Audi verliert seine echten Kunden

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Audi hat in den letzten Jahren den Anschluss an Mercedes und auch BMW verloren, dabei sind auch die Privatkunden abgezogen. Wo man derzeit gewinnt, sind vor allem die Flottenkunden mit Dienstwagen.

Aus dem Audi-Handel hört man zwar positive Stimmen, was die Rückkehr der Marke zu früheren Zahlen angeht, aber nicht alle sind gut gelaunt. Denn einerseits nimmt das Flottengeschäft wieder zu, andererseits stagniert das Geschäft mit normalen Privatkunden.

Der Flottenkunde, der sich schlussendlich für einen Dienstwagen entscheidet, ist ziemlich leicht austauschbar. Hier werden Fahrzeuge natürlich auch nach Preis gewählt. Wenn Audi da gut aufgestellt ist, gewinnt man Kunden, die aber nicht direkt ihr eigenes Geld ausgeben. Mit dem nächsten Auto sind sie vielleicht direkt wieder beim Konkurrenten.

Der Privatkunde ist da für die Marke natürlich wichtiger, er bindet sich an eine Marke und das womöglich sogar ein Leben lang. Doch Audi entwickelt sich „zur Großkundenmarke“, was einige Händler nicht gut finden. Zumal BMW und Mercedes einen deutlich höheren Anteil bei Privatkunden haben, mindestens doppelt so viele.

Abgesehen davon, dass man gerade des Verbrenner-Portfolio verkleinert, weil Volumenmodelle wie Q2 und A1 rausfliegen, seien auch die Preise schuld. „Wir brauchen Preise, die die Kunden bereit sind zu zahlen“, klagt einer der Händler gegenüber Automobilwoche. Audi würde zu sehr daran festhalten, Autos an Privatkunden ohne Nachlass zu verkaufen.

Audi nimmt diese Kritik nicht vollständig an und verweist auf steigende Zahlen bzw. nachhaltiges Wachstum. Der Händler sieht das noch nicht ganz so: „Einen Turnaround sehe ich noch nicht.“ Das Problem der Händler ist, dass besonders die lokalen Standorte teuer sind und Privatkunden brauchen.

Audi will sich in den kommenden Jahren stärker elektrifizieren, die kleineren und günstigeren Modelle gibt es künftig eher elektrisch. Die erwähnten Modelle werden beide vom neuen A2 e-tron ersetzt, den Audi aber noch nicht endgültig vorgestellt hat. Da gibt es derzeit eine Lücke.

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