Der App-Markt entwickelt sich zunehmend paradox: Während immer weniger Menschen neue Apps installieren, steigen die Ausgaben auf Rekordniveau. Laut dem Analysedienst Appfigures (via Techcrunch) erreichten die weltweiten Einnahmen aus mobilen Anwendungen 2025 rund 155,8 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von über 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gleichzeitig gingen die Downloads zum fünften Mal in Folge zurück. Mit 106,9 Milliarden Installationen über App Store und Google Play lag die Zahl knapp drei Prozent unter dem Vorjahreswert. Den Höhepunkt hatte die Branche 2020 mit 135 Milliarden Downloads erreicht, als die Pandemie die mobile Nutzung befeuerte.


Die wachsende Kluft zwischen Downloads und Umsatz erklärt sich durch veränderte Geschäftsmodelle. Entwickler haben gelernt, bestehende Nutzer besser zu monetarisieren. Abo-Modelle und In-App-Käufe sind mittlerweile in fast jeder App Standard. Kostenlose Apps ohne Zusatzkosten werden immer seltener, das sollte auf der Hand liegen.
Bemerkenswert ist auch die Verschiebung innerhalb des Marktes. Mobile Spiele waren jahrelang der wichtigste Umsatzbringer, doch 2025 überholten andere App-Kategorien erstmals die Games. Auf Spiele entfielen noch 72,2 Milliarden Dollar, während Nicht-Spiel-Apps wie Produktivitäts-, Streaming- und Lifestyle-Anwendungen zusammen 82,6 Milliarden Dollar einbrachten. Bei den Downloads verloren Spiele mit einem Rückgang von 8,6 Prozent besonders deutlich.
Der App-Markt ist also gut gesättigt, was ich selber immer wieder merke, wenn ich den App Store oder Play Store öffne und mir dieselbe Handvoll Apps jedes Mal „redaktionell“ empfohlen wird. Neue Nutzer zu gewinnen wird schwieriger, weshalb Entwickler verstärkt auf wiederkehrende Einnahmen setzen. Ob dieser Trend langfristig trägt, bleibt aber offen. Denn irgendwann könnte die Zahlungsbereitschaft auch an ihre Grenzen stoßen. Wie sieht’s bei euch aus?
