Das Berliner Start-up Law & Innovation Technology hat mit Consenter eine Browsererweiterung entwickelt, die Cookie-Einwilligungen zentral verwaltet. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit hat den Dienst als weltweit ersten seiner Art offiziell anerkannt.
Consenter besteht aus mehreren Modulen: Der Consenter Agent als Browser-Plugin erlaubt es euch, vorab festzulegen, für welche Zwecke ihr beim Besuch von Webseiten eure Einwilligung erteilen wollt. Diese Voreinstellungen werden automatisch an Webseiten übermittelt, die das Consenter-Banner implementiert haben. Anpassungen bleiben jederzeit möglich – etwa wenn eine Webseite besonders datenschutzfreundliche Tools einsetzt, was laut den Entwicklern das Vertrauen stärkt und sogar zu höheren Einwilligungsraten führen kann.

Webseitenbetreiber können über den Consenter Manager das Datenschutzniveau ihrer Seite gezielt steuern. „Wir machen transparent, wie datenschutzfreundlich die eingesetzten Drittanbietertools tatsächlich sind“, erklärt Prof. Dr. Max von Grafenstein, CEO des Start-ups. „Damit lösen wir ein fundamentales Strukturproblem unserer Internetwirtschaft.“ Das Ziel sei ein Wettbewerb hin zu datenschutzfreundlicheren Tools: „Damit ändert sich die Struktur des jetzigen Ökosystems grundlegend.“
Das Projekt entstand aus dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Forschungsprojekt „YourPrivacyLawyer“ in Kooperation mit dem Projekt „SID – Sicher im Datenverkehr“. Dem ging ein zehnjähriger Forschungsprozess voraus, in dem interdisziplinäre Methoden aus Recht, UX-Design und Verhaltensökonomik entwickelt wurden.
Im Chrome Web Store erhält die Erweiterung bislang gemischte Bewertungen. Während einige Nutzer das Tool loben – „Endlich ein Tool, das die nervigen Cookie-Anfragen für mich regelt“ –, berichten andere von Kompatibilitätsproblemen auf bestimmten Webseiten (Das kann ich bestätigen: Mit aktivierter Erweiterung funktionierte plötzlich die Oberfläche zum Verlinken in WordPress nicht mehr). Das Entwicklerteam reagiert aktiv auf Kritik und verweist auf eine Pausier-Funktion für problematische Seiten.
Eine weitere Einschränkung: Die Ausführungsverordnung zum Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz macht die Berücksichtigung von Einwilligungsagenten für Webseitenbetreiber faktisch freiwillig. Das widerspricht nach Ansicht des Entwicklerteams dem höherrangigen Parlamentsgesetz. Von Grafenstein hofft dennoch, „dass möglichst viele Verbraucher:innen den Agenten herunterladen und möglichst viele Websitebetreiber das Banner implementieren, insbesondere staatliche und öffentlich finanzierte Einrichtungen“.
Derzeit ist Consenter als Chrome-Erweiterung verfügbar, Versionen für Safari und Firefox sollen folgen.
