Netflix erhöht mal wieder die Preise, was man vor allem mit dem gestiegenen Budget für Inhalte begründet. Ein anderer Grund: Netflix kann es machen, denn gekündigt wird deshalb kaum.
Dass man für ein Standard-Paket bei Netflix mal 7,99 Dollar zahlte, das ist schon ein paar Jahre her. In den letzten Jahren ist Netflix rund 150 Prozent teurer geworden, wie man bei Bloomberg vorrechnet. Ein Haupttreiber dafür sei das Budget für Inhalte, das immer stärker wächst.
Monatliches Budget bei Netflix steigt von 2 Milliarden auf bald 20 Milliarden Euro

Netflix hat nur ein Problem und das ist meines Erachtens die wachsende Querfinanzierung der Interessensgruppen. Wer sich Netflix eigentlich für Serien gönnt, der muss auch die teuren Filme mit gegenfinanzieren. Und zuletzt nimmt auch das Sportangebot zu, interessiert jedoch nicht jeden Nutzer. Netflix ist breiter denn je aufgestellt, das wird zur Herausforderung.
Neue Preiserhöhung gerade in den USA gestartet
Bislang sind die Preissteigerungen jedoch kein Grund zur Kündigung. Denn Netflix steht mit seinen steigenden Preisen nicht alleine da. Andere machen das auch und somit wirkt der Weg von Netflix weniger schlimm.
Ein weiterer Vorteil von Netflix ist die Historie. Man ist viel länger am Markt als Disney+ oder Apple TV und konnte dadurch die Preise über einen längeren Zeitraum sukzessive steigern, es gab keinen einmaligen Preissprung.
Und zu guter Letzt scheint das günstigere Werbepaket immer noch beliebt zu sein. Die Werbeerlöse steigen an, die Abonnenten ebenfalls. Die rund 1,4 Milliarden Euro aus dem Vorjahr will man 2026 verdoppeln können. Mehr Kunden, mehr und effektivere Werbeeinblendungen.
Technisch betrachtet nutzt Netflix die hohen Preise der werbefreien Tarife inzwischen als wirksamen Hebel, um Kunden gezielt in das lukrativere Werbe-Modell zu drängen. Das führt den früheren Streaming-Gedanken ad absurdum. Streaming mit Werbung erinnert an das klassische TV-Modell.
Ganz entscheidend ist am Ende, dass Netflix immer noch eine Sogwirkung hat und bei den Leuten wohl Fomo auslöst, deshalb werden höhere Preise und Werbung akzeptiert.
