VW macht uns Hoffnung, dass die neuesten Chinastromer ihren Weg nach Europa finden. Unter anderem hat man in den letzten Wochen und Monaten den ID Unyx 09 vorgestellt, eine sportliche Limousine auf 800-Volt-Plattform, die gewissermaßen ein elektrischer Nachfolger des Arteon darstellen könnte.
Das und diverse SUVs haben für Aufsehen gesorgt. VW kann in China jetzt neue Fahrzeuge auf neuesten Technologien schneller entwickeln und schneller produzieren. Einige Projekte sind innerhalb weniger Jahre entstanden, da reden wir teilweise von 18 bis 24 Monaten, was deutlich unter den drei bis fünf Jahren liegt, die man sonst für Autos eigentlich benötigt.
VWs Transformationspläne und chinesische Technologie
VW muss die Transformationspläne, die man anstrebt, nun noch einmal beschleunigen. Das bisherige Konzept des Konzerns ist nicht zukunftsfähig. Nun deutet der VW-Chef sogar an, dass es passieren könnte, die chinesische Plattform für Elektroautos in Deutschland zu lokalisieren. Dies würde man aktuell im Hintergrund evaluieren.
Ziel sei es dennoch, zuerst die eigene Plattform ernst zu nehmen und zu priorisieren (gemeint ist wohl MEB und künftig SSP), denn in China hat man vor allem mit chinesischen Partnern zusammengearbeitet, darunter Xpeng. Die aktuell noch entstehende CMP-Plattform für den chinesischen Markt soll zuerst vollständig abgeschlossen sein.
„Dieses Jahr bauen wir die CMP-Plattform aus, die 2027 in China eingeführt werden soll. Diese Arbeiten müssen zuerst abgeschlossen sein, dann können wir über Optionen in Europa nachdenken und prüfen, welche Produkte dafür geeignet sind.“

Lokalisierung der CMP-Plattform für Europa
Erst danach will man darüber nachdenken, sie eventuell auch in Europa an den Markt zu bringen. Dabei denkt Volkswagen vor allem über die Segmente nach, in denen man aktuell elektrisch in Europa nicht vertreten ist. Da könnte zum Beispiel die erwähnte sportliche Limousine ID Unyx 09 eine wichtige Rolle spielen.
„Wir sammeln derzeit Feedback und Reaktionen vom Markt für unser erstes neues Produkt in China. Anschließend werden wir, abhängig vom Erfolg in China, entscheiden, welche Modelle sich für Europa eignen, insbesondere in Segmenten, in denen wir mit unserem aktuellen Portfolio in Europa nicht vertreten sind.“
Grundsätzlich gibt VW noch nicht klar bekannt, dass man chinesische Projekte nach Europa bringt, aber man denkt zumindest intensiv darüber nach. Und das ist genau das, was ich in den letzten Monaten schon immer wieder angesprochen habe: Wenn man in China echt gute Produkte auf den Markt bringt, warum bringt man die nicht auch in Europa auf den Markt?

Wenn sie irgendwie ins Portfolio und vor allem auch in die Marktbedürfnisse passen, dann sollte man zwingend darüber nachdenken, die Erkenntnisse, die man in China aus den Zusammenarbeiten mit Xpeng und auf Basis der Entwicklung neuer Plattformen gewonnen hat, auch in Europa und anderen Ländern anzubieten.
Überkapazitäten der eigenen Werke in Europa könnte man außerdem an Joint-Venture-Partner wie SAIC und FAW vermitteln, das sei clever und deutlich besser als Werke zu schließen.
