Derzeit könnte man sagen, dass bei Audi schon alles so ein bisschen eingefahren ist. Auch wenn der Audi A2 e-tron 2026 bald folgt und dazu ein neuer Q4 e-tron kommt, hat die Elektroauto-Pallette von Audi gerade nicht den echten Knaller zu bieten. Zwar funktionieren der A6 und der Q6 e-tron gut, schließen in Tests wirklich gut ab und können trotz ihres Alters tatsächlich noch halbwegs mit dem mithalten, was Mercedes und BMW gerade auffahren. Aber große Sprünge sind demnächst nicht zu erwarten.
Die Wende ab 2028: Kooperation mit Rivian
Wirklich spannend wird es dann allerdings ab 2028. Nur ein Jahr nachdem Volkswagen erstmals auf die Rivian E/E-Architektur setzt, wird Audi mit dem ersten Modell folgen. Das hat Audi jetzt offiziell bekannt gegeben. Für 2028 ist geplant, die elektronische Architektur von RV-Tech, dem Joint Venture von Rivian und Volkswagen, erstmals in eigenen Fahrzeugen einzusetzen.
Konkret verrät man noch nicht, welches Fahrzeug das erste echte Software-defined-Vehicle von Audi sein wird, aber es geht derzeit jeder davon aus, dass es sehr vermutlich der neue Audi A4 e-tron ist, der für 2028 erwartet wird. Außerdem wird in den kommenden Jahren der Concept C an den Start gehen, allerdings erwarten wir hier noch die bisherige Software.

Der Audi-Chef teilte mit: „Wir setzen bewusst auf starke Partnerschaften und nutzen die Power des Konzerns. Schon 2028 soll der erste Audi mit der neuen E/E-Architektur von RV Tech kommen – ein Joint Venture des Volkswagen Konzerns mit Rivian.“
Software-defined-Vehicles bieten ganz neue Update-Möglichkeiten
Generell tut sich im Volkswagen-Konzern in den nächsten zwei Jahren sehr viel. Bei VW soll der ID.1 ab 2027 das erste Fahrzeug sein, das die neue Softwarearchitektur von Rivian an Bord hat. Es ist auch die Architektur, die Rivian im hauseigenen R2 einbaut. Den hat man in den USA gerade offiziell gemacht und will ihn mit Blick auf die nächsten Jahre auch nach Europa bringen.
Die neue Software verspricht eine extrem hohe Update-Fähigkeit für eigentlich alle Bauteile, die irgendwie digital sind im Fahrzeug. Das heißt, egal ob Antrieb, Bremssystem, Lenkung oder Fahrwerk, all das wird der Hersteller auch im Nachhinein mit Updates verbessern und aufwerten können. Rivian selbst hat zum Beispiel bei seinem ersten R1-Fahrzeug geschafft, Jahre nach Marktstart deutlich höhere Systemleistungen noch mal zu bringen und konnte diese als Upgrade verkaufen.
Herausforderungen und Kritik am neuen Kurs
Tatsächlich ist aber nicht jeder glücklich damit, dass die Fahrzeughersteller zukünftig noch mehr Macht über die Software im Auto haben. Es besteht die Sorge, dass Verbesserungen langfristig eben nicht mehr als inklusive Updates angeboten werden, sondern diese Upgrades dem Kunden womöglich nur noch gegen Geld bereitgestellt werden.
Auch die starke Abhängigkeit von externen Partnern, in diesem Fall Rivian aus den USA, wird weiterhin sehr kritisch gesehen. Volkswagen ist in den letzten Jahren mit seinem eigenen Unternehmen Cariad doch durchaus gescheitert. Zwar hat Cariad immer noch einen hohen Stellenwert innerhalb des VW-Konzerns, aber eine komplett eigene Software-Architektur auf die Beine zu stellen, hat man damit leider nicht geschafft und dabei viel Geld versenkt.
