Doku wirkt wie Anti-Elektroauto-Kampagne: SWR wird für miesen „Der Check“ zerrissen

Renault Twingo Elektroauto Hero

Vom SWR gab es in den letzten Wochen einen neuen „Der Check“ und es ging mal wieder rund um das Elektroauto. Angeblich habe man sich vor allem um den aktuellen Stand gekümmert. Doch einige Teile der Dokumentation lassen uns mit offenen Mündern zurück – wird hier abermals eine Kampagne gegen das Elektroauto gefahren?

Wir wissen, dass das Elektroauto immer noch die Gemüter spaltet und das aufgrund oftmals komplett falscher Annahmen. In einem Teil der Dokumentation kommt etwa eine Elektroauto-Kundin vor, die einen alten Zoe fährt, aus Gründen der Umwelt, tut aber im Interview so, als müsste man mit Elektroautos grundsätzlich „stundenlang“ laden.

Erfahrung mit alten Elektroautos und keine Richtigstellung

Sicherlich gab es früher mehr Elektroautos ohne Schnelllade-Funktion, aber das hat sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Das befragte Pärchen moniert die schlechten Reichweiten und die Ladezeit von „mehreren Stunden“ – bezieht sich aber auf die Erfahrung mit einem einzigen Modell, das schon gar nicht mehr verkauft wird.

Dass es hier keine Klarstellung gibt, weil ein alter Renault Zoe ein großer Unterschied zu einem aktuellen Elektroauto darstellt, ist zumindest ein sehr fragwürdiges Vorgehen.

Ladezeit wird mit einem einzigen Beispiel demonstriert

Ein weiterer Punkt der Dokumentation ist der Abschnitt „Mein erstes Laden“. Zum Einsatz kommt ein alter ID.3 der erste Generation, der in diesem Fall „nur wenige Kilometer“ pro Minute nachladen kann und eine halbe Stunde für die „Hälfte an Ladung“ benötigt. Dabei wird außen vorgelassen, dass allein in diesem Jahr eine ganze Reihe an Kleinwagen von VW kommen, die in 23 Minuten 70 Prozent nachladen können.

Fast nur nebenbei in einem Gespräch mit Experten wird erwähnt, dass es heute vollelektrische Fahrzeuge (in Hülle und Fülle) gibt, die wesentlich schneller laden können. Bestätigen kann ich jedoch die Kritik, was die Preise für das Laden und das Thema mit den Ladekarten angeht, da wurde von den Behörden viel verpasst und der Markt ist extrem undurchsichtig.

SWR pickt sich die negativen Beispiele raus

In einem anderen Video, das der SWR in einem Beitrag zeigt, wird ein älteres Paar begleitet, das ebenfalls mit einem alten Zoe vorfährt und mit der „Girocard“ der Sparkasse an einer Sparkassen-Ladestation laden will – es klappt natürlich nicht. Das ist allerdings sowas von nicht der Standard, sondern ein kompletter Einzelfall, der hier als Elektroauto-Alltag dargestellt wird.

Es wirkt unterm Strich mal wieder so, dass man sich schon fast absichtlich extrem wenig mit dem Thema beschäftigt und dann in die typischen Fallen tappt, um darüber negativ berichten zu können. Übrig bleibt einfach zu viel Skepsis, dabei würden sehr viele Menschen im Alltag mit einem Elektroauto locker klarkommen.

Wir wollen aber nicht ausschließlich negativ klingen. Denn beim sogenannten E-Auto-Checker des SWR kann man ganze einfahc prüfen, ab wann sich ein Elektroauto „rechnet“. Dabei lässt sich aus Fahrzeugklassen und anderen Faktoren filtern. Eine gute Sache, die der ganzen Arbeit der Kollegen da entsprungen ist.

In den Kommentaren wir die Doku zerrissen, sie würde ein veraltetes Bild zeigen und nicht die Gegenwart.

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10 Gedanken zu „Doku wirkt wie Anti-Elektroauto-Kampagne: SWR wird für miesen „Der Check“ zerrissen“

    1. Liebe Leute, ein E-Auto der neuesten Generation mit sinnvollen Technologiewerten kosten 37.000 Euro und mehr, das kann und wird sich keiner leisten. Ein China-Derivat ohne abgesicherten zukünftigen Support genauso wenig. Ein so negativer Artikel auf die aufgezeigten realen Gegebenheiten zeigt mal wieder einen ideologisch ferngesteuerten Autor ohne Bodenhaftung, traurig, traurig.

      1. Interessant, wie schnell hier wieder alle über einen Kamm geschoren werden – ‚das kann und wird sich keiner leisten‘ ist eine steile These, wenn man bedenkt, dass 2025 in Deutschland bereits über eine Million neue E-Fahrzeuge zugelassen wurden, quer durch fast alle Einkommensgruppen. Offenbar können und wollen sich das also doch einige leisten.

        Die Preisspanne ist heute zudem enorm: Es gibt voll alltagstaugliche E-Autos ab etwa 25.000 € netto, von Kleinwagen bis Kompaktklasse, mit realen Reichweiten über 300 km. Wer natürlich Premium-Ausstattung und 500 PS erwartet, darf sich über höhere Preise genauso wenig wundern wie beim Verbrenner.

        Der Kommentar zeigt eher, wie fest sich manche an veralteten Vorstellungen festklammern. Elektromobilität ist längst kein Luxusprojekt mehr, sondern technologische Realität – und zwar mit wachsender Auswahl, fallenden Preisen und messbar zufriedenen Nutzern. Ideologie erkennt man meistens daran, dass sie Fakten ignoriert.

      2. Die 37T€ sind totaler Quatsch. Ein Hyundai Inster als Neuwagen kostet aktuell unter 24T€ und ist technisch mehr auf der Höhe als so mancher aktuelle Verbrennen.

  1. EAuto fahren ist ein Hobby das man sich leisten können muss. Ich fahre seit mehr als 6 Jahren und habe schon viel Geld verloren. Die letzte grosse Reparatur hat ein halbes Jahr gedauert und ohne Anwalt keine Chance. Liegt auch am quasi nicht vorhandenen Verbraucherschutz, man vergleiche in der Dieselaffäre den Verbraucherschutz mit den in den USA

  2. Ich finde diese Vergleiche, die in den Köpfen sind und von der Presse gemacht werden, sehr löchrig. Generell erwartet jeder, dass es irgendwann mal ein E-Auto gibt, was so viel Reichweite hat wie ein Diesel und so schnell lädt wie beim Tanken. Das wird es so schnell nicht geben, ist aber auch nicht nötig.
    – Thema Laden: Ja, das Laden dauert länger als beim Tanken. Aber wenn ich es zuhause an die Wallbox hänge, merke ich davon nix. Beim Verbrenner muss ich trotzdem immer tanken und dafür extra zur Tankstelle fahren oder einen Zwischenstopp einplanen. Im Alltag ein Nachteil für den Verbrenner. Aber der Aspekt wird immer ausgeblendet.
    – Thema Kosten: Der Strompreis in D liegt bei ca. 33ct. Wenn mein E-Auto jetzt 200Wh pro km verbraucht, sind das 6,60 EUR pro 100km. Bei der Tanke ist das immer Lotterie und gerade die Preise sind sehr empfindlich. Krise im Nahen Osten -> Ölpreis steigt -> Spritpreis steigt.
    – Thema Reichweite: Selbst wenn man einen Zoe hat, reicht die Ladung über Nacht für bestimmt 200km und somit für 95% der Fahrten im Alltag. Bei längeren Strecken würde ich aber auch keinen Zoe mehr fahren. Aber die Leute sind vorher auch nicht mit ihrem Twingo von Frankfurt nach Hamburg gefahren.
    – Thema Werkstatt: Wir hatten vorher einen neuen Touran. Der hat schon in den ersten drei Jahren Inspektionskosten von ca. 2000 EUR gehabt. Die Autos davor waren auch nicht besser. Rechnet das mal auf den Anschaffungspreis vom Verbrenner obendrauf. Dann wäre das ein fairer Vergleich.
    – Thema Unsicherheit: Auf längeren Fahrten sieht man dann doch öfters mal einen Wagen am Straßenrand stehen. So gut wie immer sind das Verbrenner. Ich selbst bin auch schon öfters mal stehen geblieben. Für mich ist bei langen Fahrten mit dem Verbrenner immer die Unsicherheit dabei, dann doch stehen zu bleiben und den ADAC rufen zu müssen. Bei E-Auto habe ich das gar nicht mehr.
    Fazit: Beim Verbrenner wird als gottgegeben angesehen, an dem sich ein E-Auto messen muss.

  3. ja, die E-Emils werden sensibel wenn man ihnen mit Fakten kommt 🥳
    Mein Kollege kann im Winter keine Heizung anmachen da er sonst nicht mehr nach Hause kommt mit seinem Zoey…lol

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