Zunächst ging es gut los, die günstigen Elektroautos von Renault haben den schwachen Megane E-Tech abgefangen. Der neue Renault 5 kam gut an, das neue Elektromodell mit dem Retrodesign verkaufte sich zunächst ordentlich und mit dem Renault 4 bot man direkt auch eine gute SUV-Option an. Dennoch ist Renault gewissermaßen gescheitert.
Schaut man nämlich auf die heutigen Verkaufszahlen, das vergangene Jahr ist jetzt komplett abgeschlossen, steht man bei Renault Ampere vor einem Scherbenhaufen. Eigentlich sollte die für Elektroautos zuständige Tochter mal an die Börse gebracht werden, nun wird Ampere nach dem großen Misserfolg in den Mutterkonzern migriert und „verschwindet“.
Nach den aktuellen Zahlen ist Renault trotz seiner attraktiven Modelle im vergangenen Jahr in Europa bei Elektroautos sogar hinter BYD gelandet und die haben 2025 gerade einmal angefangen mit ihrer Offensive. Hyundai und BYD kommen auf 4 Prozent Marktanteil, Renault nur auf 3,7 Prozent und damit auf den zwölften Rang. Sogar Ford hat deutlich mehr Stromer verkaufen können.
Zu schwache Verkaufszahlen sorgen für Auflösungserscheinungen bei Renault
Beim Renault 4 stehen keine 5.000 Einheiten zu Buche, das kompakte Elektro-SUV ist nach Verkaufszahlen ein Desaster. Der Renault 5 sticht hingegen positiv mit rund 33.000 Einheiten hervor, aber das war aufgrund der geringen Konkurrenz auch gar nicht so schwer. 2026 könnte hingegen schwierig werden, wenn VW-Marken mit ID. Polo, Cupra Raval und Skoda Epiq nachlegen.

Wie nun Reuters berichtet, plant Renault die Auflösung seiner spezialisierten Elektroauto- und Softwareeinheit Ampere Holding und deren vollständige Wiedereingliederung in den Konzern. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Organisationsstruktur zu vereinfachen, Kosten zu senken und die Umsetzung künftiger Projekte zu beschleunigen.
VW kann mit Renault mitfühlen
Ampere bleibt intern aber weiterhin bestehen und wird als zentrales Zentrum für fortgeschrittene Ingenieursleistungen im Bereich Elektroantriebe und Software ausgerichtet. Das erinnert uns an Cariad, die Softwaretochter von VW sollte auch erst hoch hinaus und stürzte dann umso tiefer wieder ab. Cariad existiert zwar, ist jedoch nicht mehr so wichtig wie einst gedacht.
2026 geht es mit neuen Modellen für Renault um einen Neuanfang, wenn man es denn so sehen will. Der noch günstigere Renault Twingo E-Tech eröffnet eine weitere Zielgruppe und mit dem nächsten vollelektrischen Megane greift man die Golfklasse an – aus dem bisherigen SUV wird ein sogenannter Hothatch.
