Schon mal die Frage gestellt, warum Google Maps-Neuerungen und auch Funktionen in anderen Google-Apps oftmals sogar zuerst für das iPhone bereitgestellt werden? Das hat Gründe, die jeder versteht.
Generell muss man dazu wissen, dass Google ein US-Konzern ist und trotz seiner weltweiten Präsenz wohl annähernd 50 Prozent seiner Einkünfte direkt in den USA und damit im Heimatmarkt erzielt. Der große Heimatmarkt ist immer noch extrem wichtig und besonders hart umkämpft, denn dort dominiert das iPhone.
Apple dominiert den Heimatmarkt von Google
Während die Android-Hersteller weltweit dominieren und einen Markanteil von über 70 Prozent haben, sieht es in den USA komplett anders aus. Bei den den Auslieferungen im letzten Jahr lag Apple mit über 50 Prozent Marktanteil vorn, Samsung war mit ca. 20 Prozent der zweitgrößte Hersteller und bereits deutlich abgeschlagen.
Aber nicht nur deshalb hat das iPhone klare Priorität. Auf den Apple-Geräten konkurriert Google Maps zudem mit Apple Maps und da will man sich einen Vorteil verschaffen können, was mit neuen Funktionen möglich ist. Auch bei Angeboten wie Google Gemini ist die Konkurrenz auf Apple-Geräten „härter“ als unter Android, wo Google-Dienste grundsätzlich vorinstalliert sind.
iPhone bietet weniger Auswahl und aktuellste Software
Nicht zu vergessen die simplere Gerätestruktur bei Apple. Das Portfolio ist einheitlich, vor allem Hardware-Konfigurationen gibt es dort nicht annähernd so viele wie bei Android. Der Anteil der Geräte, die die aktuellste iOS-Version haben, ist absolut kein Vergleich zur Android-Welt, wo oftmals nur ein Bruchteil auf der aktuellsten Version unterwegs ist. Erreicht eine neue Android-Version nach einem Jahr mit etwas Glück 10 Prozent, ist ein neues iOS nach Monaten auf über 70 Prozent der iPhones.
Das für iOS zuständige Entwickler-Team bei den Google-Angeboten dürfte weniger zu tun haben, besonders was die reibungslose Kompatibilität angeht. Bei Android werden zig Android-Versionen berücksichtigt, zig Tausende Kombinationen aus Bildschirmauflösung und Chipsatz sowie Arbeitsspeicher. Stichwort: Fragmentierung.
Und dann gibt es da noch das Sprachproblem, das wir in Deutschland merken. Google ist auf Englisch und Spanisch fokussiert, die großen Weltsprachen. Auch Märkte wie Indien haben massiv an Bedeutung gewonnen. Deshalb ist es normal, dass wir in Deutschland bzw. dem DACH-Raum noch länger warten müssen, wenn wir außerdem ein Android-Gerät verwenden.
