Google Pixel: Die Preise explodieren

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Google Pixel will eine Premium-Marke sein, so tritt man auch bei der Preisgestaltung auf.

Einmal geschlafen und ein halber Tag ist vorbei, die Preise der neuen Pixel-Geräte sitzen aber immer noch tief. Während die Preiserhöhung von Pixel 6a zu Pixel 7a mit 60 Euro noch akzeptabel ist, kann man sich den extrem hohen Preis des Pixel Tablet nur schwer schönreden und das Pixel Fold überragt ebenfalls die Konkurrenz beim Neupreis.

Das Galaxy Z Fold 4 von Samsung hat eine UVP von 1.799 Euro. Google liegt beim Pixel Fold mit 1.899 Euro sogar noch einmal darüber. Das ist zwar aufgrund der guten Ausstattung halbwegs verständlich und dennoch ist es zu viel. Warum kostet das bislang beste Google-Smartphone (Pixel 7 Pro) 400 Euro weniger als das Samsung-Flaggschiff (Galaxy S23 Ultra), aber bei den Foldables will Google sogar 100 Euro mehr von uns haben?

Neue Pixel-Kategorien sind sehr teuer

Google mag ein gutes Display auf der Innenseite verbauen und ein nach eigenen Angaben sehr hochwertiges Scharnier. Aber uns sind die Gründe nicht ersichtlich, warum das Pixel Fold für derart viel Geld angeboten wird. Bedenkt man die Qualität des Tensor G2-Chipsatz, dann fehlt die Rechtfertigung, auch wenn ich ein Fan einiger Pixel-exklusiven Funktionen bin.

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Beim Pixel Tablet verhält es sich ähnlich. Hier steckt abgesehen vom Display die Basis-Hardware drin, die wir auch beim Pixel 7a bekommen, aber es gibt nur älteres Bluetooth, kein GPS, LTE oder 5G, keinen eSIM-Chip, zwei deutlich schlechtere und günstigere Kameras. Nur UWB hat es dem Pixel 7a voraus. Aber eigentlich müsste es sehr viel günstiger sein. Stattdessen kostet es mit Dockingstation satte 679 euro.

Vorschau auf Oktober-Event: Es könnte wieder teuer werden

Es scheint uns sehr unwahrscheinlich, dass Google im Herbst für Pixel 8 und Pixel 8 Pro die alten Preise hält, insbesondere nicht, weil es bei diesen Geräten tatsächlich neue Hardware geben wird. Zum Antrieb gibt es einen neuen Tensor G3 und bei den Kameras werden wohl neue Sensoren integriert. Der Undercut beim Preis gehört der Geschichte an, Google hat sich preislich angepasst.

Das gefällt uns erst einmal nicht, doch wir müssen damit leben. Auch wenn Google die eigenen Marktanteile zuletzt kaum ausbauen konnte, ist man nach eigenen Angaben die am schnellsten wachsende Premium-Marke für Smartphones. Jetzt sind also auch die Preise entsprechend dieser Kategorie. Zugegebenermaßen gibt es hier keine Ausnahmen mehr, Xiaomi und Co. haben auch längst angepasst.

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23 Kommentare zu „Google Pixel: Die Preise explodieren“

  1. beim Pixel 7a kann man echt nicht meckern, Preis Leistung Top, aber da stellt man sich die Frage, ob nicht doch ein Pixel 7?
    bei dem Tablet sind mir fast die Augen rausgefallen, da der Umrechnungskurs Dollar in Euro Apple Niveau angenommen hat.
    Pixel Fold cool, aber egal wie geil ein Smartphone ist, ich würde Niemals so viel Geld ausgeben, weil auch diese Geräte in der Technologie veralten wie andere, bloß den Verschleiß stell ich mir größer vor.

    Ich erwarte Sehnsüchtig das 8er

    1. ehm Preis Leistung Top? bist du Komiker?
      schlechte Lautsprecher, magerer Speicher, nen Tensor G2, schlechter Akku, ewiges Laden bis der Akku voll ist und dafür 500?! das ist ja wohl ne Unverschämtheit.

      1. Ein Jahr mehr oder weniger ist im Vergleich zu Apple (Unterstützung im Schnitt bei Smartphones: sieben Jahre) oder Geräten mit Googles eigenem (!) Chrome OS doch nicht der Rede wert.

  2. Denke mal, Google hat sich entschieden, für eine Saison „in den sauren Apfel“ zu beißen, und sich „unbeliebt“ zu machen.
    Man will zu Apple aufschließen…
    Wenn man andere Rahmenbedingungen ausbaut, wird es vielleicht langfristig klappen.

    1. Zu Apple aufschließen heißt aber nicht nur, die Preise auf ein ähnliches Niveau zu treiben. Um mit Apple gleich zu ziehen muss man auch entsprechende Qualität (z.B. keine bei Kälte splitternden Kameraabdeckungen) und Performance (Tensor G2 vs. A16 Bionic bzw. M1/M2) sowie eine entsprechende Infrastruktur, Software- und Datensicherheit leisten. Genau in diesen Punkten liegt Google weiterhin meilenweit hinter Apple.

      Hinzu kommen die gerade beim Android-Tablet in weiten Teilen fehlenden professionellen Anwendungen im Kreativ- und Bildungssektor, fehlende (wirklich funktionierende) Backup- und Restore-Funktionen und vieles andere mehr. Das Pixel-Tablet wäre, ohne dem weitgehend sinnfreien Dock (mit dem man mal wieder gegen Amazons Echo-Produkte Punkte erringen möchte) und 200 Euro günstiger eine interessante Konkurrenz gegen ähnlich ausgestattete Samsung-Tablets, aber in Preisbereichen, wo man schon auf Augenhöhe mit einem iPad 10 oder gar Air liegt, hat Google schon jetzt verloren.

      Es gibt auch einen Grund, weswegen Apple noch kein Foldable anbietet: Aufgeklappt sehen die Display an den Knickstellen einfach sche**ße aus, alle. Wer einmal ein Samsung Flip oder Motorola Razr in der Hand hatte und es aufgeklappt hat, wurde ziemlich sicher vom billigen Plastik-Look des Displays abgeschreckt. Ein Gerät mit solch einer Anmutung würde Apple niemals auf den Markt bringen (weshalb Gerüchten zufolge das erste faltbare iPad wohl zwei eng anschließende Displays innen haben soll). Google hat damit keine Probleme, meint aber auch hier „Premium“ zu sein…

      Google wird von den allermeisten Smartphone und Tablet-Usern bis heute nicht als Hardware-Hersteller wahrgenommen. Die neuen Produkte (Was bitte soll das Pixel 7a im Portfolio, wenn man das Pixel 7 deutlich günstiger bekommen kann?) werden ihren Teil dazu beitragen, dass es so bleibt.

      1. P.S., kurz zusammengefasst: Wer sich mit Apple, Samsung und Amazon gleichzeitig anlegen will, muss schon etwas ganz Besonderes bieten.Ud das sehe ich bei Googles neuen Produkten nicht einmal ansatzweise.

  3. Gerade der Tablet Preis ist Hirnrissig.

    Das 7a 499$ —> 509€ bei uns
    Und das Tablet 499$ —> 679€ 🤷‍♂️

    Wollen die keine Tablets verkaufen?

  4. „Premium“ — ja klaaar doch, nur bitte dann auch beim Produkt-Support entsprechend aufschliessen, also mal fertigmachen für einen ganz grossen Sprung!

  5. „Aber uns sind die Gründe nicht ersichtlich, warum das Pixel Fold für derart viel Geld angeboten wird. Bedenkt man die Qualität des Tensor G2-Chipsatz, dann fehlt die Rechtfertigung, auch wenn ich ein Fan einiger Pixel-exklusiven Funktionen bin. […] Beim Pixel Tablet verhält es sich ähnlich. “

    Warum Google das so macht und warum dies für Google nicht nur von Vorteil, sondern für deren Geschäftsmodell geradezu zwingend erforderlich ist, habe ich hier schon mehrfach ausführlich dargestellt und begründet. Kurzform: Google begründet seinen Erfolg auf einer breiten Partnerschaft und nicht auf eigenen Geräten. Würde Google die eigenen Geräte (zu) günstig anbieten, würde Google damit das eigene Geschäftsmodell gefährden.

    Wenn ihr euch das jetzt gut merkt, braucht ihr bei der nächsten Preiserhöhung nicht wieder sagen, dass ihr das nicht nachvollziehen könnt! :-)

    1. Ergo: Eigentlich dürfte Google gar keine konkurrenzfähigen Geräte anbieten, um nicht mit ihren Vendors in Konflikte zu geraten.

      Sorry, aber diese Sicht der Dinge passt sicherlich gut in ein Buch, in der Art von „Marketing for Dummies“, ist aber angesichts des Quasi-Monopols auf Mobil-OS, das Google de facto inne hat, Unfug. Apple vertreibt sein OS nicht an Dritte, Microsoft und Samsung haben sich – zugunsten Googles – aus diesem Markt verabschiedet und die paar ambitionierten, aber erfolglosen Linux-Derivate für Smartphones und Tablets spielen praktisch keine Rolle.

      Auch wenn es Fanboys ungern hören, aber Google ist hier de facto Monopolist (Lustig, dass ich das als Mac User mal in Bezug auf ein anderes Unternehmen sagen darf ;-) ). Keiner der unzähligen Lizenznehmer kann „mal so eben“ ein eigenes, auch nur ansatzweise konkurrenzfähiges OS aus dem Ärmel schütteln. Würde Google seine Geräte nur halb so teuer anbieten (ich weiß, das ist angesichts der Herstellungskosten natürlich Unfug), so würde das am Smartphone-Markt an sich GAR NICHTS verändern.

      Zudem darf ja auch nicht vergessen werden, dass Google als Smartphone-Hardware-Hersteller irgendwo weit hinten unter „ferner liefen…“ mitspielen darf. In Europa lagen Googles Pixel-Smartphones im Jahr 2022 bei knapp 7%, Samsung und Apple verkauften jeweils etwa dreimal so viele Geräte, Xiaomi das Doppelte. Von Umsätzen und Gewinnen wollen wir hier gar nicht erst anfangen…

        1. Ich meine, das vor kurzem irgendwo gelesen zu haben. Aber 2% sehen (AFAIR) gegenüber gut 20 (Apple) und etwa 23 % (Samsung) noch bescheidener aus.

      1. Angesichts der gebotenen Ausstattung und Leistung kann Google die Pixel 7 und 7 Pro nicht teurer machen, wollen sie überhaupt etwas verkaufen. Und niemand entwickelt und Produziert etwas, um es dann – nach Michaels Logik – in den Regalen verstauben zu lassen.

  6. a) Das 7a muss hierzulande so „günstig“ angeboten werden, weil es sonst angesichts des ebenfalls noch erhältlichen 7er-Modells gar keine Rechtfertigung hätte.

    b) Zusätzlich zum Wechselkurs, der grundsätzlich sehr „konservativ“ gerechnet wird, um nicht bei Schwankungen das Nachsehen zu haben (Apple macht es genau so), darf nie vergessen werden, dass in Deutschland noch immerhin 19% Umsatzsteuer (aka „Mehrwertsteuer“) und z.B. auch Urheberrechtsabgaben (GEMA) hinzu kommen (m.W. knapp 9 € pro Tablet). In den USA werden immer Nettopreise angegeben, weil die „VAT“ regional stark schwanken kann. Urheberrechtsabgaben wie in Deutschland und anderen EU-Staaten gibt es dort nicht, dafür ggf. lokale Steuern und Abgaben, die sehr stark schwanken können. Das relativiert den Preisunterschied ein wenig.

    Rechenbeispiel:
    Der aktuelle (12.5.2023) Kurs des Dollars liegt bei 1 $ = 0,92 €. Damit kostet das Pixel Tablet in den USA (!) ca. 459 €. Klingt toll, oder? Aber nun kommt’s…

    Setzen wir einen – durchaus realistischen – „konservativen“ Kurs von 1$ = 1,05 € an, so läge der Nettopreis (!) für Europa bereits bei ca. 524 €. Da noch 19% MwSt/USt oben drauf bedeutet einen Brutto-Verkaufspreis in Deutschland 623,50 €. Noch ein paar Aufschläge für Urheberrechtsabgabe (s.o.). Lokalisierung (auch von Verpackungen, Beilagen etc.), Logistik und Marketing dazu, dann ist man ratzfatz bei den hier geforderten 679 €. Anders machen es Apple und Samsung auch nicht.

    Das Problem ist nicht wirklich der Preis in Deutschland, sondern eben schon der Preis in den USA. Dort sind nämlich auch Apples iPad 10 oder Air sowie die Top-Samsungs netto (!) viel günstiger zu haben, als hierzulande.

    Oder anders gesagt: Das wahre Problem (und das nicht erst seit vorgestern) ist Googles Selbsteinschätzung im Markt.

    1. Deine Rechnung geht leider nicht für die eigentlich gute Begründung auf. Schau dir mal die Preise der Pixel 7 an, da war zwischen US Netto und Euro Brutto ein Unterschied von 50 Dollar/Euro. Beim Tablet sind es fast 200. Auch beim Pixel 7a ist der Preis nahezu eins zu eins.

      Warum beim Tablet dann dieser „Aufpreis“?

      1. Preisgestaltung hat auch politische sowie psychologische Faktoren.

        Bei den Pixel-Smartphones konnte man angesichts der großen (und etablierten) Konkurrenz nicht anders, als mit realistischen Marktpreisen anzutreten. Dem hingegen bewegen sich 95% aller Android-Tablets im Billigsektor < 200 $/€. Google möchte in diesem Bereich aber "Premium" sein und muss sich somit zwangsläufig an den Top-Geräten von Samsung sowie der iPad-Mittelklasse orientieren. Begründet wird das wohl vor allem mit dem Dock, das aber für die meisten Interessenten völlig irrelevant ist. Im Smart Home-Bereich spielt Google eben leider keine wirklich große Rolle.

        Wie gesagt, ist es in meinen Augen eine gefährliche Strategie, sich mit einem Gerät gleich mit den drei größten Konkurrenten (Apple, Samsung, Amazon) anzulegen.

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