KI-Suchmaschine vor Gericht: Inkognito-Modus soll laut Klage eine Attrappe sein

Perplexity UI Android

Eine in den USA eingereichte Sammelklage wirft dem Unternehmen Perplexity vor, Chat-Verläufe seiner AI-Suchmaschine ohne Wissen oder Einwilligung der Nutzer an Google und Meta weiterzugeben. Laut der Klageschrift geschieht das über eingebettete Werbetracker wie das Meta Pixel, Google Ads und Google DoubleClick. Zusätzlich soll Meta eine sogenannte „Conversions API“ einsetzen, die laut Klage als Workaround dient, um Tracking auch dann zu ermöglichen, wenn Nutzer das Meta Pixel aktiv blockieren.

Betroffen sind der Klage zufolge sowohl registrierte als auch nicht registrierte Nutzer. Bei Letzteren soll sogar eine URL geteilt worden sein, über die Dritte auf den gesamten Chat-Verlauf zugreifen konnten. Auch der „Incognito Mode“ von Perplexity soll keinerlei Schutz bieten. Selbst Nutzer, die diese Funktion aktiviert hatten, sollen mitsamt E-Mail-Adressen und weiteren identifizierenden Daten erfasst worden sein. Die Klage bezeichnet den Modus als „Attrappe“.

Sensible Daten offenbar systematisch erfasst

Der anonyme Kläger gibt an, Perplexity für Steuerfragen, Rechtsberatung und Investitionsentscheidungen genutzt zu haben. Transkripte dieser Gespräche sollen an Google und Meta geflossen sein. Laut der Klageschrift fordert Perplexity Nutzer in Chats aktiv dazu auf, sensible Dokumente wie Befunde oder Finanzunterlagen hochzuladen, was das Ausmaß der potenziellen Datenweitergabe vergrößert.

Pikant: In seiner eigenen Datenschutzrichtlinie betont Perplexity, sensible persönliche Daten weder zu „verkaufen“ noch für verhaltensbasierte Werbung zu „teilen“. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen laut Klage keine „Do Not Track“-Signale und warnt sogar, dass das Blockieren von Trackern die Funktionalität einschränken könne. Die Datenschutzrichtlinie sei zudem auf der Startseite nicht verlinkt und benenne keine konkreten Tracker.

Klage deckt drei Jahre ab

Die vorgeschlagene Sammelklage deckt den Zeitraum vom 7. Dezember 2022 bis zum 4. Februar 2026 ab. Zahlende Pro- und Max-Abonnenten sind ausgenommen, da der Kläger diese Tiers nie genutzt hat und sie daher nicht vertreten kann. Pro Verstoß drohen Strafzahlungen von über 5.000 US-Dollar.

Google erklärte gegenüber Ars Technica, dass Unternehmen selbst für die Offenlegung ihrer Datenerhebung verantwortlich seien. Perplexity und Meta haben sich bislang nicht geäußert.

Sehr ärgerlich, aber leider nur wenig überraschend für mich, und ehrlicherweise wird es vermutlich nur wenig an meiner täglichen Nutzung von Perplexity ändern. Auf dem großen KI-Markt ist Perplexity gegenüber Giganten von Google spätestens seit Einführung des KI-Modus nur ein kleines Licht. Doch vor allem Samsung kooperiert mit dem jungen Unternehmen zunehmend.

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