Obwohl es strengere Regularien in Europa gibt und es theoretisch sogar eine Pflicht für Updates gibt, sind Schlupflöcher vorhanden und einige Hersteller nutzen das aus. Das neueste Motorola-Smartphone ist ein Exempel, aber eines der schlechten Sorte.
Motorola bringt gerade mit dem Moto G17 ein neues Einsteiger-Smartphone mit Android an den Start. Die erste Enttäuschung, die man aufgrund der Preisklasse aber noch verstehen kann: Hier ist mit Android 15 die vorletzte Android-Version vorinstalliert und nicht das aktuelle Android 16.
Nun kann man sich im Markt umschauen und da sieht man immer wieder die Bereitstellung neuer Android-Versionen per Update zu einem späteren Zeitpunkt. Aber das ist der Punkt, da macht das neue Motorola-Smartphone die entscheidende Ausnahme und die EU-Regeln scheinen hier auch nichts ändern zu können.
EU-Gesetze können zum Nachteil der Kunden ausgelegt werden
Eine besondere Auslegung der EU-Gesetze könnte dafür sorgen, dass Hersteller immer noch wenig Updates ausliefern und sich damit dennoch gesetzlich konform verhalten. Motorola hat wohl genau das geplant, wobei es zumindest fünf Jahre lang Sicherheitsupdates gibt. Aber keine einzige neue Android-Version.
Es geht darum, dass die Hersteller die entsprechenden Updates an die Kunden ausliefern müssen, wenn (das entscheidende Schlüsselwort) sie entsprechende Updates bereitstellen. Der Haken: Es scheint nicht den Zwang zu geben, diese Updates bereitstellen bzw. entwickeln zu müssen und dann kann natürlich auch nichts verteilt werden.
Es besteht das Risiko, dass andere Hersteller diesem Beispiel folgen und ihre Update-Garantien ebenfalls auf das gesetzliche Minimum reduzieren. Während eine bessere Update-Garantie als Verkaufsargument bei hohen Gerätepreisen gesehen wird, könnte das insbesondere in sehr niedrigen Preisklassen vielen Kunden egal sein.
Ich würde, egal in welcher Preisklasse, nicht zu Smartphones raten, bei denen keine neueren Android-Versionen bzw. Android-Updates garantiert werden. Es muss kein jährliches Update sein und auch nicht zeitnah mit Release einer neuen Android-Version, aber eine Null-Update-Strategie ist nicht akzeptabel. Zumal es inzwischen Hersteller gibt, die ihre Update-Garantie nachträglich verlängern.
Google-Dienste: Updates gibt es trotzdem
Dass es keine neueren Android-Versionen gibt, ist nicht gleichzeitig das Aus für neue Funktionen generell. Google liefert inzwischen auch systemweite Verbesserungen über die Google-Dienste aus und das nicht allein für die neueste Android-Version. Funktionsupdates unabhängig der Android-Version kann es also geben, aber dafür gibt es eben kein Versprechen.
