„Fairerweise muss man sagen, dass Google Stadia in den letzten 3 Jahren mit schrecklichen Problemen zu kämpfen hatte“, leitet ein sarkastischer Tweet zum angekündigten Ende von Googles Game-Streamer Stadia ein. Der durch die Pandemie bedingte Boom von Onlinespielen und die Knappheit von Grafikkarten und Spielekonsolen hätten schließlich perfekte Bedingungen für einen Dienst dieser Art geschaffen.

Trotzdem hat Google es irgendwie nicht möglich machen können, Stadia zum Erfolg zu führen. Doch war das eine plötzliche Entwicklung? Nicht ganz, werfen wir allein mal einen Blick in unser eigenes, zu diesem Thema gut gefüllten Archiv. Erst Anfang 2019 wurde Stadia gestartet, doch die ersten skeptischen Berichte ließen nicht lange auf sich warten. Ich habe euch einmal die wichtigsten Artikel zum Ende von Stadia aufgelistet:

2. März 2020

Google hat einen traurigen Ruf, wenn es darum geht, Produkte irgendwann wieder einzustampfen. Dieser Tatsache wurde mit killedbygoogle.com sogar eine eigene Webseite gewidmet, auf der sich mehr als 270 teils vielversprechende, aber letztendlich vernichtete Projekte finden. Pessimisten hatten damit von vornherein genügend Gründe, davon überzeugt zu sein, dass Stadia kein langes Leben beschieden sei.

16. Mai 2020

Auch gut eineinhalb Jahre nach dem Startschuss hatte es Stadia noch nicht wirklich geschafft, eine signifikante Spielercommunity anzusammeln – besonders ärgerlich bei Spielen, die auf Online-Gegner setzen und warum auch immer keine Crossplay-Funktionalität zu anderen Plattformen anbieten können. Beim bekannten Arena-Shooter PUBG war das beispielsweise der Fall.

2. Februar 2021

Anfang 2021 folgte die erste große Hammer-Meldung, die in den Augen mancher schon den ersten Nagel in den Sarg trieb. Google kündigte nämlich an, die hauseigenen Entwicklerstudios dichtzumachen. Ein fatales Zeichen, nicht nur den Spielern gegenüber, sondern vor allem Drittentwicklern. Wenn nicht einmal Google Zeit und Geld in Spiele für seine eigene Plattform investieren möchte, wer sollte es dann tun? Google argumentierte damit, dass eigene Spiele zu entwickeln viele Jahre dauere und exponentiell wachsende Kosten verursache. Dieses Geld wollte man damals lieber in Technik und die Vertiefung von Beziehungen zu Geschäftspartnern investieren, hieß es.

4. Januar 2022

Nach einem Jahr mit wenig positiven, aber auch wenig negativen Nachrichten zu Stadia geriet der Dienst Anfang 2022 wieder in die Schlagzeilen. So sorgte etwa eine fragwürdige E-Mail-Kampagne, die täglich im Postfach von Kunden landete, die ihr Abonnement gekündigt hatten, für Unmut. Das ließ auf wachsende Verzweiflung bei den Betreibern schließen.

1. Februar 2022

Das besonders Traurige bei Stadia: Nicht einmal wortwörtlich geschenkt hatten Spieler Bock auf den Service. Auch ich habe mein Stadia-Set als kostenfreies Goodie im Rahmen meiner YouTube-Premium-Mitgliedschaft erhalten. Alle anderen hatten aber auch in diversen Sonderverkäufen die Chance, die nötigen Komponenten stark vergünstigt zu ergattern. Nach einem letzten Ausverkauf sollte auch die Stadia Premiere Edition nicht mehr in den Google Store zurückkehren.

4. Februar 2022

Im Februar sorgte ein Bericht mit angeblichen Insider-Infos für einiges Aufsehen. Demnach solle Google versucht haben, den Dienst an andere Unternehmen zu verkaufen oder zu lizensieren. Im Geschäft mit Verbrauchern sah man offenbar keine Zukunft mehr – und die jüngsten Entwicklungen scheinen diesen Standpunkt damals zu bestätigen.

5. Februar 2022

Der Bericht sorgte für so viel Aufmerksamkeit auf das Thema, dass sich Google gezwungen sah zu reagieren. Die Statements lasen sich aber nur wenig überzeugend. Laut Google arbeite das Stadia-Team zwar „wirklich hart an einer großartigen Zukunft für Stadia und Cloud-Gaming“, von den groß angekündigten Neuerungen haben wir aber nichts wirklich gehört.

16. März 2022

Ein vergeblicher Rettungsversuch war Googles Öffnung zu anderen Plattformen. So wollte man es Entwicklern von Spielen auf Basis von Windows oder Linux die Möglichkeit geben, ihre Titel einfacher auf die Cloud-Plattform zu portieren. Das ist aber irgendwie nicht passiert.

17. März 2022

Generelle Trägheit bei Neuerungen ließ sich bei Stadia auch in Details vermissen. So konnten beispielsweise keine anderen Browser als Chrome auf den Dienst zugreifen und auch Nutzer von Widescreen-Monitoren schauten in die Röhre.

30. April 2022

Im April wurde eine kleine Statistik veröffentlicht, die Stadia verglichen mit der Cloud-Konkurrenz wie Nvidia, Amazon oder Xbox einen bescheidenen Zuwachs an neuen Spielen bescheinigte.

13. September 2022

Mitte September hatte sich der Konsens eingestellt, dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis Google endlich den offiziellen Schritt macht, Stadia zu beenden. Auch große Publisher wie Ubisoft kehrten der Plattform den Rücken, das neue Assassin’s Creed etwa wurde nicht für Stadia angekündigt.

29. September 2022

Der 29. September 2022 markiert nun das Datum, an dem Google das Ende von Stadia besiegelte. Wie sich aber schon vor einem halben Jahr abzeichnete, könnte die Technologie durch andere Unternehmen weiterleben. „Wir sehen klare Möglichkeiten, diese Technologie auf andere Teile von Google wie YouTube, Google Play und unsere Bemühungen um Augmented Reality (AR) anzuwenden – und sie unseren Branchenpartnern zur Verfügung zu stellen, was sich an der Ausrichtung der Zukunft des Gamings ausrichtet“, so Google.

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