Spotify-Nutzer können sich bald die wildesten Playlists zusammenprompten

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Bild: Spotify

Spotify weitet die Beta-Phase für sein Feature „Prompted Playlist“ aus. Nach dem Start in Neuseeland können nun auch Premium-Nutzer in den USA (wo das Abo gerade erst teurer geworden ist) und Kanada die Funktion testen. Ihr beschreibt in eigenen Worten, was ihr hören wollt, und der Algorithmus erstellt daraufhin eine personalisierte Playlist.

Die Funktion greift dabei auf eure gesamte Spotify-Hörhistorie zurück. So entstehen Playlists, die nicht nur aktuelle Vorlieben berücksichtigen, sondern euren kompletten Musikgeschmack widerspiegeln sollen. Beispiele für mögliche Eingaben: „Musik meiner Top-Künstler der letzten fünf Jahre mit Deep Cuts, die ich noch nicht kenne“ oder „Energiegeladener Pop und Hip-Hop für einen 30-minütigen 5K-Lauf mit Cool-down am Ende“. Ihr könnt sogar Bezüge zu aktuellen Filmen oder TV-Serien einbauen.

Jeder Song wird mit Kontext versehen, der erklärt, warum er empfohlen wurde. Ihr könnt die Playlist täglich oder wöchentlich automatisch aktualisieren lassen oder den Prompt jederzeit anpassen. Wer Inspiration braucht, findet vorgefertigte Prompt-Ideen direkt in der App. Zusätzlich haben Spotifys Musik-Editoren kuratierte Prompts erstellt, die als personalisierte Playlists auf der Startseite erscheinen.

Gustav Söderström, Co-President, CPO und CTO von Spotify, betont den Paradigmenwechsel: Nutzer sollen den Algorithmus nicht mehr nur passiv füttern, sondern aktiv steuern. Mit über 9 Milliarden von Nutzern erstellten Playlists sei menschliche Kuration nach wie vor zentral. Prompted Playlists mache diese Kreativität nun technisch nutzbar. Auch für Künstler (die den Streaming-Giganten seit Jahren kritisieren) sieht Spotify Vorteile: Die Funktion soll ihre Musik gezielter zu passenden Hörern bringen.

In dem Zusammenhang ganz spannend finde ich eine Aussage der früheren Kurationschefin Meg Tarquino, die sich in einem Podcast explizit dagegen ausgesprochen hatte, dass ihr Team Musikgeschmack brauch. „Ich denke, sie kuratieren es, weil sie den Raum und das Publikum verstehen und wissen, dass es ihnen in diesem speziellen Kontext gefallen würde. Je mehr sie also ihren persönlichen Geschmack von ihrer Arbeit trennen können oder sich zumindest bewusst sind, dass es sich dabei nur um eine Assoziation und nicht um einen Grund für Ihre Arbeit handelt, desto besser.“ Mal sehen, ob eine KI diese Aufgabe genauso gut erfüllen kann.

Wann das Feature in weiteren Märkten erscheint, ist noch offen. Spotify kündigt an, dass 2026 weitere Neuerungen für Fans und Künstler folgen sollen.

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