BYD ist nicht in vielen Segmenten marktführend und dennoch technisch inzwischen auf einem sehr hohen Level, da müssen andere Autohersteller erst einmal in die Nähe kommen. Besonders viel Aufsehen erregt haben zuletzt die Einführung von Gods Eye und der Start der Megawatt-Plattform „Super e“ inkl. neuer Ladestationen.
Laden mit bis zu 1.000 kW wird ausgebaut
Das neue Megawatt-Schnellladen feierte 2025 seine Premiere in China und BYD ging nicht allein mit neuen Ladestationen an den Start, sondern zugleich auch mit den ersten kompatiblen Fahrzeugen. Man hatte schon bekannte Modelle per technischem Facelift aufgerüstet und sie möglichst schnell mit der neueren Super-e-Platform angeboten.
Mit dem BYD Tang 9 erscheint ein neues Modell auf der Plattform, ein riesiges 5,2 Meter langes SUV mit Power „ohne Ende“. Nicht nur das Megawatt-Schnellladen mit bis zu 1.000 kW ist damit möglich, auch die Systemleistung von über 680 PS bzw. die Beschleunigung von 4,9 Sekunden auf 100 km/h können beeindrucken.

BYD hatte angekündigt, das neue Megawatt-Schnellladen nach Europa zu bringen. Es sollen mehr als 300 dieser Ladestationen entstehen und 2026 beginnt der Aufbau dieser Ladeinfrastruktur. Damit wäre dann ein weiterer chinesischer Betreiber in Deutschland und Europa am Start, bis dato hatte vor allem NIO mit seinen Power Swap Stations eine sichtbare Präsenz in unserer Region.
Gods Eye: Assistenz für alle Fahrzeugklassen
Im vergangenen Jahr gab es mit dem Gods Eye außerdem die Einführung eines modularen Systems für die Assistenz der BYD-Fahrzeuge, das tatsächlich in allen Preisklassen angeboten wird. Die Basissoftware dahinter ist bei allen gleich, die Hardware in den Fahrzeugen regelt die Verfügbarkeit der Funktionen und die Leistung des Systems.
Nun gibt es mit Gods Eye 5.0 ein großes Update, es basiert auf Reinforcement Learning und einer geschlossenen End-to-End-Steuerung. Das System nutzt großskalige KI-Modelle, um Entscheidungsprozesse in Echtzeit zu optimieren und starre, regelbasierte Strategien früherer Versionen zu ersetzen. Dabei werden reale Fahrdaten in einem geschlossenen Workflow von der Sensorik bis zur Ausführung der Fahrbefehle verarbeitet.
Bis Ende 2025 waren über 2,3 Millionen Fahrzeuge in China mit Gods Eye Funktionen ausgestattet. Die aktive Fahrzeugflotte generiert täglich mehr als 160 Millionen Kilometer an Fahrdaten, die BYD gezielt für das Training der Wahrnehmungs- und Steuerungssoftware nutzt. Weil Gods Eye flexibel skalierbar ist, steckt es einerseits in Modellen wie dem Dolpin Surf Mini und gleichermaßen in Flaggschiffen wie dem Tang-SUV.
Schon die kamerabasierte Version in den elektrischen Kleinwagen von BYD kann überzeugen, das autonome Fahren ist damit zumindest schon auf dem Level von Tesla FSD. Wäre doch cool, wenn das dann alles irgendwann auch mal bei uns ankommt.
