Google ist das dominierende Unternehmen für Werbung auf Webseiten und hat das Angebot in den letzten Jahren sukzessive erweitert. Mit der Offerwall geht man meines Erachtens einen Schritt zu weit.
Ja, auch wir nutzen diverse Adsense-Funktionen, damit wir kostenlose Inhalte bereitstellen und darüber gewinnbringend finanzieren können. Wir spielen aber keine Videos ab, nichts überlagert „plötzlich“ im Leseprozess. Und man kann sofort auf Inhalte zugreifen, ihr müsst nicht warten wie bei YouTube-Anzeigen.
Aber auch für Webseiten werden inzwischen Werbebanner von Google angeboten, die den Nutzer zwingt zu warten. Mit der sogenannten Offerwall werden nun Werbebanner ausgespielt, die sich nicht einfach wegdrücken, überscrollen oder minimieren lassen. Stattdessen kann der Nutzer den Inhalt erst sehen, wenn er sich eine „kurze“ Werbeanzeige anschaut.

Neues Werbeformat für Webseiten lässt sich nicht überspringen
Die Offerwall klingt für den Seitenbetreiber erst mal nett, der Leser kommt ja wegen des Inhalts und wird schon warten. Das glaube ich aber nicht. Die Offerwall wird Leser nur direkt vergraulen und macht das Internet noch schlimmer. Man könnte sagen, dass Google seine nervigsten Werbeformate von YouTube zunehmend auf Webseiten bringt.
Nur ist der Unterschied, dass man sich bei YouTube für ein Premium-Abo entscheiden kann und das gilt für alle Inhalte. Für „normale“ Webseiten ist das in dieser Form nicht möglich. Es gibt Paid-Optionen, aber davon leben kann man nicht. Die offene Welt von Webseiten ist nunmal etwas ganz anderes als eine Gatekeeper-Plattform wie Youtube.
Auch Experten wie Glenn Gabe sind sicher, dass die sogenannte Offerwall der Tod für eine Webseite ist, denn sie wird darüber massiv negative Nutzersignale sammeln. Mir ist die Offerwall bislang nur einmal auf einer Seite über den Weg gelaufen und ich war auch direkt „not amused“. Mit normalen Werbebanner kann ich hingegen gut leben und tue das auch.
