Volkswagen kann Elektroautos und andere Modelle in China nun völlig unabhängig entwickeln und dann auch fertigen. Damit erreicht der Konzern vor Ort noch mehr „China Speed“ und setzt ein Statement für die eigene Historie, erstmals woanders auf der Welt völlig unabhängig von Deutschland und Wolfsburg zu sein.
Das werden einige auch mit gemischten Gefühlen aufnehmen. Konzentriert sich VW nun zu stark auf China, weil der Markt dort wächst und interessanter für die Autohersteller ist? Wird Europa, der heimische Markt, nun sogar hinten angestellt? Ist die Geschwindigkeit der Entwicklung neuer Modelle nun wichtiger als die gewohnte VW-Qualität?
VW hat sich in China in erster Linie neu aufgestellt, um dort wieder ernsthaft „wettbewerbsfähig zu sein“. Es ist schlichtweg zu teuer, die Autos in Europa zu entwickeln und zu fertigen, um sie dann in China anzubieten. Außerdem kann man sich vor Ort besser am dortigen Markt orientieren. Das sollte einleuchten und macht den Schritt umso verständlicher.
VW will „China Speed“ jedoch nicht um jeden Preis realisieren, heißt es weiter. „Sicherheit, Langlebigkeit und Qualität“ seien für VW „nicht verhandelbar“. Die dadurch gesetzten Grenzen in der Entwicklungszeit wird man nicht für „ein bisschen mehr China Speed“ überschreiten, sagen die VW-Verantwortlichen.
VW könne durch die neuen Umstände in China in nur noch 24 Monaten neue Modelle entwickeln. Bevor sich der Markt durch China stark verändert hat, war bei Autoherstellern oftmals die Rede von fünf Jahren für ein neues Modell und das bei weniger drastischen technischen Veränderungen als heute.
VW hat sich übrigens auch in Europa neu aufgestellt, um die Produktion der neuen Modelle zu beschleunigen, indem Prozesswege deutlich verkürzt und vereinfach werden. Wir hoffen, dass das alles fruchtet und VW aus der aktuellen (finanziellen) Situation nun doch wieder rauskommt.
