Elektroautos in Deutschland und das Scheitern: Es gibt keine „starren“ Ziele mehr

Renault 5 Elektroauto Laden

Obwohl der Markt für Elektroautos wächst, 2025 ganz gut gelaufen ist und 2026 durch die neue Förderung womöglich wieder einen Aufschwung bekommt, haben jetzt eigentlich alle ihre Ziele für die Transformation gestrichen oder stark aufgeweicht – da ist die Bundesregierung keine Ausnahme.

Bislang galt ein starres Ziel für 2030: In Deutschland sollten bis dahin über 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein. Das Ziel wurde gesetzt, da war es noch utopisch und extrem ambitioniert. Aber es heißt ja immer, dass große Ziele gesetzt werden sollten, damit man auch etwas erreicht.

Es fehlt immer noch an günstigen Elektroautos im größten Marktsegment

Nach den letzten Jahren ist vielen jedoch klargeworden, dass dieses Ziel nicht erreichbar ist. Allein das Angebot an guten Elektroautos in allen Preisklassen war nicht vorhanden und ist es immer noch nicht. VW hat als größter europäischer Hersteller bis heute kein Modell für unter 30.000 Euro im Angebot (exkl. Angebote).

Nun rückt 2030 immer näher und wir sehen das damals in der Merkel-Regierung gesetzte Ziel als unerreichbar. In Deutschland sind aktuell lediglich zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge zugelassen, was nur einen Bruchteil des Gesamtbestands von über 49 Millionen Pkw ausmacht. Da ist noch brutal viel Luft nach oben.

Nicht nur das mangelnde Angebot ist ein Problem, auch die Kaufkraft spielt eine Rolle. Das Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Autos stieg im Jahr 2025 auf den historischen Höchstwert von 10,6 Jahren an. Es gibt also einen klaren Trend zum längeren Besitz eines Autos, die Neuanschaffungen sind weniger geworden.

Bundesregierung kassiert Ziele und holt sich billigen Applaus

Nun sieht die deutsche Regierung wieder ab von „starren Zielzahlen“, damit würde man den komplexen Anforderungen der Transformation im Verkehrssektor nicht gerecht werden. Die deutschen Straßen in Höchstgeschwindigkeit zu elektrifizieren ist somit gescheitert. Wie schon beim aufgeweichten Verbrenner-Aus: Das wirkt alles extrem ambitionslos und wird als falsches Signal gewertet.

Eine übrig gebliebene Gegner der Elektromobilität sind sicherlich glücklich über die weiterhin starke Feinstaubbelastung unserer Luft, über Öl im Boden und lauten Städten. Aber dann bitte nicht jammern, wenn wir in ein paar Jahrzehnten wirklich in allen Sektoren noch stärker als eh schon zurück hängen. Ich kann es nur schwer ertragen, wie man alle Ziele aufgibt, nur weil es mal holprig geworden ist.

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2 Gedanken zu „Elektroautos in Deutschland und das Scheitern: Es gibt keine „starren“ Ziele mehr“

  1. Tja, die breite Masse will eben keine E-Autos. Wer bei null anfängt also keine Wallbox und keine passende elektrische Leitung hat muss erst einmal investieren, um zu Hause laden zu können.
    In so einem Fall sehe ich das ehrlich gesagt nicht ein, vor allem wenn 50 Meter weiter eine Tankstelle ist, an der ich ohne zusätzliche Investitionen direkt tanken kann.

    Warum sollte ich also investieren? Zumal ich vieles neu machen müsste, weil es eben ein altes Bauernhaus ist. Nö,das Geld stecke ich lieber woanders hinein, in Dinge, die mir auch Freude machen.

    Solange ich meinen Verbrenner fahre, ergibt ein E-Auto für mich einfach keinen Sinn. Zumal die nächste Ladestation 15 km entfernt ist.

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