KI: Smartphone-Hersteller sehen Ende der Apps, ich sehe das nicht so

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Angeblich steht das Ende der Apps bevor, denn im KI-Zeitalter werden Nutzer ihre Geräte kaum noch selbst bedienen. Ich sehe das ein wenig anders und würde nicht pauschalisieren.

In den letzten Jahren haben wir schon gesehen, dass zum Beispiel der Fernseher trotz des Rückgangs der linearen Angebote immer noch sehr wichtig ist. Ein großer Monitor im Zentrum einer Wohnung gehört bei vielen dazu, in den USA ist der TV zum Beispiel die wichtigste Hardware-Plattform für YouTube.

Der TV ist tot, lange lebe der TV

Nicht nur deswegen glaube ich nicht, dass wir in ein paar Jahren schon das Ende von Apps auf dem Telefon sehen. Es werden auch nicht sonderlich viele Menschen mit intelligenten Brillen herumlaufen. Das Smartphone bleibt das wichtigste Gerät im westlichen Alltag und die Apps im Zentrum der Nutzung.

Auch weil die Nutzer ihre meiste Bildschirmzeit in Diensten wie YouTube, TikTok, Instagram, Facebook und WhatsApp verbringen. In diesen Apps tut man Dinge, die kann eine KI nicht ersetzen. Selbst die Apps mit den meisten Downloads, darunter viele Shopping-Apps, werden nur teilweise durch KI verändert.

Carl Pei, Chef von Nothing, denkt an das Ende von Apps in fünf bis zehn Jahren. Das würde ich aber nur für einige Apps und App-Abläufe sehen, nicht pauschal für alle. In Gefahr sind vor allem alle Anwendungen, die vorrangig auf einen Kaufprozess ausgelegt sind. Ein Dienst wie Uber oder eine Flugsuche.

Einige Apps werden teilweise überflüssig, aber auf keinen Fall komplett

Was ich in ein paar Jahren vermutlich nicht mehr tun und auch nicht mehr im Prozess überprüfen werde, sind einige bzw. teilweise wiederkehrende Käufe und Bestellungen. Ich sage der KI nur, was ich möchte, der Rest erledigt sich von allein. Händisch Flüge raussuchen und buchen? Bald nicht mehr, vermutlich. Selbst die Pizza in den Warenkorb legen und bestellen? Wohl kaum, wenn ich immer dieselbe Sorte esse.

Anders ist es, wenn ich stöbern will. Das fällt bei der Buchung einer Uber-Fahrt weg. Aber wenn ich bei der Pizza variiere, will ich das Angebot sehen und betrachten. Gilt auch für Shopping. Immer den gleichen Kaffee bestellen? Das kann die KI machen. In neuen Kaffeesorten stöbern? Das mach ich natürlich mit den eigenen Augen und Händen.

Carl Pei sieht App-Entwickler und Anbieter generell gefährdet, was ich nicht glaube, wie ich eben dargelegt habe. Die Leute werden weiterhin WhatsApp nutzen, durch soziale Netzwerke scrollen und sich in Google Maps nach Restaurants umschauen.

Was KI in Software betrifft, sollten die Menschen meiner Meinung nach verstehen, dass Apps verschwinden werden. Wenn Sie Gründer oder ein Startup sind und Ihre App Ihr ​​Kerngeschäft ausmacht, wird diese Plattform zwangsläufig verändert werden, ob Sie es wollen oder nicht. Mit einer sehr starken Marke oder einem starken Vertriebsnetz können Sie den Wandel zwar noch etwas hinauszögern, aber ansonsten rate ich jedem, umzudenken.

Was natürlich künftig schwieriger für einige ist, ist die eigene Marke zu behaupten. Wenn ich für meinen Malaga-Urlaub die Flüge von der KI buchen lassen, dann wähle ich da nicht mehr die Plattform aus, das macht die KI automatisch anhand meiner Flug-Präferenzen. Die Anbieter können mit ihrer Marke nicht mehr auf den Kunden einwirken und verlieren ihre Sichtbarkeit.

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