VW verzichtet auf fahrende iPhones: Chef hält echte Tasten, Schalter, Türgriffe für „nicht verhandelbar“

VW ID. Cross Konzept 2

In der Zukunft hat Volkswagen in seinen Modellen wieder viel aus der Vergangenheit, denn die meisten Touchfunktionen werden mit Einführung des ID. Polo wieder verschwinden.

Thomas Schäfer ist dabei sogar sehr eindeutig, der VW-Chef räumt mit Fehlern der letzten Jahre auf. Man habe eindeutig „das Kerngeschäft verloren“, weil von den eigenen Grundsätzen abgerückt wurde. Im Fokus steht bei VW in den letzten Jahren der Verzicht auf echte Knöpfe und das sogar in Kernprodukten wie dem Golf.

Schäfer räumt auf, was Diess verbockt hat

Unter der Leitung von Schäfer schlägt VW jedoch wieder einen anderen Weg ein. VWs müssen „stabil und sympathisch“ sein, die dritte Zutat wäre jedoch geheim. Im Fokus steht das freundliche VW-Gesicht, das muss erkennbar sein. Außerdem müssen Bauteile wie Türgriffe intuitiv sein, sagt Schäfer zu den Kollegen.

Wenn ich mit vollen Einkaufsbeuteln zum Auto komme, dann muss ein Türgriff einfach bedienbar sein und keine weitere Herausforderung. Was auch für andere Bedienelemente gilt, weswegen man echte Knöpfe zurückbringt. Bedeutet auch, dass VW sogar die klassischen Fensterheber zurückbringt: Für vier Fenster wird es wieder vier einzelne Schalter geben.

Schäfer meint auch, dass der Trend zum „iPhone-ähnlichen Design- und Nutzungsstil“ eine Zeit lang nicht aufzuhalten war. Für ihn sind jedoch „Türgriffe und Knöpfe absolut unverhandelbar.“

Zurück zu Schalter und Tasten mit betonter Einfachheit

Der Blick ins Cockpit des ID. Polo zeigt eindeutig, dass VW das Design von Schalter und Tasten diesmal betont simpel gestaltet. Man versucht auch nicht viel mit Design zu arbeiten. Es gibt schwarze Tasten am Lenkrad, die optisch gar nichts hermachen, aber dafür sicherlich gut zu drücken sind.

ID Polo Cockpit 1

Herbert Diess hatte eine Vision und hat dabei auch Dinge falsch gemacht

Kai Grünitz (Technikchef) gibt zu versehen, nach 30 Jahren Firmenangehörigkeit, dass jeder VW auch für den Vorstand und für den CEO entwickelt wurde. Ein Teil der Chefs der letzten Jahrzehnte hatte ein Gespür für den Kunden, Herbert Diess (unter ihm entstand der ID.3) schien das nicht zu haben. Sagt Grünitz zwar nicht so direkt, aber das wird er gemeint haben.

VW testet heute mit Kameras und großen Umfragen ganz genau, wofür der Kunde einen Knopf benötigt und wo er ihn im Cockpit erwartet. Das Feedback der Kunden sei jetzt besonders wichtig und dabei scheint sehr stark durchzudringen, dass viele eben doch kein fahrendes iPhone möchten. Zumindest nicht in Europa.

Community freut sich auf haptisches Erlebnis

In der Community ist die Freude groß. Die haptischen Elemente würden die Sicherheit erhöhen, denn man muss nicht bei jeder Aktion den Blick von der Straße abwenden. Auch die direkte Rückmeldung echter Schalter und Tasten sei erfreulich, die „Muscle Memory“ könne bei Touch nur bedingt einsetzen. Kritik gibt es für das jahrelange Ignorieren des Kundenfeedbacks.

Skeptisch bleiben die, die immer noch die Software von VW und ihre Schwierigkeiten sehen. Man darf hoffen, dass es mit der neuen ID.Software 6 endlich besser wird.

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