Qualcomm: Neue Chips sollen Basis für leise, ausdauernde und spottbillige Windows-Laptops liefern

Acer-Aspire-Go-15-Titelbild

Bild: Acer

Qualcomm hat auf der Computex 2026 mit Snapdragon C eine neue ARM-Plattform für günstige Windows-Notebooks vorgestellt. Geräte mit dem Chip sollen ab rund 300 US-Dollar starten und noch in diesem Jahr erscheinen. Als erste Partner nennt Qualcomm Acer, HP und Lenovo. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler, Familien, Bildungseinrichtungen und kleine Firmen, die ein bezahlbares Arbeitsgerät suchen.

Plattform unterhalb der Snapdragon-X-Reihe

Damit rückt Qualcomm seine PC-Chips erstmals deutlich nach unten. Bisher steckten die ARM-Prozessoren vor allem in teureren, dünnen Notebooks, in denen lange Akkulaufzeit und lüfterlose Gehäuse das Argument waren. Snapdragon C verspricht genau diese Effizienz, also kühle, leise und ausdauernde Geräte, nun auch im Sparsegment.

Konkrete Daten bleibt Qualcomm allerdings fast komplett schuldig. Kernzahl, GPU, Speicheranbindung und Fertigungsprozess sind offen. Bekannt ist immerhin, dass der Chip auf den älteren Kryo-Kernen basiert und nicht auf den Oryon-Kernen der Snapdragon-X-Modelle. Kryo ist Qualcomms mobil-stämmige Kernfamilie, die ursprünglich aus Smartphone-Chips stammt. Eine NPU für lokale KI-Funktionen ist an Bord, für das Copilot+-Siegel reicht sie aber wohl nicht, da Microsoft dafür mindestens 40 TOPS verlangt.

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Angriff auf Intel, AMD – und das MacBook Neo

Im 300-Dollar-Bereich trifft Snapdragon C auf Intels N-Prozessoren, günstige AMD-Chips und auf Chromebooks. Qualcomm selbst spricht nur allgemein vom Einsteigersegment, doch Fachpresse und Beobachter ordnen die Plattform als Windows-Antwort auf Apples MacBook Neo ein. Das startet mit A18-Pro-Chip ab 599 US-Dollar und bedient genau dieselbe Käuferschicht. Preislich liegt Snapdragon C deutlich darunter.

Die Parallele reicht tiefer als der Preis. Apple steckt mit dem A18 Pro einen älteren iPhone-Chip in einen günstigen Mac, Qualcomm setzt auf seine mobil-stämmigen Kryo-Kerne. Beide sparen am Silizium, indem sie Smartphone-Technik nutzen statt teurer Laptop-Architektur.

Bleibt die Frage nach der Windows-Leistung

Die spannende Frage bleibt, wie gut Windows auf so günstiger ARM-Hardware tatsächlich läuft. Frühere Windows-on-ARM-Geräte stolperten über Emulation und fehlende native Apps. Microsofts x86-Emulation ist inzwischen schneller, und kommende Windows-11-Versionen bringen weitere ARM-Optimierungen.

Das erste Gerät ist das Acer Aspire Go 15 mit 15,6-Zoll-Display, bis zu 8 GB RAM, 512 GB Speicher und 53-Wh-Akku. Eine Copilot-Taste zum Aufruf von Microsofts KI-Assistenten hat es trotzdem, obwohl es kein Copilot+ PC ist. Dieses Siegel verlangt eine deutlich stärkere NPU für KI-Funktionen, die lokal auf dem Rechner laufen, und die erreicht der Chip nicht.

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