Rivian ist bislang in Europa vor allem als Technologie-Partner von VW bekannt, aber das neue R2-SUV soll in den nächsten Jahren auch den Marktstart in Europa begleiten. Nun hat man es vorgestellt und die Bestellbücher geöffnet.
Ich sehe Rivian immer noch als Start-Up, aber man hat mit Amazon und VW seit Jahren sehr starke Partner an der Seite. Im neuen R2 steckt etwa die E/E-Architektur, die man auch zukünftig in den VW-Modellen anbieten will, erstmals im neuen ID.Every1 ab 2027. Steuerteile raus, leistungsstarke Computer rein und es lässt sich alles mit drahtlosen Updates aktualisieren.
Den neuen R2 finden wir jedoch auch deshalb interessant, weil das Mittelklasse-SUV seinen Weg nach Europa finden wird. Mit diesem Modell, gefolgt vom noch kleineren R3, will Rivian den Schritt über die US-Grenzen hinaus wagen. Das Feedback zum Auto ist mehr als positiv, Europäer werden womöglich den insgesamt kantigen und markanten Look aber nicht feiern.

Was kann Rivian? Stauraum und ausgewogenes Elektroauto, wobei mich ein Punkt stört. Schon die Standardausführung leistet 355 PS, das geht dann hoch bis 665 PS. Wenn man umgerechnet mit Einfuhr und Co. bei 45.000 Euro für die Basis landet, wird sich Rivian in Europa mit VW ID.4 messen lassen müssen.
Da gibt es in meinen Augen jedoch das Problem, dass die Ladezeit bis 80 Prozent bei lahmen 30 Minuten liegt. Vermutlich kann VW die Ladezeit beim neuen ID.4 sogar optimieren und besser abschneiden – trotz 400 Volt. Andere wie Mercedes und BMW sind nun auf 800 Volt, Xiaomi ebenfalls.
Google Maps, Taschenlampe in der Fahrertür und bis zu 13 Lautsprecher
Dafür bietet Rivian freihändiges Fahren inkl. „tausender“ Kameras, KI-gestützte Sprachsteuerung und Google Maps an. Im Standard gibt es bereits 7 Lautsprecher, einen 12-fach verstellbaren Fahrersitz und Basics wie beheizte Sitze sowie Lenkrad. Optional ist hier der Allrad mit 450 PS.
Blicken wir mal auf Premium, dann gibt es da eine Rivian Torch Taschenlampe in der Fahrertür, Premium-Sound mit 975 Watt Gesamtleistung, die Sitze sind belüftet und die Felge ist standardmäßig 20 Zoll groß. Bei Performance erreichen wir die 656 PS und 820 Nm Drehmoment, erst hier gibt es außerdem noch ein „halbaktives“ Fahrwerk.
Im Innenraum sehen wir Bildschirme, aber insgesamt noch einen recht „Auto-nahen“ Look und sogar haptische Bedienelemente am Lenkrad.

Ich kann dem R2 und dem allgemeinen Rivian-Stil schon etwas abgewinnen. Dass man aber nur auf 400 Volt setzt, wie es auch bei Tesla der Fall ist, finde ich in dieser Fahrzeugklasse schon fast fahrlässig und veraltet.
