Die Volumenmarken wie Hyundai haben es bereits vorgemacht, auch Cupra wird dem Vorbild folgen und Elektroautos mit künstlichen Klängen anbieten. Die Hersteller der teuren Sportwagen sind längst auch dabei und entscheiden sich allesamt für den synthetischen Sound bei Elektroautos.
Was erst ein wenig verpönt schien, kommt nun bei allen Automarken an. Porsche spricht vom künstlichen Sound und simulierten Gängen für neue Elektromodelle, BMW hat den Klang des ersten vollelektrischen M3 schon demonstriert und auch bei AMG wird es einen neuartigen V8-Klang für das erste Elektromodell geben.
Sportliche Elektroautos werden auch sportlich klingen
Die etwas preisintensiveren Marken scheinen das auch zu machen, darunter Ferrari und McLaren. Bei beiden warten wir auf die ersten Elektroautos, die sich langsam anbahnen. McLaren hat ein Patent für Elektrofahrzeuge eingereicht, das künstliche Fahrgeräusche nutzt, um dem Fahrer direktes Feedback über die Arbeit der Fahrzeugsysteme zu geben.
Der künstliche Sound, die simulierte Gangschaltung und solche Dinge, das ist alles kontrovers diskutiert. Die Hersteller halten es inzwischen für notwendig, weil es viele Experten gibt, die durchaus überzeugend darüber reden, dass man bei einer guten Umsetzung vergessen könnte, in einem Elektroauto zu sitzen. Andere wiederum halten es für kindisch.
McLaren macht den Antrieb hörbar: Sportwagen-Hersteller geht einen Schritt weiter
McLaren geht wohl einen eigenwilligen Weg. Deren System visualisiert akustisch, wie die Bordcomputer das Torque Vectoring oder die Stabilitätskontrolle steuern, anstatt nur generische Motorengeräusche abzuspielen. Wenn das Drehmoment beispielsweise an die rechten Räder geleitet wird – etwa bei Untersteuern oder durchdrehenden Rädern links –, verlagert sich der Sound hörbar auf die rechte Seite des Innenraums. Bei Allradfahrzeugen kann der Klang dynamisch zwischen vorne und hinten wandern.
Die Technologie nutzt das vorhandene Lautsprecher-Array des Fahrzeugs, um einen präzisen Surround-Sound-Effekt zu erzeugen, ohne zusätzliches Gewicht durch neue Hardware zu verursachen. Das Patent beschreibt auch eine mögliche dreidimensionale Verschiebung des Klangs nach oben und unten, wobei dazu entscheidende Details noch offen sind.
Ich halte diese Lösungen für sinnvoll, weil es das Auto im Grenzbereich besser steuerbar macht. Der Grenzbereich lebt auch vom Gefühl und von den Geräuschen, die gehören dazu und sollten nicht gestrichen werden. Aber man sollte im Alltag das auch alles abschalten können, um still und leise über die Straßen gleiten zu können.
