganz vergessen, dass Moto den Namen Hasselblad draufkleben durfte. War wohl eher eine Werbesache denn Qualitätsverbesserung.

    Für mein immer noch benutztes Z3 Play (weil man nicht mehr mit mülligem Android 10 ff. genervt wird, And.9 war schluss) gilt leider, der Kamera Mod macht das gesamte Gebilde so klobig, dass ich es mit angeflanschtem Knips Klotz nicht mehr in einer Hand sicher halten und mit der anderen Hand bedienen kann. Ich benutze übrigens auch sonst beide Hände bei der Smartphonebedienung.

    Vermutlich hat sich dieses Konzept auch deshalb nicht bewährt weil zuviel Halte-Mechanik.

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