In den letzten Jahren hat sich ein regelrechter Trend zu bildschirmlosen Trackern entwickelt, und da gibt es in der Regel zwei Varianten. Das sind einmal die Tracker, die man am Handgelenk als Armband trägt, und dann gibt es die smarten Ringe. Auch hier sind in der Regel dieselben Sensoren verbaut. Das bedeutet, man kann den Puls messen, der Ring kann durch diverse Bewegungsmuster den Schlaf scannen, eure Aktivitäten und so weiter.
Nun habe ich gerade zwei solche Geräte gleichzeitig im Einsatz: Google Fitbit Air und RingConn Generation 3. In diesem Beitrag soll es mir weniger darum gehen, wie gut die Geräte für sich genommen sind. Der entscheidende Punkt ist vielmehr, warum ich so einen Ring für nicht so gut halte und einen Tracker am Handgelenk doch deutlich lieber verwende.
Ein Ring in dieser Größe fällt immer auf. Durch die integrierte Technologie ist er relativ dick, zumindest im Vergleich zu meinem eigenen Ehering. Während ich den im Alltag gar nicht spüre und nur äußerst selten abnehmen muss, ist der smarte Ring schon deutlich auffälliger.
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Ich nehme ihn auch ab, wenn ich mir die Hände wasche, denn selbst da fängt der Ring am Finger an zu stören. Beim Krafttraining – ein für mich sehr wichtiger Punkt – kann ich so einen smarten Ring gar nicht tragen. Das Ding würde wahrscheinlich relativ schnell kaputtgehen, wenn ich mit Kettlebells oder mit Hanteln arbeite.
Da fehlt mir dann das Tracking meiner Aktivitäten. Das ist für mich allerdings ein entscheidender Punkt, denn ich will meine Physiologie und meine Vitalwerte natürlich 24 Stunden tracken und keine Ausnahmen bei meinen Aktivitäten machen müssen.
Selbst am Heimtrainer auf dem Fahrrad – in dem Fall setze ich das Speediance Velonix ein, das ähnlich zu einem Peloton ist – nervt der Ring durchaus, wenn ich mich fester am Lenker festhalte. Das ist bei den Handgelenk-Trackern eine komplett andere Geschichte. Ein weiterer Vorteil der Handgelenk-Tracker ist, dass ich diese auch anderswo tragen kann.
Wenn ich mit meinen Kettlebells trainiere, benutze ich ein Bizepsband, weil dort die Messung nachweislich noch etwas genauer ist als am Handgelenk. Gerade wenn man mit Gewichten arbeitet, haben die Tracker am Handgelenk Schwierigkeiten, perfekt zu messen, was im Bereich des Bizeps deutlich genauer funktioniert. Bei einem smarten Ring kann ich genau das nicht machen; der Ring muss am Finger getragen werden oder eben gar nicht.
Außerdem empfehlen die meisten Hersteller das Tragen des smarten Rings am Zeigefinger, was ich im Alltag suboptimal finde. Wenn ich einfach nur herumlaufe, ganz normal meinen Alltag bestreite oder schlafe, stört das nicht weiter, aber es ist schon sehr auffällig. Dann kommt für mich ein ganz entscheidender Punkt hinzu: der Kostenfaktor.
Die ganze Technologie in so einen Ring zu verbauen, scheint wesentlich teurer und aufwendiger zu sein. Das bedeutet auch, dass diese smarten Ringe in der Regel wesentlich teurer sind als die meisten bildschirmlosen Tracker. Selbst ein Whoop ist mit 200 Euro Jahresgebühr erst einmal günstiger als ein smarter Ring von bekannten Marken. Schauen wir zu den günstigeren Anbietern, wozu unter anderem das Fitbit Air von Google zählt, sind wir mit 99 Euro wesentlich günstiger dabei.

Ein weiterer Nachteil ist, dass ich einen smarten Ring in der Größe nicht verstellen kann. Wenn ich kalte Hände habe – was im Winter natürlich häufiger vorkommt –, sind meine Finger etwas dünner und der Ring sitzt weniger fest. Zudem merke ich inzwischen an den Fingern, ob ich mehr oder weniger Kohlenhydrate esse. Sie sind mal etwas dicker oder dünner, je nachdem, wie viele Kohlenhydrate und wie viel Wasser ich geladen habe.
Die Liste der Nachteile ist mir für so einen smarten Ring dann doch zu groß, was ich gerade im Alltag merke, während ich beide Geräte gleichzeitig trage. Während ich das Fitbit Air (zum Testbericht) im Grunde gar nicht spüre und wie erwähnt auch am Bizeps tragen kann, ist das bei dem Ring eine ganz andere Sache. Ich würde so einen Ring empfehlen, wenn man in der Regel nur läuft und seinen Schlaf tracken will, außerdem keine Arbeit hat, bei der man die Hände stark strapaziert. Dann ist das auf jeden Fall eine coole Sache.
Für Handwerker oder vergleichbar körperliche Berufe ist so ein Ring wahrscheinlich eher nicht geeignet. Ansonsten würde ich doch eher zu den Geräten tendieren, die am Handgelenk getragen werden. Hier kann man im Alltag wesentlich flexibler sein, den Tracker fast immer ungestört tragen und damit die Vitaldaten wirklich komplett aufzeichnen. Das finde ich schon eine ganze Ecke besser.

Ich sehe irgendwie bei den Bändern keine Vorteile gegenüber einer guten Sportuhr, weil ab und zu möchte ich halt schon die Uhrzeit wissen und auch Nachrichten am Handgelenk leseb.