BYD war erst äußerst beeindruckend, was die Bauweise seiner Elektroautos angeht. Zuletzt hatte man aber technisch eher verloren, die Konkurrenz ist vorbeigezogen. Nun schwingt sich BYD mit neuer Technik auf, zumindest die geplanten Ankündigungen sind auf einem Level, das wir in Deutschland so noch nicht kennen.
Was BYD verschweigt: Neues Ladesystem in der Realität kaum machbar
Vor wenigen Tagen berichteten wir von echten Erfahrungen mit dem CLA EQ von Mercedes. Der knackt die 300 kW am Schnelllader regelmäßig. Bei BYD nimmt jedoch das Megawatt-Ladeverfahren seinen Lauf, bei einem Event am 5. März soll sogar ein neues System mit maximal 1.500 kW vorgestellt werden. Die bis dato offene Frage ist: Verspricht BYD nur oder liefert man auch?
2026 hat jetzt schon zwei volle Monate hinter sich und das Megawatt-Laden ist für Europa nur großspurig ankündigt. Enttäuschend ist, dass man BYD derzeit nur quatscht, aber noch nicht liefert. Nicht mal ein erster Standort ist bekannt gegeben. Der für Europa neue Atto 3 Evo ist mit 800-Volt-Plattform und 220 kW nett für den Volumenmarkt, aber Lichtjahre von den großen Versprechen entfernt.
Europäische Anbieter wie Ionity setzen nun auf 600 kW je Ladepunkt, was an vielen Standorten schon grenzwertig sein dürfte. Und weil die den Markt in Europa sicherlich besser kennen, halte ich viel höhere Ladegeschwindigkeiten, wie sie BYD plant, für eine Utopie. Klingt schön und krass, dürfte aber kaum skalierbar sein.
Neue Reichweiten dank neuer Batterien und besserer Systeme
Abgesehen von dem neuen Ladesystem, das man sicherlich erst mal wieder nur in China bietet, soll es auch eine neue Generation der Blade-Batterie geben. Da sprechen wir von einer Energiedichte über 200 Wh/kg, was für die aktuell verwendete Zellchemie schon gut ist. BYD arbeitet weiterhin extrem kostenoptimiert.
BYD will nun regelmäßig Elektroautos mit über 1.000 Kilometer Reichweite präsentieren. Zumindest nach den chinesischen CLTC-Normen, in Europa sind das dann eher so 800 Kilometer nach WLTP und im echten Alltag vielleicht noch 600 Kilometer. Das erste Modell ist der aktualisierte Z9 GT der Premiummarke Denza. Der liefert exakt 1.036 Kilometer Reichweite nach CLTC, setzt jedoch trotz flacher Silhouette auf über 100 kWh Akku.

Das neue DM 6.0 Hybrid-System soll einen Kraftstoffverbrauch von lediglich 2,9 Litern auf 100 Kilometern erreichen. In Kombination spricht man von über 2.000 Kilometer Reichweite. In Deutschland mit Autobahn und Co.? Glaube ich nicht. Aber wenns nur 1.500 Kilometer sind, ist das immer noch eine Hausnummer und BYD nimmt damit den Langstrecken-Kunden ins Visier.
BYD mag große Zahlen, davon haben wir nichts
Auch wenn es Fortschritte gibt, BYD wirft da mit riesigen Zahlen um sich. Das muss man einordnen können: Bislang liefert der Autokonzern aus europäischer Sicht quasi gar nichts. Nahezu alle Elektromodelle, die man hier kaufen kann, haben nur eine langsam ladende 400-Volt-Architektur und sind bei der Reichweite sogar hinter deutsche Automarken gefallen.
