Volkswagen hat gerade zwei komplett unterschiedliche Welten aufgebaut, denn die Elektromodelle in China unterscheiden sich massiv von den europäischen Autos.
Bei uns gilt: Elektroautos der Core-Marken aus dem VW-Konzern setzen generell auf eine 400-Volt-Plattform (MEB) und laden mit weniger als 200 kW in der Spitze. Dabei ist egal, ob wir einen günstigen Skoda Epiq kaufen oder den kommenden ID. Tiguan (Nachfolger des ID.4). In China sieht es dank einer Zusammenarbeit mit Xpeng nun komplett anders aus.
Volkswagen bringt dort mehrere neue Modelle an den Start, darunter auch einen ersten Range-Extender (auch nicht für uns). Mit dem ID. Unyx 08 gibt es aber auch das erste vollelektrische SUV auf einer Xpeng-Plattform, das auf 800 Volt setzt und damit eine deutlich bessere Lade-Performance als deutsche VW-Modelle bietet.

10 bis 80 Prozent: Ladezeit auf 20 Minuten reduziert
Womit der Unyx 08 jedoch auch überzeugt, sind eine hochwertige Verarbeitung, gute Materialien und neueste Technologie an vielen anderen Stellen. Dabei muss man verstehen, dass VW auch auf den Bildschirmen im Innenraum eine komplett andere Software anbietet als bei uns.

Anders als in Europa gibt es in China nicht die Rückkehr zu klassischen Schaltern und Tasten, stattdessen gibt es hier die volle Zukunft mit Touch und Spracheingabe. Wobei man auf dem Lenkrad ein simples System aus Steuerkreuz und Walze umsetzt. „Alles wirkt deutlich moderner als in den aktuellen europäischen VW-Modellen“, schreibt man bei der Autobild nach einer Testfahrt.
Das Beifahrer-Display gefällt mir persönlich gar nicht (in allen Autos), in Deutschland wird es aber zumindest bei den Premium-Marken des VW-Konzerns auch schon angeboten. Im Gegenstück zum ID.4 in China gibt es den zweiten Bildschirm auch bei VW.

Den Unyx 08 werden wir in dieser Form nie nach Europa bekommen, die gemeinsamen Xpeng-Projekte wird man nicht exportieren. Was jedoch dazu führt, dass wir noch eine Weile warten müssen, weil erst mit dem Wechsel von MEB auf SSP (gegen 2030 oder etwas früher) bei VW eine modernere 800-Volt-Plattform eingesetzt wird.
VW wird unterm Strich ein paar Jahre hinterher hängen, wie es auch schon Tesla heute tut. Die konkurrierenden Marken wie BYD wechseln zunehmend auf 800 Volt mit ihren Volumenmodellen, wie beim Atto 3 Evo. Einige wie Zeekr bieten auch bei kompakten Stadt-SUVs wie dem X schon die Vorteile der 800-Volt-Plattform und damit starken Ladekurven an.
