Amazon Fire TV: Weniger Android, weniger Apps

Fire TV Hero

Amazon hat spät im vergangenen Jahr mit einem neuen Fire TV-Gerät signalisiert, dass Android zukünftig nur noch eine beiläufige Rolle spielen wird. Zwar wird man weiterhin auf das Betriebssystem setzen, aber die Freiheiten vergangener Tage sind gestrichen und es gibt neue Geräte mit einem abgespeckten Betriebssystem.

Der neue Fire TV Select war der Anfang. Hier kommt eine optisch ähnliche Oberfläche zum Einsatz, doch sie setzt auf das stark reduzierte und eingeschränkte Vega OS. Das ist nicht mehr vergleichbar mit dem gewohnten Fire TV OS, das auf Android basiert. Und auch bei Android greift Amazon jetzt durch, das Ökosystem verändert sich.

Amazon verschärft die Blockade von unerwünschten Apps

Amazon hat den Sperrprozess für Fire-TV-Geräte verschärft und blockiert die Installation von Piraterie-Apps nun bereits im Ansatz, anstatt sie erst beim Starten zu stoppen. Diese neue Eskalationsstufe folgt auf eine Testphase, in der Nutzer lediglich Warnmeldungen erhielten. Die Identifizierung der blockierten Anwendungen erfolgt primär über den Paketnamen, was Amazon ermöglicht, bekannte illegale Tools treffsicher zu filtern.

Durch die Blockade auf Installationsebene wird auch die Nutzung von Klon-Tools direkt auf dem Fire TV verhindert, da die Original-App für den Klonvorgang gar nicht erst auf dem Gerät vorhanden ist. Trotz der Verschärfung bleibt das sogenannte Sideloading für legale Apps (wie Kodi oder Plex) weiterhin möglich, da Amazon gezielt nur Anwendungen auf eine schwarze Liste setzt, die primär für Urheberrechtsverletzungen gedacht sind.

Amazon reagiert mit dem neuen Vorgehen auf einen kleinen Teil seiner Nutzer, die hartnäckig die bereits eingeführten Sperren umgehen wollten. Nutzer versuchten bisher, die Sperren zu umgehen, indem sie Paketnamen mithilfe von Klon-Apps änderten oder modifizierte Versionen aus Drittquellen installierten. Amazon hat daraufhin Klon-Apps rausgeschmissen und die erwähnten Maßnahmen gestartet.

Jetzt wird durchgegriffen, womöglich als Maßnahme für eine langfristige Agenda

Es gab viele Jahre, da war Amazon im Grunde genommen alles egal, Hauptsache man hat viele Fire TV-Geräte verkauft und viele Nutzer auf der eigenen Plattform gehalten. Aber das ist jetzt anders, auch weil Politik und Verbände ein härteres Durchgreifen fordern.

Die verstärkten Sperrmaßnahmen werden jedoch auch als Vorbereitung auf den Wechsel von einem Android-basierten System hin zum neuen, hauseigenen Betriebssystem Vega OS interpretiert. Amazon schränkt die alte Plattform sukzessive so sehr ein, dass sich Kunden langfristig nicht mehr umgewöhnen müssten, wenn sie irgendwann auf ein Gerät mit Vega OS wechseln.

Zunächst soll Android jedoch für Fire TV weiterhin eine Rolle spielen, verkündete Amazon nach Spekulationen in den vergangenen Monaten. Freuen dürfen sich Bestandskunden im neuen Jahr schon über ein riesiges Update für die Fire TV-Oberfläche.

Kommentar verfassen

Bleibt bitte nett zueinander!