Tasten auf Transportband: Bei Googles neuer Tastatur kommen die Buchstaben zu euch

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Bild: Google

Eine Tastatur, bei der eure Hände sich zu den jeweils gewünschten Tasten bewegen muss, hält das japanische Gboard-Team offenbar für überholt. Google Japan hat die „Gboard Conveyor Belt Version“ vorgestellt, im Japanischen „Kurukuru-Version“, bei der die Tasten auf Förderbändern zu euren Fingern fahren. Wie jedes Jahr steckt hinter dem Scherz echte, funktionierende Hardware.

116 Tasten auf vier Bändern

Die Tastatur besteht aus vier umlaufenden Förderbändern mit je 29 Tasten. Ihr wartet, bis der gewünschte Buchstabe vorbeikommt, und drückt im richtigen Moment. Groß- und Kleinbuchstaben haben eigene Tasten, die Umschalttaste entfällt.

Google begründet das Konzept mit der Eingabe per einer Hand oder einem Finger. Klassische Tastaturen setzen zwei Hände voraus, bei einhändigem Tippen müsst ihr Arm und Handfläche weit bewegen. Die Antwort des Teams lautet „Dann muss sich eben die Tastatur bewegen“. Die freie Hand bleibt laut Google für Maus oder Teetasse, für beidhändiges Tippen empfiehlt das Team schlicht ein zweites Exemplar.

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Baupläne liegen auf GitHub

Kaufen könnt ihr die Tastatur nicht. Google stellt aber 3D-Druckdateien, Platinenlayouts und Firmware auf GitHub bereit. Laut Bauanleitung treibt ein kleiner Getriebemotor die Bänder an, gesteuert von einem ATOMS3-Lite-Modul, dazu kommen 116 flache Kailh-Choc-Schalter und 157 gedruckte Einzelteile. Die dokumentierte Fassung bewegt bislang nur die Tasten.

Das Datum der Veröffentlichung spielt auf die verbreitete 101-Tasten-Tastatur an: Seit Jahren zeigt das Gboard-Team zum 1. Oktober ein neues Kuriosum, zuletzt eine Wählscheiben-Tastatur und davor ein doppelseitiges Keyboard mit 208 Tasten. Die Förderband-Version ist die fünfzehnte Ausgabe. Als Nächstes nennt Google Farbvarianten, einen Hochgeschwindigkeitsmodus, eine Langversion für mehr Zeichen und eine kompakte Version für unterwegs.

Zum Tippen taugt das Gerät erwartungsgemäß nicht, als Bastelprojekt für Maker mit 3D-Drucker dagegen schon. Die Bauanleitung zeigt, wie viel Ingenieursarbeit in dem Gag steckt – fragt man sich nur, wie viel echten Nutzen aus dem Gefrickel gezogen werden kann. Auch wenn es insgesamt keine Hardware-Tastatur von Google gibt, mit Keyboards kennt sich der Konzern aus: Für den Alltag bleibt Gboard auf dem Smartphone, das gerade eine KI-gestützte Diktierfunktion bekommt.

SmartDroid.de als Quelle bei Google

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