Hat Google gleich im ersten Anlauf den besten Prozessor geliefert, den man heute in einem Android-Smartphone finden kann?

Google hat es geschafft, das erste eigene Smartphone mit einem eigenen System-on-a-Chip ist erhältlich. Gemeint ist Google Tensor, die neue Prozessorplattform im Pixel 6, die zukünftig in weiteren Generationen wohl immer in den teuren Pixel-Telefonen stecken dürfte. Google ist damit auf der Spur von Apple und bietet Hardware sowie Software aus eigener Hand. Aber klappt das schon in der ersten Generation gut genug?

Wir ignorieren Benchmarks an dieser Stelle, sondern wollen aus dem Alltag schildern. Grundsätzlich kann Google jetzt endlich mal Smartphones bieten, die leistungstechnisch wirklich auf dem höchsten Niveau sind. In den vergangenen Jahren klappte das aus unterschiedlichsten Gründen meistens nicht. Pixel 6 und Pixel 6 Pro sind im Alltag aber dermaßen schnell unterwegs, dass diesbezüglich keine Wünsche mehr offenbleiben.

Ob mit 90 oder 120 Hz Display, die neuen Google-Smartphones öffnen Apps jederzeit sofort, schnell und schön animiert, halten sie lange im Speicher und führen sämtliche Befehle schnellstmöglich aus. Egal ob es die Kamera-App oder eine intelligente Erkennung wie die Live-Übersetzung ist. Tensor scheint für alles gerüstet zu sein. Was auch für die grafischen Leistungen gilt, wie Testläufe mit Genshin Impact und Real Racing 3 gezeigt haben.

Akku: Google verbringt auch keine Wunder

Eigene Software, eigener Prozessor – da muss doch der Akku ewig halten? Nein, tatsächlich ist das nicht der Fall. Google vollbringt keine Wunder, die beiden Pixel 6-Smartphones halten mit einer Akkuladung exakt so lange aus, wie man das von Highend-Smartphones mit dieser Akkukapazität erwartet. Android scheint diesbezüglich am Ende des Machbaren zu sein. Jedenfalls dann, wenn man nicht so restriktive Software wie Xiaomi und Co. einsetzt.

Google schreibt etwas von einer All-day-Battery und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Ich musste bei meinem Nutzungsverhalten meist nach rund 30 Stunden wieder an die Steckdose. Das gilt für beide Pixel 6-Modelle. Wer sein Smartphone aktiver verwendet, wird schon eher den Schnelllader aufsuchen müssen. Aber auch ein richtig vollgepackter Arbeitstag sollte mit beiden Pixel 6-Modellen kein Problem darstellen.

Tensor macht einfach mehr möglich

Mit dem neuen Prozessor kommen einige neue Funktionen daher, die durch das On-Device-Machine-Learning erst möglich werden. Google kann also Dinge auf dem Smartphone verarbeiten, die man früher zur Berechnung noch in die Cloud hochladen musste. Nach eigenen Angaben sei die automatische Spracherkennung für Google Assistant auf Tensor die bislang präziseste Version aller Zeiten.

Ich persönlich bin vom neuen Voice Typing sehr angetan. Aber auch die Live-Übersetzung direkt innerhalb der Apps oder die der automatischen Untertitel ist schlichtweg genial. Sie läuft sehr schnell und ist nahtlos integriert. Alles unter dem Aspekt, dass Tensor dafür viel, viel weniger Strom und Zeit als herkömmliche Smartphone-SoCs benötigt. Zu guter Letzt erledigt Tensor auch im Kamerabereich gestellte Aufgaben viel schneller, was man im Alltag merkt. HDRNet ist jetzt auch für Videos in 4K60 möglich.

Schon im ersten Anlauf ein Volltreffer

Hier steckt ordentlich Leistung drin, aber auch einige clevere Zusätze lassen sich im Zusammenhang mit Tensor finden. Es war wohl der richtige Schritt von Google, auch wenn sich das zunächst leider nicht auf die Anzahl der versprochenen Android-Updates auswirkt. Aber abgesehen davon ist Google Tensor schnell, intelligent und womöglich einer der größten Schritte aller Zeiten für die inzwischen schon lange Smartphone-Historie des Konzerns.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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