Die Startseite von YouTube bekommt eine neue Navigation, und die selbst gebauten Custom Feeds rücken darin deutlich nach vorn. Wie YouTube auf Threads mitteilt, sollt ihr über die überarbeitete Menüleiste außerdem schneller zu euren Abos sowie zu Movies & TV, Live und Music kommen. Vorher waren das ja mehr so Pillen für die verschiedenen Themen und Inhalte, jetzt scheinen das eher Feed-Reiter zu werden, durch die man horizontal durchwischt. Fühlt sich für mich ehrlicherweise sinniger an und kennt man ja schon aus Apps wie X oder Bluesky.

So legt ihr einen eigenen Feed an
Für einen Custom Feed beschreibt ihr in eigenen Worten, was ihr sehen wollt. Das kann ein Thema sein, ein bestimmtes Videoformat oder eine Stimmung, etwa lange Dokus für den Abend oder Podcasts für den Arbeitsweg. YouTube füllt den Feed danach fortlaufend mit passenden Videos. Über das Pluszeichen in der oberen Menüleiste fügt ihr Feeds hinzu, bearbeitet sie oder löscht sie wieder.
Ohne Premium-Abo speichert ihr bis zu drei Feeds, mit Premium bis zu acht. Die gewohnte Startseite bleibt daneben erhalten. Laut TechRepublic landen Videos aus einem Custom Feed allerdings im normalen Wiedergabeverlauf und können so auch die übrigen Empfehlungen beeinflussen.
SmartDroid.de bei Google folgenBisher leitet YouTube eure Interessen vor allem aus Verlauf, Suchanfragen und Interaktionen ab. Mit den Custom Feeds steuert ihr die Empfehlungen selbst und stoßt leichter auf Inhalte abseits eures bisherigen Profils. Davon dürften auch kleinere Kanäle mit Nischenthemen profitieren, wenn das denn alles so klappt, wie es gedacht ist.
YouTube testet die Funktion seit Mai und hatte sie im September beim Event Made on YouTube offiziell angekündigt. Bei Musikstreamern ist das Prinzip längst verbreitet. Spotify lässt Playlists per Prompt erstellen, YouTube Music zog im Februar mit KI-Playlists nach. Auch Threads, Facebook und Bluesky lassen ihre Feeds inzwischen per Texteingabe steuern.
Deutschland muss warten
Custom Feeds starten zunächst für angemeldete Nutzer in den USA ab 13 Jahren, auf Mobilgeräten und am Desktop. Voraussetzung sind englische Spracheinstellungen sowie ein aktivierter Such- und Wiedergabeverlauf. Die neue Menüleiste kommt zuerst in die mobile App. Wann beides in Deutschland verfügbar wird, hat YouTube noch nicht gesagt.
Die Begrenzung auf drei Feeds im Gratis-Tarif halte ich für einen klaren Hebel in Richtung Premium. YouTube muss das Abo seit der Preiserhöhung im Juni auf hierzulande 14,99 Euro im Monat mit mehr Vorteilen rechtfertigen und soll laut Wall Street Journal ab 2027 auch offizielle Hörbücher ins Premium-Abo packen wollen. Ob die Feeds tatsächlich neue Kanäle zutage fördern oder am Ende doch wieder bei den üblichen Verdächtigen landen, muss sich im Alltag erst zeigen.
