In den letzten Wochen wird mal wieder extrem viel über Benzinkosten geredet, aber auch mit einem Elektroauto stößt man nicht immer auf faire Preise.
Auch wenn die Preise zuletzt stabil gewesen sind, die Preise für öffentliches DC-Laden sind oftmals viel zu hoch. Und es gibt sie immer noch, die Ladestationen mit einem Preis von über einem Euro je Kilowattstunde. Thema einer Diskussion war eine durch ein staatliches Programm geförderte Ladestation, die mal eben 1,07 Euro aufgerufen hat. Lustigerweise ohne Preisvorteil für Besitzer einer Ladekarte des Anbieters, der Preis war eins zu eins dem Ad-hoc-Preis entsprechend.
Ladestationen schockieren immer wieder mit extrem hohen Preisen
Inzwischen wurde in der Diskussion zum Beitrag bekannt, dass die Ladestation günstiger geworden ist. Zwar gab es eine Reduzierung um über 20 Cent, aber mit 86 Cent je Kilowattstunde immer noch viel zu teuer (der Schnitt in Deutschland lag zuletzt bei 65 Cent). Das führt gewissermaßen zu Resignation in der Community, denn das Elektroauto hat keinen Vorteil mehr, wenn man nicht zuhause laden kann.
Die meisten fühlen sich abgezockt: Während sukzessive die Elektromobilität an Zulauf gewinnt, steigen zugleich die Ladepreise in den letzten Jahren an. Das Versprechen vom günstigen Ökostrom wirkt heute wie eine „red flag“. Diese Entwicklung scheint unweigerlich zu einer unschönen Preisparität zu führen, indem das Elektroauto langfristig nicht mehr günstiger als ein Benziner ist. Besonders die krassen Preisunterschiede der Ladeanbieter werden immer wieder als negativ empfunden.
Das Problem mit den Ladekarten und Blockiergebühren
In die Diskussion der Transparenz spielt eine andere Diskussion rein. Da berichtet jemand von hohen Standgebühren (Blockiergebühren), während sein Fahrzeug etwas zu langsam geladen hat und der Ladepreis mit über 90 Cent besonders hoch gewesen ist. Er konnte sein Fahrzeug zu 40 Prozent laden, dann wäre eine Blockiergebühr in Höhe von 25 Cent je Minute fällig geworden. Der Tipp in den Kommentaren: „Falsche Ladekarte“.
Ein weiteres großes Problem: Wenn man immer zu einem halbwegs fairen Preis laden will, dann braucht es viele verschiedene Ladekarten und Tarife, wenn man nicht immer die Stationen des selben Ladeanbieters anfährt. Aber wer macht das schon? Ich jedenfalls nicht. Ich will komfortabel reisen und meinen mobilen Alltag bestreiten und mich nicht permanent mit Ladestandorten beschäftigen oder gar mein Leben nach Standorten der Ladestationen führen.
Dynamische Blockiergebühren wären sinnvoll
Insbesondere die DC-Ladestationen haben immer einen Bildschirm. Darauf könnte man eine dynamische Blockiergebühr ausweisen. Wenn gar nichts los ist, jeder Ladepunkt frei und auch aufgrund historischer Daten kein Ansturm zu erwarten ist, könnte die Blockiergebühr gestrichen werden, weil sie keinen Sinn ergibt. Gerade dieses Thema sollte deutlich dynamischer gestaltet werden, wie ich finde.
Hier spiegelt sich das große Problem der Elektromobilität wider: Es ist alles nicht gerade transparent und schon gar nicht simpel. Dabei hätte die zeitgleiche Digitalisierung alles einfacher machen können. Dass nervt selbst mich als „Profi“, der sich mit dem Thema mehr beschäftigt. Wer aber vom Verbrenner auf das Elektroauto umsteigt und dabei hofft, dass alles so simpel wie beim Tanken ist, wird enttäuscht sein.
Mein eigener Fall letzte Woche: Ich fahre eine Ladestation an, die plötzlich meine sonst überall funktionierende Hyundai-Ladekarte ablehnt, die wir für den Notfall immer dabei haben. Okay, dann halt zur Not die Visa-Karte: „Terminal außer Betrieb“. Danke, der Abend war im Arsch, weil ich nun wieder woanders hinfahren musste und mich das ordentlich Zeit gekostet hat.
