BYD startet mit dem großflächigen Ausbau seiner neuesten Ladestation, zu erkennen an einem großen türkisen T und an der brutal Ladeleistung von mehr als 1.000 kW. In Europa soll das Megawatt-Schnellladen auch noch 2026 ankommen.
BYD tritt aus dem Schatten anderer progressiver Automarken aus China
Bis zu 1.000 V und 1.500 A leistet das neue System, dafür benötigen wir jedoch abseits der Ladestation außerdem noch reichlich Platz für Transformator, Wechselrichter und so weiter. In der Spitze werden kompatible Elektroautos mit über 1.360 kW geladen, damit sind über 400 Kilometer Reichweite in weniger als fünf Minuten nachgeladen.
In den chinesischen Netzwerken tauchen gerade neu Fotos von den frisch installierten Ladestationen auf:

Wir freuen uns natürlich schon über die 220 kW und 800 Volt beim neuen Atto 3 Evo, aber Megawatt ist natürlich ein ganz anderes Level. Freilich bleibt das erst mal eine Seltenheit, könnte langfristig aber ganz normal sein. Zum Vergleich: In Europa liegen wir bei einigen erhältlichen Modellen anderer Marken bei 400 bis fast 600 kW (BMW, Xpeng, Smart).
Eine aktive Kühlung und Flaschenzug-System für schwere Kabel
Für diese schiere Leistung sind die wichtigsten Bauteile vor Überhitzung gut geschützt, denn Ladekabel und auch das gesamte Terminal sind mit einer Flüssigkeitskühlung ausgestattet. Wir kennen das so ähnlich auch auf dem kleinen Level von Smartphones oder PCs, dabei werden Dampfkammern zur effektiveren Kühlung verwendet.
BYD hat sich für die Kabel auch was einfallen lassen müssen, hier setzt man auf eine Art Flaschenzug. Dadurch werden die schweren Kabel deutlich leichter zu handhaben sein. BYD setzt für maximale Leistung auf Dual-Gun, wobei in kompatible Fahrzeuge zwei der Stecker angesteckt werden. Der legendäre Ferrari F40 musste damals auch beidseitig betankt werden.
Ich habe immer noch Zweifel, ob BYD damit wirklich erfolgreich ist und vor allem blicken wir etwas skeptisch auf das geplante Megawatt-Netzwerk in Europa. Versprochen hat man viel, jetzt muss BYD auch wirklich liefern. Das ist jedenfalls ein ordentliches Kontrastprogramm zur sonst eher als „günstig“ wahrgenommen Elektroauto-Marke aus China.
