Audi verordnet Bildschirm-Diät: Schluss mit dem Mega-Kino im Cockpit

Audi Konzept Hero 4

Der Bildschirm übernimmt das Auto und inzwischen gibt es verschiedene Lösungsansätze, doch davon zeigt sich nicht jeder Hersteller endlos begeistert und einige wollen lieber „radikale Schlichtheit“. Der aktuelle Designchef von Audi sieht im Bildschirm nicht die Zukunft.

Und welche Haltung der Designchef hat, dass demonstriert Massimo Frascella gerade mit dem Concept C von Audi. Wenn man das Fahrzeug im ausgeschalteten Zustand von innen sieht, dann „vermisst“ man vor allem Bildschirme. Es gibt einen für den Tacho und einen zweiten Bildschirm, der sich jedoch verstecken lässt. Es gibt ein schlichtes Cockpit zu sehen, mit einigen Tasten und Schaltern.

Audi Concept C Cockpit

Irgendwie wirkt das Concept C der Zukunft zugewandt und dennoch ungewohnt analog. Die neue Designphilosophie von Audi, die man beim Concept C bereits sehen kann, basiert auf vier Säulen: „clear“ (klar), „technical“ (technisch), „intelligent“ (intelligent) und „emotional“ (emotional).

Audi will wieder mit Materialien überzeugen und nicht mit großen Bildschirmen

Ziel ist es, die visuelle Überladung der letzten Jahre zu beenden und zu der Reinheit zurückzukehren, die Modelle wie den ersten TT, den A2 oder den A6 von 1997 auszeichnete. Besonders beim Blick in die aktuellen Audi-Modell ist das ein überfälliger Schritt.

Audi Lenkrad November 2025

Audi distanziert sich mit seinem neuen Weg vom Trend der riesigen Bildschirme („Mega-Screens“), da diese laut Frascella nicht die beste Nutzererfahrung bieten. Ein komplett anderer Weg, der etwa bei Mercedes gegangen wird, wo man den sogenannten „Superscreen“ gerade erst in einer neuen Version einführt.

Mercedes GLC Infotainmant MBUX Superscreen 1

Audi will zukünftig den Bildschirm etwas in den Hintergrund rücken lassen und auf eher kleinere Ausführungen setzen. Stattdessen sollen hochwertige und haptisch ansprechende Materialien im Cockpit überwiegen. Audi will nicht Technik nur der Technik willen integrieren, gibt Frascella zu Protokoll.

Haptik ist sehr wichtig. Große Bildschirme bieten nicht das beste Erlebnis. Das ist Technologie um der Technologie willen. Für uns ist Technologie da, wenn man sie braucht, und nicht da, wenn man sie nicht braucht.

Elektroautos müssen nicht elektrisch aussehen, meint der Designchef. Stattdessen setzt er bei einem Auto eher auf den hochwertigen und harmonischen Look. Audi möchte nicht, dass die Technologie bestimmt, was der Kunde tut, sondern die Technologie so eingesetzt bekommen, dass sie der Marke und dem Kunden etwas bringt.

Ein vernünftiger Ansatz, den ich gewissermaßen bei Tesla schon sehe. Hier gibt es einen Bildschirm und das wars. Das restliche Cockpit ist reduziert und funktional, tatsächlich sind verbaute Materialien für den Kunden gut sichtbar und sie bestimmen den Eindruck der unmittelbaren Umgebung.

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