Zehn Jahre hat ein Google-Entwickler freiwillig in ein Chrome-Plugin für den Kalender gesteckt – Google will sich nicht drum kümmern. Jetzt ist Schluss.

Eine so praktische Erweiterung gibt es leider nicht von Google selbst, daher musste ein dort angestellter Entwickler in die Bresche springen und in seiner Freizeit einen Chrome-Helfer basteln, der den Zugang zum Google Kalender vereinfacht.

Über einen Klick gibt es in einem kleinen Fenster Überblick über die nächsten Termine, ein Plus ermöglicht das Eintragen von neuen. So simpel, so genial! 

Mehr als 5 Millionen Nutzer vom „Google Kalender“-Plugin

Und das hat Manas Tungare nun seit mehr als zehn Jahren auf sich genommen und mehr als 5 Millionen Fans für das „Google Kalender“ getaufte Chrome-Plugin gesammelt. Tungare arbeitet eigentlich im Team für den Google Assistant und hat mit der Pflege der Erweiterung einen semi-offiziellen Job übernommen.

Seinen Ursprung hatte das Plugin in einem Hackathon-Projekt, lange Zeit bevor eine Schnittstelle für den Google Kalender freigegeben wurde. Über die letzten Jahre soll Tungare vergeblich Überzeugungsarbeit geleistet haben, damit das eigentliche Kalender Team die Wartung des Chrome-Plugins zu seinen Aufgaben zählt.

Im Laufe der Jahre habe ich versucht, das Calendar-Team davon zu überzeugen, es als Teil ihrer First-Party-Roadmap zu übernehmen, aber es ist nicht etwas, das sie übernehmen möchten, was ich vollkommen verstehe. In den letzten Jahren überstieg die Anzahl der Anfragen, die ich von verschiedenen Teams bei Google erhalten habe, um (kleine und große) Änderungen an dieser Erweiterung vorzunehmen, bei weitem die Zeit, die ich dafür aufwenden kann.

Google-Kalender-Team wollte sich nicht drum kümmern

Deshalb ist jetzt Schluss, wie Tungare bei Github ankündigt. Interessierte können den Quellcode dort kostenlos herunterladen und die Pflege entweder selbst in die Hand nehmen oder ihn auf der eigenen Maschine ausführen.

Mir ist klar, dass dies für diejenigen von euch, die sich auf dieses kleine Tool verlassen haben, störend ist, aber keine Angst, es gibt Alternativen! Wenn ihr es weiterhin verwenden möchtet, könnt ihr es auch direkt aus dem Quellcode auf eurem eigenen Rechner ausführen.

Das letzte Update wurde am 8. Januar 2021 noch verteilt, lässt sich dem Google Chrome Web Store entnehmen, dort soll die Erweiterung für den Google Kalender aber bald verschwinden. Noch lässt sie sich herunterladen. Es gibt keine Infos darüber, ob sich das Plugin nach Entfernung aus dem Store noch verwenden lässt.

Google Kalender: Alternatives Chrome-Plugin

Eine Alternative findet sich allerdings wohl noch länger im Chrome Web Store:

Drüben bei Caschy kommentiert ein Leser das folgendermaßen. Was meint ihr? 

Hahahahahaha … „das Kalender-Team davon zu überzeugen“ … Hahahahahaha

Ein Tool was diesen zurückgebliebenen Kalender um einiges produktiver macht wurde abgelehnt. Die haben es abgelehnt.?Hahahahahaha echt jetzt? Oh man, muss einer von diesem Nerds eigentlich in der wirklichen Welt produktiv damit arbeiten?

Sorry ich muss so lachen.

 

 

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.