In diesem Jahr überraschte Google mit seiner Hardware, da der Konzern eine nachvollziehbare Strategie an den Tag legte und nach vielen Jahren eine kleine Lücke im Portfolio stopfte. Da wird mir vermutlich nicht jeder zustimmen, doch das Krisenjahr der Pandemie war für Google im Bezug auf Consumer-Hardware durchaus das beste der letzten Jahre. Dafür hat es in meinen Augen gar nicht viel gebraucht. Luft nach oben ist trotzdem.

Google Chromecast ist endlich erwachsen geworden

Da wäre einerseits der neue Chromecast. Die vierte Generation hat drastische Veränderungen mitgebracht. Statt nur Empfänger für Streaminginhalte zu sein, ist der neue Chromecast jetzt eine vollwertige Smart-TV-Plattform inklusive einer eigenen Fernbedienung. Zugleich führte Google den Nachfolger von Android TV ein, der den Namen Google TV wiederbelebt und auch als neue App auf Smartphones kommt.

Noch hat der Chromecast mit Google TV ein paar kleine Schwächen vorzuweisen. Insbesondere für die Software muss sich Google für die tiefe Integration schnellstmöglich um weitere Videodienste bemühen. Die heute erhältliche Basis ist allerdings wirklich gut und konnte bei mir den Fire TV ablösen. Insbesondere der Homescreen, der Inhalte aus allen Diensten präsentiert und auf Googles Daten für Empfehlungen zurückgreift, kann der Konkurrenz locker den Rang ablaufen.

Chromecast mit Google TV getestet: Besser als Fire TV, aber längst nicht perfekt

Google Pixel: 3 Smartphones sollen deutlich mehr Leute begeistern können

Schon früh im Laufe des Jahres war klar, dass Google vermutlich kein neues Highend-Smartphone an den Start bringt. Es gibt keine vier Kameras, keinen Flaggschiff-Prozessor oder zweistelligen Arbeitsspeicher. Stattdessen konzentrierte sich Google auf die Mittelklasse und bediente sie mit insgesamt drei Modellen. Schon bei rund 340 Euro gibt es den Einstieg mit dem Pixel 4a, welches sich allerdings nur gering vom Pixel 3a unterscheiden konnte.

Mit Pixel 4a 5G und Pixel 5 ist deutlicher geworden, was Google jetzt wirklich will. Smartphones der Pixel-Serie sollen attraktiv für möglichst viele Menschen sein, dafür verzichtet Google auf die bestmögliche Hardware und wirft die Experimente der letzten Jahre über Bord. Geradlinigkeit ist ein passendes Stichwort und in der Smartphone-Branche der letzten Jahre kaum mehr vorzufinden.

Kann das wahr sein? Google Pixel 4a und Pixel 5 sind die beliebtesten Android-Smartphones

Weniger ist mehr, hoffentlich als Vorbild für andere Android-OEMs

Google verzichtet auf Sensoren für Face-Unlock und Gestensteuerung, der Gehäuserahmen ist nicht mehr „quetschbar“ und die Akkus nicht mehr im Miniformat. Die neuen Top-Smartphones von Google haben kein Glasgehäuse und der Fingerabdrucksensor ist wieder an der Rückseite zu finden. Kein Pro, Plus, XL oder Ultra, die neuen Pixel-Handys sind leicht zu verstehen und ihre Vorteile brauchen keine langen Erklärungen. Nicht zu Letzt macht die Preisspanne von jetzt 340 bis 618 Euro einen Unterschied.

Google hat zur Präsentation der Geräte im Herbst ein Event von nicht mal 30 Minuten veranstaltet, während die klassischen Smartphone-Hersteller für ihren Wust an Varianten und Zusatzfunktionen oftmals anderthalb Stunden benötigen. Das ist schon ziemlich aussagekräftig und spiegelt den Zustand des Marktes ganz gut wider, wenn ihr mich fragt. Zum Marktführer wird das Google trotzdem nicht machen, das funktioniert mit derartiger Zurückhaltung nicht.

Google Pixel 5 getestet: Das einfachste und beste Smartphone des Jahres?

Luft nach oben bleibt nach diesem Jahr trotzdem, das müssen sich auch Google-Fanboys eingestehen. Insbesondere der Ausbau an Smarthome-Lautsprechern lässt noch immer stark zu wünschen übrig, da sieht Google gegen Amazon keinen Stich. Nur ein neuer Nest Audio wie in diesem Jahr ist meiner Meinung nach nicht ausreichend. Ich würde mir auch neue Pixelbooks wünschen, allerdings eher mit der Preisstrategie der diesjährigen Smartphones. Und eine Pixel Watch ist ebenso wünschenswert.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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1 Kommentar

  1. Sehe ich genau so. Das pixel 5 ist zwar ein gewaltiger Rückschritt zum pixel 4, aber was Nutzbarkeit und Preis/Leistung angeht sind die neuen Pixelgeräte nun angekommen wo sie hingehören.
    Was bei allen diesjährigen Geräten bzw. deren Vermarktung stört ist Googles „Heimlichtuerei“. Das Design des pixel 5 zB ist sehr anders als alles was gerade auf dem Markt ist, wird aber von Google überhaupt nicht beworben. Piezoelektrisches, symmetrisch-rahmenloses Display, Rückseite aus einem Kunststoff auf Pflanzenbasis der den Alu-Kern umhüllt, der wiederum trotzdem ermöglicht kabellos zu laden. Das der Fingerprint reader auch die notifications anzeigen lassen kann musste ich selbst herausfinden, ein ziemlich nützliches Feature, dass man so nur bin alten Honor Geräten kennt. Dass 4a macht wohl unter 300€ die besten Bilder an Markt dank Software, aber bei Google klingt es nach Hardware, die aber natürlich auf dem Papier erst einmal abstinkt. Das 4a 5g klingt vom Namen her wie ein großes 4a, ist aber eigentlich ein pixel 5 XL mit nur wenig Abstrichen. Die hauseigene mandalorian VR App, die nur auf Pixel phones läuft, dazu eigene wallpaper. Die Software tweaks, die leider oft nur auf Englisch nutzbar sind (hold for me, Live subtitles, live transcribe,etc.)… Die geben sich echt Mühe, kommunizieren es aber nicht oder sehr schlecht.

    Googles Marketing könnte wirklich sehr viel besser sein. Ich persönlich weiß nicht welche Zielgruppen Google damit Treffen will. Ich glaube irgendwie gar keine. Die Tech Seiten allerdings sind voll von Pixel Nutzern und das aus gutem Grund. Google hat endlich Geräte gebracht die der Nexus Reihe gut zu Gesicht stehen und Fans des pixel 2 zurück zur Marke holen.

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