Google führt für dieses Jahr einen neuen Prozess auf Android ein, der es etwas komplizierter macht, Apps von nicht verifizierten Entwicklern zu installieren. Aber die gute Nachricht ist: Man wird weiterhin Apps von Entwicklern installieren können, die nicht bei Google verifiziert sind.
Dennoch streitet die Community weiterhin, ob das nicht einen großen Einschnitt in die bisherige Offenheit von Android darstellt. Nun klärt Google noch etwas mehr darüber auf, was sich ändert, was sich nicht ändert und welche Bedingungen an die ganze Sache geknüpft sind.

24-Stunden-Wartezeit für nicht verifizierte Apps
Der Kern ist schon mal, dass der Prozess, die Installation von nicht verifizierten Apps zuzulassen, etwas komplizierter sein und einmalig länger andauern wird. Man muss einmalig bei diesem Prozess 24 Stunden warten, bevor man eine App von einer nicht verifizierten Quelle bzw. einem nicht verifizierten Entwickler überhaupt installieren kann.
Aber diese Freischaltung ist nur einmalig von dieser Dauer. Das gilt übrigens nicht für die Installation über die sogenannte Android Debug Bridge (ADB). Diese ist von dieser Wartezeit ausgeschlossen. Man kann die 24-Stunden-Wartezeit jedoch nicht mit einem ADB-Befehl aushebeln. Entweder ihr wartet oder installiert die App direkt über ADB.
Interessant ist dann noch zu wissen, dass man App-Updates für Apps, die nicht verifiziert sind, nur installieren kann, wenn der erweiterte Prozess aktiv ist. Das heißt: Wenn ihr eine App aus einer nicht verifizierten Quelle installiert und danach diesen Installationsprozess wieder deaktiviert, könntet ihr die App nicht aktualisieren. Das leuchtet aber ein, denn auch diese App-Updates sind letztendlich Installationen von nicht verifizierten Apps.
Eine weitere Antwort auf eine Frage der Nutzer: Weil der neue Prozess auf Systemebene integriert ist, können Apps übrigens nicht herausfinden, ob der erweiterte Prozess aktiviert ist oder nicht. Zugleich ist der Status des „Advanced Flow“, ob aktiviert oder nicht, ein Teil des System-Backups, wenn ihr auf ein neues Android-Gerät wechselt und muss ggf. nicht noch einmal durchlaufen werden.
Entwicklermodus und Banking-Apps
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der sogenannte Entwicklermodus nicht dauerhaft aktiviert sein muss, um nicht verifizierte APKs installieren zu können. Das bedeutet, man kann diesen Entwicklermodus auch wieder ausschalten, weiterhin nicht verifizierte APKs installieren und daher auch gleichzeitig zum Beispiel sicherheitsrelevante Apps wie Banking-Apps benutzen. Sie stehen im Entwicklermodus oft nicht zur Verfügung – das hat Sicherheitsgründe.
Meines Erachtens lässt sich festhalten, dass der neue Installationsvorgang für Drittanbieter-APKs von nicht verifizierten Entwicklern etwas umständlicher als bislang ist. Grundsätzlich stellt er aber eigentlich keine größere Hürde dar und die Installation von Apps aus fremden Quellen bleibt weiterhin möglich.
