Schön reduziert auf die wesentliche Dinge, so macht man es bei Ferrari. Mercedes-AMG setzt beim elektrischen GT jedoch auf das volle Programm, wie der erste Blick in das neue Cockpit zeigt.
In nächster Zeit passiert so einiges. Mercedes-AMG wird sein erstes elektrisches viertüriges Coupé auf dem neuesten technologische Stand auf die Straßen bringen und damit direkt den ebenfalls ersten elektrischen Ferrari Luce angreifen. Ich finde das brutal spannend, weil nun auch die „extremen“ Marken den Markt der Elektroautos angehen.
Was ich aber nicht fühle, ist das neue Cockpit des AMG GT. Es sieht aus wie eine aufgebohrte Version der Mercedes-Mittelklasse, die man auch schon im CLA EQ bekommt. Das ist in meinen Augen einfach von allem zu viel und wird dem Label nicht wirklich gerecht. Dass dazu der Bildschirm in der Mitte zum Fahrer geneigt ist, macht die gesamte Optik irgendwie noch schlimmer.

RACE ENGINEER: AMG verknüpft Schalter in der Konsole direkt mit dem digitalen Gehirn des Autos
Über Geschmack lässt sich natürlich streiten, hier bin ich jedenfalls raus. Was den Kunden jedoch gefallen wird, sind die AMG-Zusätze. In der Mittelkonsole gibt es zum Beispiel eine AMG RACE ENGINEER Control Unit, worüber Ansprechverhalten, die Agilität und die Traktion gesteuert werden können. Für Rekuperation und Bremssystem gibt es Paddels hinterm Lenkrad.

Was man heute schon weiß. AMG bietet wahrscheinlich etwas über 630 Kilometer Reichweite und im Topmodell dennoch bis zu 1.360 PS. Je nach Fahrweise dürfte sich das viertürige Coupé daher lange ohne Ladestopp oder extrem dynamisch bewegen lassen. An der Ladesäule könnten sogar bis zu 1.000 kW möglich sein, da muss man jedoch das Serienauto abwarten.
Das größte Problem beim Schnellladen ist die Infrastruktur in Europa, denn mehr als 350 kW zu finden ist schon schwierig genug. Immerhin kann man davon ausgehen, dass der AMG GT wahrscheinlich wirklich jede Ladesäule vollständig ausreizen wird, bis dann irgendwann BYD mit seinen Megawatt-Ladern den europäischen Markt bedient.

